Hospiz

Das Hospiz und „die Presse“

Wangen / Lesedauer: 2 min

Das Hospiz und „die Presse“
Veröffentlicht:29.04.2016, 18:39
Aktualisiert:23.10.2019, 16:00

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Das Thema „Wangener Hospiz“ hat diese Woche wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Nach dem Konflikt mit dem Landratsamt um den Vorwurf der Überbelegung, nach Bußgeldbescheid und Strafanzeige des Verbands kam nach Monaten der Ruhe vor wenigen Tagen die Nachricht, dass die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen die Hospiz-Verantwortlichen eingestellt hat. Die „ Schwäbische Zeitung “ hat natürlich auch darüber ausführlich berichtet – und erntete daraufhin beim Infoabend von Seiten des Hospizes öffentliche, massive Kritik. Zeit vielleicht, an dieser Stelle einige Dinge klarzustellen.

Grundsätzlich: Eine der wichtigsten Aufgaben einer Zeitung ist es zu informieren, den Leserinnen und Leser dadurch eine Orientierung zu geben, damit diese sich zu allen möglichen Themen eine fundierte Meinung bilden können. Deshalb gehörte es auch beim Bericht über die Einstellung des Ermittlungsverfahrens zur journalistischen Pflicht, die von der Staatsanwaltschaft erstmals ausführlicher benannten Vorwürfe aufzuzählen – damit der Leser weiß, um was es bei der ganzen Sache eigentlich konkret ging. Journalistische Pflichtaufgabe ist es auch, wichtige und die breite Öffentlichkeit betreffende Neuigkeiten entsprechend zu vermelden und dabei auch womöglich Betroffene zu Wort kommen zu lassen. So erschien am Donnerstag ein großer Bericht zum Hospiz-Antrag auf Erweiterung und zur Reaktion der Oberschwabenklinik, die das fünfte Obergeschoss demnächst selbst gerne nutzen will. Am Samstag schließlich war der Interessenskonflikt mit weiteren Stimmen erläutert.

Das alles gefällt den Hospiz-Verantwortlichen und prominenten Fürsprechern nicht. Beim jüngsten Infoabend war von einer „sensationsheischenden Berichterstattung in der Presse“ die Rede. Es wurde sogar die SZ-Ausgabe mit dem ersten Bericht über die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hochgehalten und der SZ wegen der Krankenhaus-Bebilderung der „menschliche Anstand“ abgesprochen. Der Beifall des Publikums beim Infoabend, darunter viele Freunde, Helfer und Unterstützer des Hospizes, war den Rednern sicher.

Dass die SZ Wangen in den vergangenen knapp zehn Jahren die Geschichte des stationären Hospizes am Engelberg intensiv begleitet hat, gerät da leicht in Vergessenheit. Auch, dass die „Schwäbische“ hierbei immer wieder das Engagement der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen gewürdigt und die Wichtigkeit einer solchen Einrichtung für die Menschen in Stadt und Region hervorgehoben hat – und dies auch weiter tun wird. Zur journalistischen Begleitung gehört aber eben auch die Berichterstattung über die jüngsten Konflikte.

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