Turnhalle

Argenbühl geht Thema Turnhalle an

Argenbühl / Lesedauer: 4 min

Eisenharzer wünschen sich Neubau – Rat spricht auch über altersgerechtes Wohnen
Veröffentlicht:28.10.2016, 18:43
Aktualisiert:23.10.2019, 11:00

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Um vier große Projekte ging es am Mittwochabend im Gemeinderat Argenbühl, viele Bürger verfolgten den Tagesordnungspunkt mit großem Interesse. Im Gremium herrschte Einigkeit, dass das Projekt „Alt werden in Argenbühl“ und der Dauerbrenner „Turnhalle Eisenharz“ vorrangig behandelt werden. Wichtig sind im Vorfeld aber Bedarfsermittlungen.

Altengerechtes/betreutes Wohnen

Aufgrund des demografischen Wandels sieht es die Verwaltung als unstrittig an, neben Eisenharz auch in anderen Ortsteilen Platz für ein altengerechtes und betreutes Wohnen zu schaffen. Nach Meinung von Bauamtsleiter Hans-Peter Hege würden sich in Ratzenried das Areal südlich des Baugebietes Argenstraße sowie der Bolzplatz im Gebiet Brauereiwiese anbieten. Für Eglofs schlug er das im Besitz der Gemeinde befindliche Grundstück „Ortsmitte West“ gegenüber dem Feuerwehrhaus vor.

Während für die „grundsätzlich gut gelegenen Flächen“ in Ratzenried Baurecht besteht, müsste für Eglofs der Bebauungsplan geändert werden, sagte Hege. Dies auch im Zusammenhang mit der hier geplanten Ansiedlung eines Lebensmittelgeschäftes.

Josef Jehle informierte darüber, dass er sich, unterstützt durch die Einrichtung „Catharina“ in Eisenharz, mit der Thematik in Eglofs bereits nach der Schließung des Hauses „Reich“ befasst habe. Die Schwierigkeit läge darin, einen Investor für den von der Bürgerschaft mitgetragenen Bau zu finden, um diesen Teil dann mit der – eventuell von einer Stiftung übernommenen – Betreuung zu einer Einheit zusammenzufügen. „Wir müssten viele Beispiele anschauen und das raussuchen, was bei uns passt“, sagte er.

Etwas anders sah es Anton Glatthaar. Er wollte zunächst die geforderte Bestandsaufnahme für die Gesamtgemeinde, um die Ergebnisse dann „auf die einzelnen Ortschaften runterzubrechen“. Auf die Frage von Renate Vochezer, ob auch an ein Pflegeheim gedacht sei, antwortete der Bürgermeister: „Obwohl ein stationärer Bereich nicht das Modell der Zukunft ist, sondern die Förderung der Selbstständigkeit, müssen alle Fragen geklärt werden.“

Um dies zu erreichen, soll der Gemeinderat in einer der kommenden Sitzungen über einen moderierten Bürgerprozess zum Thema „Alt werden in Argenbühl“ beraten.

Turn- und Festhalle Eisenharz

Seit Langem besteht in Eisenharz der Wunsch nach einem Neubau für den Turnbetrieb. Roland Kempter machte am Mittwoch noch einmal auf die unbefriedigende Situation aufmerksam. Während Anton Glatthaar diese Aufgabe „weiter weg als das altengerechte Wohnen“ sah und glaubte, dass die eine Sache nicht zu Lasten der anderen gehen dürfe, sah Manfred Warschke den „unbedingten Bedarf für Eisenharz“. „Wir in Christazhofen waren in der gleichen Situation, und ich kann nur sagen, dass das Vorhaben beherzt angegangen werden sollte. Gesundheitssport zahlt sich aus.“

Nachdem Bürgermeister Sauter ein „seriöses und fundiertes Ermitteln und Abwägen“ gefordert hatte, um in der Gemeinde „die notwendige Akzeptanz der Gesamtbevölkerung“ zu erhalten, stellte er fest: „Wir wollen den Prozess zwar zügig vorantreiben, aber er braucht seine Zeit. Niemand sollte sich Realisierungsträumen innerhalb von zwei bis drei Jahren hingeben.“ Auf Wunsch des Gemeinderats soll sich jetzt eine Arbeitsgruppe des Themas annehmen.

Dorfmitte Ratzenried

In Ratzenried gibt es zwar einen Grünbereich, der in seiner Größe und Ausprägung für ein Dorf dieser Größe selten ist. Es fehlt jedoch ein Dorfplatz als zentraler Ort der Begegnung und für das Ausrichten von Festen. Die Verwaltung schlug dem Gemeinderat vor, zusammen mit Bürgern über die Gestaltung einer solchen Mitte nachzudenken. Der Zeitpunkt hierfür wurde mit „möglichst 2019“ benannt.

Gebäude in Christazhofen

Erst im August wurde das Gebäude „Neutrauchburger Straße 3“ in Christazhofen von der Gemeinde erworben. Da nach Ansicht der Verwaltung grundsätzlich geklärt werden sollte, wie die einzelnen Gebäudeteile mittel- und langfristig genutzt werden können, wurde beschlossen, sich diesen Fragen 2017 zuzuwenden. Schon jetzt erinnerte Gemeinderat Bernhard Albrecht an die beengte Situation der Musikkapelle in der Alten Schule, Kollege Dieter Stach brachte in diesem Zusammenhang die Nutzung der dann frei werden Räumen ins Spiel.

Abschließend fasste Josef Jehle zusammen: „Alle vier Projekte eignen sich für eine Bürgerbeteiligung.“ Und er appellierte an alle, nicht nur Forderungen zu stellen, sondern sich einzubringen. „Dann können wir auch alle angesprochenen Aufgaben auf den Weg bringen“, war sich Jehle sicher.