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Erster Wangener Landesgartenschau–Spaziergang bringt Neuigkeiten

Wangen / Lesedauer: 6 min

Offener Doppeldeckerbus, eine rätselhafte Brücke und neue Milchpilze: OB Lang hat für 300 Interessierte einige Neuigkeiten im Gepäck. Ein Überblick mit Fotos.
Veröffentlicht:20.03.2023, 15:00

Von:
  • Author ImageSusi Weber
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Bestes Frühjahrswetter hat am Wochenende die rund 300 Menschen begleitet, die mit Wangens OB Michael Lang drei Stunden lang durch das künftige Landesgartenschau-Gelände spazierten. Dass sich inzwischen 650 Menschen als Ehrenamtliche für die Schau im kommenden Jahr eingeschrieben haben, ist nur eine der Neuigkeiten, die es rund um die Großveranstaltung gibt.

Wie weit sind die innerstädtischen Baustellen?

„Vergleichsweise weit“, sagte Oberbürgermeister Lang am Stadtgarten an der Hochwasser-Ente: „Was noch fehlt, ist der Wechselflor.“ Noch eingepackt ist eine aus dem italienischen Prato mitgebrachte Magnolie. Für den Stadtgarten, in dem 2024 kleinere Veranstaltungen stattfinden sollen, gab es laut OB bereits eine Anfrage für eine Hochzeit. Die Bestandsbrücken im Altstadtbereich sind bis auf eine alle saniert. Die Kreissporthalle sei gut im Zeitplan und werde aller Voraussicht nach im Februar 2024 fertig sein.

Parallel dazu entstehen die Daueranlagen drumherum,

so Lang.

 Im Gespräch ist die Verwaltung demnach mit der Firma Waldner, die zwei weitere Milchpilze bauen soll. Lang: „Sie kommen ins Gelände oder in den Eingangsbereich. Das ist noch im Fluss.“ In vielen Bereichen wachsen die ersten Bäume, auf der Argeninsel entsteht ein früh im Jahr blühender Kirschenhain.

Was hat es mit dem Doppeldeckerbus und den „sieben Brücken“ auf sich?

So oder so: Landesgartenschau-Besucher werden nach ihrem Tag in Wangen irgendwann wieder zu ihren Autos, Bussen oder zum Bahnhof zurückkehren müssen. „Wir sind dabei, ein Konzept zu erstellen und hoffen, etwas mit einem Doppeldeckerbus mit offenem Dach hinzubekommen, der die Menschen zurückbringt und dabei auch ein Stück durch die Altstadt fährt“, sagte Michael Lang.

Die sieben generalsanierten beziehungsweise neuen Brücken über die Argen, die alle in einer ähnlichen Formensprache seien, ließen das Stadtoberhaupt auf ein Konzert mit der Band Karat („Über sieben Brücken musst du geh’n“) hoffen: „Vielleicht kommen die ja mal nach Wangen. In jedem Fall werden wir um die 2000 Veranstaltungen hier haben.“

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Im Bau befindet sich der Fenster-Garten im Erba-Park. (Foto: swe)

Im Sportpark auf der Argeninsel wird es verschiedene Angebote wie Calisthenics (Kraftsport), Beachvolleyball oder einen Tanzboden geben. „Die Fußball– und Handballfelder werden verbleiben und auch im Landesgartenschaujahr genutzt“, so Lang.

Ebenfalls im Sportpark würden sich zehn Unternehmer mit zwölf Schaugärten präsentieren. Die temporäre Anlage werde nach der Schau zurückgebaut, die Fläche dann neugestaltet. Bereits im April werde der DAV–Kletterfels bei der Hofstelle am Südring kommen, das Fundament steht bereits. Weitere Frühjahrs–Baustellen sind das Sanitärgebäude am Wohnmobil–Stellplatz, der 2022 laut Lang die höchste Besucherzahl aller Zeiten aufwies, und die Querungshilfe am Südring.

Wie groß ist der Wechselflor, und wird alles fertig werden?

Der Wechselflor ist die blühende Fläche mit jahreszeittypischer Bepflanzung und beträgt 5500 Quadratmeter. Expertin dafür ist auch in Wangen hierfür Diplom-Ingenieurin Birgit Rosenberger-Rausch. Die Frage, ob bis zur Landesgartenschau (LGS) alles fertig sein wird, beantwortete Lang folgendermaßen: „Es wird so sein.“

Mit einer Ausnahme: dem Wohnungsbau. „Er wird nach außen fertig aussehen.“ Der Innenausbau werde aber teilweise noch auf sich warten lassen. Dennoch zeigte sich Lang überzeugt: „Landesgartenschauen sind echte Stadtentwicklungsprogramme, bereichert durch die Schau.“

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In den Auwiesen, ebenfalls Bestandteil der Landesgartenschau, wachsen derzeit die Wohnhäuser in die Höhe. (Foto: swe)

Was passiert auf dem Schönbühl, sollte kein Turm kommen?

Mit einem Wort: nichts. Michael Lang nutzte den Spaziergang, um nochmals auf den geplanten Aussichtsturm als Anziehungspunkt, auch für die Zeit nach der Landesgartenschau, hinzuweisen.Der OB zeigte sich überzeugt: „Sicher ist, dass wenn wir den Turm bauen, alle hochsteigen wollen — auf einen umstrittenen noch lieber als auf einen unumstrittenen.“ Entscheiden soll der Gemeinderat Mitte April. Eine Infrastruktur rund um den 23 Meter hohen Turm wird es laut Lang definitiv nicht geben.

Was hat es mit der alten Bogenbrücke bei Elitz auf sich?

Ganz am Ende des Landesgartenschaugeländes, im Bereich Elitz/Lottenmühle, gibt es eine alte Bogenbrücke, die laut Lang ein kleines Rätsel aufgibt: „Wir wissen nicht so genau, wie sie dort entstanden ist.“ Alte Pläne aus dem Erba–Areal aus den 40er–Jahren würden zeigen, dass dort eine Brücke gebaut wurde: „Wir vermuten, dass sie im Zweiten Weltkrieg für die Rüstungsindustrie der Firma Dornier benötigt wurde, die dort Flugzeuge zusammengenietet hat.“

Auf der Argenwiese gegenüber standen Baracken für Zwangsarbeiter — laut Lang zur Hälfte aus der Ukraine, aber auch aus Russland. Möglicherweise wurde, so das Stadtoberhaupt, später dann argenabwärts die Brücke wieder aufgebaut: „Es wäre interessant zu erfahren, ob dem so war.“ Wer dazu etwas sagen kann, solle sich per Mail an [email protected] oder telefonisch unter 07522/74—102 melden.

Was wird aus dem großen Hügel und wo sind später die Bühnen?

„Das Material haben wir der Argen entnommen“, erklärte Lang zum großen Erdhügel im Auwiesengarten nahe der Brücke. Später soll dort eine Treppe hinaufführen und oben eine Bank Gäste einladen, dort zu verweilen und die Aussicht zu genießen. Zwei größere (neue) Spielplätze — einer im Sportpark, einer im Umfeld der Erba–Wasserkraft — werden gebaut.

Hinzu kommen der sanierte Spielplatz im Vorderen Ebnet und ein „Spindelspiel“ im Erba–Park. Dort entsteht auch ein „Fenster–Garten“, gebaut mit historischen Fenstern aus der früheren Baumwollspinnerei. Die fünf LGS–Bühnen sind auf der Erba–Festwiese, am Stadtgarten, auf der Argenwiese, im Sportpark und in den Auwiesen.

Was steckt hinter und in dem Tank am Erba–Eingang?

Den Zugang zur Spinnerei, zwischen Pförtnergebäude und Neuer Spinnerei, schmückt nun wieder ein schmiedeeisernes Tor mit dem Schriftzug „Erba“. Auf der Straßenseite gegenüber steht, auf inzwischen gepflastertem Untergrund und auf einem Sockel, eine riesige „Vase“, in die ein Baum „einziehen“ wird.

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OB Michael Lang zeigt den Teilnehmern des Bürgerspaziergangs die „Erba-Vase‟ vor dem Pförtnergebäude. (Foto: swe)

„Dies sind zwei Drittel des Wassertanks der Sprinkleranlagen“, erläuterte Lang. Das verbliebene Drittel, der „Deckel“, werde im sogenannten Reliktgarten mit anderen Überbleibseln der Erba einen Platz finden. Die Wiesenflächen wurden im Übrigen schon im vergangenen Jahr eingesät — um zu vermeiden, dass sie zum Landesgartenschau-Start am 26. April 2024 noch in grauer Farbe grüßen werden.

„Unser Anspruch ist es, die Besucher spielerisch so zu lenken, dass sie alles entdecken, was es zu entdecken gibt“, sagte Lang am Ende des Spaziergangs und versprach, die Stadt und die Landesgartenschau gut zu vernetzen: „Es ist immer dann eine besonders erfolgreiche Schau, wenn das gelingt.“