Isnyberg

Unterirdischer Wasserspeicher am Isnyberg wird gebaut

Argenbühl / Lesedauer: 2 min

Gemeinderat Argenbühl diskutiert über zwei Versionen: Edelstahl- oder Kunststoffktanks
Veröffentlicht:25.01.2018, 17:22
Aktualisiert:22.10.2019, 22:00

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Kunststoff oder Edelstahl – das war die entscheidende Frage bei der Diskussion über einen neuen Hochbehälter für die Wasserversorgung in Argebühl. Zwei Versionen wurden in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. Schließlich fiel die Entscheidung mit einer Gegenstimme auf die Lösung, das Trinkwasserspeichersystem mit fertigen Kunststoff-Röhren unter die Erde zu verlegen.

50 Jahre lang soll der neue Hochbehälter am Isnyberg künftig Wasser für Argenbühl speichern. Für den Neubau stellte Thomas Mielke vom Ingenieurbüro RBS Wave aus Stuttgart dem Gemeinderat zwei Versionen vor: Zum Einen ein Gebäude mit zwei Tanks aus Edelstahl und zum Anderen in die Erde eingelassene Kunststoffröhren, sogenannte PE-Tanks (PE steht für den Kunststoff „Polyethylen“). Bei beiden Varianten könnte die bestehende Elektrotechnik des vorhandenen Wasserspeichers weiter genutzt werden. Die Technik sei erst zehn Jahre alt und könnte realtiv leicht in den neuen Hochbehälter eingebaut werden.

„Wie lange werden PE-Tanks denn schon für Trinkwasserspeicher genutzt? Ich habe etwas Bedenken wegen des Kunststoffes“, warf Gemeinderätin Gabriele Popp die entscheidende Frage der Diskussion in den Raum.

Auch andere Gemeinderäte äußerten ihre Bedenken, ob sich der Kunststoff durch den Wasserdurchfluss in den Röhren nicht abreibe und somit im Trinkwasser landen könnte. „Die PE-Röhren sind auf Trinkwassereignung geprüft“, erklärte Mielke. Es sei ihm kein Fall bekannt, in denen PE-Röhren sich negativ auf das Wasser ausgewirkt hätten. Kunststoff werde seit etwa 15 bis 20 in Wasserspeichern verbaut.

Wasser steht jeweils einen Tag lang in den PE-Röhren

Die Diskussion, ob Kunststoffröhren sich für Trinkwasser eignen oder ob man nicht doch auf Edelstahltanks setzen sollte habe die Verwaltung intern auch kontrovers diskutiert, sagte Bürgermeister Roland Sauter . Doch: „Das Wasser steht nur einen Tag in den Behältern, anders als bei Plastikflaschen, in denen Trinkwasser manchmal wochenlang gelagert wird.“ Außerdem sei diese Lösung die kostengünstigere für die Gemeinde. Für den Bau der Kunststoffröhren veranschlagt das Ingenieurbüro insgesamt 290 000 Euro, für den Bau eines Wasserspeichergebäudes mit Edelstahltanks rechne das Büro mit 420 000 Euro.

Der Nachteil an den PE-Tanks wäre allerdings, dass die Gemeinde Argenbühl noch eine größere Fläche für 15 000 Euro erwerben müsste, erklärte Bürgermeister Roland Sauter. „Aber auch mit dem Grunderwerb eingerechnet, ist der Kostenunterschied immer noch 115 000 Euro.“ Die Investitionsentscheidung der Gemeindeverwaltung würde daher auf die unterirdischen PE-Tanks fallen. Der Rat stimmte mit einer Gegenstimme zu.

Die Bauzeit betrage maximal zwei Monate, da die Kunststoffröhren fertig angeliefert werden, erklärte Bauingenieur Mielke. Er rechne damit, dass die Bauarbeiten nach den Sommerferien starten und der Wasserspeicher also in diesem Jahr noch fertig gestellt werden kann.