Baugebiet

107-Meter-Wand trennt Baugebiet von Sportplatz

Wangen / Lesedauer: 2 min

Baugebiet in Deuchelried passiert Gemeinderat – Auch Ferienwohnungen sind strittig
Veröffentlicht:28.02.2019, 10:45
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Das geplante Deuchelrieder Baugebiet „Am Durrenberger Wald“ an sich ist nach wie vor unumstritten. Das gilt allerdings nicht für die 107 Meter lange Wand, die aus Lärmschutzgründen als Abgrenzung zum Sportplatz hin vorgesehen ist. Das wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich, in der die Pläne letztlich aber einmütige Zustimmung fanden.

Die SPD nannte anstatt der Wand erneut eine Riegelbebauung als Alternative. Für Alwin Burth hat dies „Charme“, auch um insgesamt mehr Wohnungen entstehen lassen zu können. Der Fraktionschef verglich die Wand überdies mit dem Lärmschutz in einem Baugebiet in Wohmbrechts. Dort habe es „sehr lange gedauert, bis sich Bauwillige gefunden haben“.

OB Michael Lang hält die alternative Riegelbebauung für „praktisch schwierig“. Die Erfahrung lehre, dass schnell eine Lücke entstehe, wenn die Pläne nicht eingehalten würden. Vielmehr komme es auf eine „ordentliche Gestaltung“ der Wand an, die zuletzt auch im Deuchelrieder Ortschaftsrat Thema war. Hintergrund: Deren Bau ist laut Stadt nötig, damit das Baugebiet überhaupt rechtens wird. Klar ist laut Lang aber, das die Kosten dafür auf die Erschließungsbeiträge von Bauwilligen umgelegt wird.

Ferienwohnungen strittig

Ein anderer Debattenaspekt zielte ebenfalls auf den Wohnungsmangel ab, denn Tilman Schauwecker sprach die Zulassung von Ferienwohnungen an: „Dafür würde ich den wertvollen Grund nicht hergeben“, so der GOL-Fraktionsvorsitzende. Dazu erklärte der OB: „Wir vergeben die Grundstücke nicht für Ferienwohnungen.“ Sie seien allenfalls ein Nebeneffekt. Auch hier gebe es Erfahrungswerte. Und diese zeigten, dass von der Möglichkeit wenig Gebrauch gemacht werde.

Zugute könnte sie laut Lang aber Jüngeren kommen, etwa wenn es sie nach dem Studium zurück nach Wangen ziehe und sie für den Übergang bei den Eltern Unterschlupf finden wollten. Unabhängig davon äußerte sich FW-Fraktionsvorsitzende Ursula Loss ähnlich: Sie wünschte sich den Bau von Mehrgenerationenhäusern – ebenfalls für Rückkehrer ins Allgäu. Für die CDU begrüßte Deuchelrieds Ortsvorsteher Theobald Harlacher die Pläne – um zu ergänzen: „Das ist vorläufig das letzte Baugebiet in Deuchelried.“ Auf diesem sind nach aktuellem Planungsstand sechs Doppelhaus- und sieben Einzelhausgrundstücke vorgesehen. Als nächstes wird die Stadt jetzt die Satzungsentwürfe ausarbeiten, ehe das Verfahren zum endgültigen Beschluss noch einmal durch den Gemeinderat geht.