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Fußball-WM

Big Shoe: Mesut Özil übernimmt weitere Operationen

Wangen / Lesedauer: 3 min

Insgesamt 23 Kindern wird nun Dank des Engagements des Weltmeisters geholfen
Veröffentlicht:17.07.2014, 08:20

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Am Ende der WM-Feierlichkeiten hatte Mesut Özil noch eine besondere Nachricht: Als Weltmeister will er sich noch stärker für „Bigshoe“ engagieren als bisher. Elf Kinder-Operationen in Brasilien hatte er schon vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft bezahlt, jetzt erhöht er durch die Finanzierung weiterer zwölf Operationen auf insgesamt 23. Özil: „Ich empfinde große Dankbarkeit für alles, was ich in den vergangenen Wochen erleben durfte. Aber die Idee, mit den Operationen meine eigene WM-Elf zu bilden, ist überholt. Denn wir haben unsere WM nicht wegen unserer Elf, sondern wegen unseres starken Kaders gewonnen.“ So komme die symbolische Zahl 23 zustande.

Sechs deutsche Ärzte der Organisation Interplast hatten vor und in der Anfangsphase der WM zusammen mit zwei Krankenschwestern zwei Wochen im abgelegenen Urwald-Hospital von Schwester Veronica insgesamt mehr als 100 Kinder mit der Lippen-/Gaumen- und Kieferspalte, aber auch Patienten mit Verbrennungen oder mit Fehlentwicklungen der Gliedmaßen operiert. Einer der beiden Schwestern, Veronica, lebt das ganze Jahr über in Coroatá: Sie bereitete die Operationswochen vor und kümmert sich um die Nachsorge. Die nächsten Operationen werden jetzt mit der Starthilfe von Mesut Özil geplant. Denn zum Konzept von Interplast und von BigShoe gehört vor allem Nachhaltigkeit – auch ohne Fußball-WM . Schwester Veronica, die eigentlich aus dem bayrischen Wald kommt, plant bereits die nächsten Operationswochen.

„Was gibt es Schöneres, als benachteiligten Kindern einen Zugang zu Schule und Sport zu ermöglichen“, sagt der Weltmeister, dessen Ziel es war, dauerhafte Zeichen in Brasilien zurück zu lassen. „Ich habe die Fotos und Filme von den Operationen gesehen, die Dankes-Nachrichten der glücklichen Eltern bekommen und ich weiß, dass das Geld gut angelegt ist.“ Der 25-Jährige ergänzt: „Ich möchte mich damit auch noch einmal zusätzlich für die großartige Gastfreundschaft, die wir alle in Brasilien erleben durften, bedanken.“

BigShoe wurde 2006 mit dem Bambi ausgezeichnet

Die Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation BigShoe, die in diesem Jahr erstmals erfolgte, war sehr erfolgreich. Bigshoe entstand in Wangen im Allgäu rund um die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Umfeld von Fußball-Großereignissen im jeweiligen Gastgeberland spezielle Operationen an Kindern zu ermöglichen, die von einheimischen Ärzten nicht gemacht werden können. Dafür wurde die Initiative 2006 mit dem „Bambi“ ausgezeichnet. Nach Südafrika (WM 2010) und der Ukraine (EM 2012) war jetzt Brasilien (WM 2014) an der Reihe. BigShoe finanzierte diese Operationen über Paten. Özil: „Ich würde mich freuen, wenn weitere Paten folgen würden. Es lohnt sich.“

Dr. Stefan Hessenberger, MKG-Chirurg aus München, der das Interplast-Team in Coroatá anführte, freut sich über die Zusammenarbeit mit BigShoe: „Das Auftreiben von Sponsorengeld ist doch nicht so das Ding von uns Ärzten, das können andere besser – zum Beispiel BigShoe.“ Stefan Hessenberger ist wie Schwester Veronica seit 22 Jahren dabei, am Anfang war er noch Medizinstudent. Zum Team gehörten in diesem Jahr der MKG-Chirurg Dr. Denys Löffelbein, gleichfalls aus München, die Anästhesisten Dr. Bastian Böget und Dr. Frank Möller, beide aus Bochum, die Plastischen Chirurgen Dr. Jan Esters (Münster) und Dr. Michael Sollmann (Essen) sowie die Schwestern Jutta Nickels (Gusenburg) und Ivonne Reschke (Pluwig).