Jahresrechnung

Argenbühl baut weiter Schulden ab

Argenbühl / Lesedauer: 2 min

Argenbühl baut weiter Schulden ab
Veröffentlicht:30.07.2010, 10:45
Aktualisiert:26.10.2019, 01:00

Von:
Artikel teilen:

Der Gemeinderat von Argenbühl hat die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2009 einstimmig festgestellt. Wegen stark gestiegener Umlagen und geringerer Schlüsselzuweisungen konnte der Verwaltungshaushalt nur durch eine Zuführung vom Vermögenshaushalt ausgeglichen werden. Gleichzeitig war eine Entnahme aus den allgemeinen Rücklagen in Höhe von 2,8 Millionen Euro notwendig.

Von unserer Mitarbeiterin Vera Stiller

„Es wäre vermessen, von einem guten Ergebnis zu sprechen. Und doch hatten wir zunächst mit einer um 320 000 Euro höheren Zuführungsrate gerechnet.“ Damit sprach der Kämmerer Gerhard Butscher am Mittwoch die 1 899 170 Euro an, die zum Ausgleich des Verwaltungshaushaltes 2009 dienen mussten.

Einbruch bei Einkommenssteuer

Grund hierfür sind laut Butscher die stark gestiegenen Umlagen an das Land und den Landkreis, die sich aus den hohen Steuereinnahmen insbesondere der Gewerbesteuer im Jahr 2007 ergeben haben. Aber auch der Einbruch beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer und bei den Schlüsselzuweisungen spielt hier eine große Rolle. Dass im Umkehrschluss der Vermögenshaushalt nur durch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 2794 992 Euro ausgeglichen werden konnte, verwundert da nicht.

Vor allem wenn man hört, dass die Gemeinde Argenbühl mit einem Gesamthaushaltsvolumen von über 15 Millionen Euro „Umsatzzahlen eines mittelständischen Betriebes“ erreicht hat. So wurden im vergangenen Jahr rund 2,6 Millionen Euro Bauinvestitionen vorgenommen, für etwa 1,1 Millionen Euro Baugrundstücke veräußert und damit „Anreize für eine Belebung der Baukonjunktur“ geschaffen. Auch die Summe für das Personal lässt sich sehen: Mit 1,7 Millionen Euro konnten die 62 Vollzeit- und Teilzeitarbeitsplätze „abgesichert werden“.

Nicht zuletzt sprechen die 370 000 Kubikmeter Wasser, die in guter Qualität an die Verbraucher abgegeben wurden, das Ableiten von 192 000 Kubikmeter häusliches Abwasser in die Kläranlagen und die 700 Tonnen Hausmüll eine deutliche Sprache.

Interessant auch zu wissen, dass sich die Kosten für den sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand bei 3 856 195 Euro bewegen, wobei die Gebäude- und Grundstücksunterhaltung mit 657 720 Euro, gefolgt von den Bewirtschaftungskosten mit 348618 Euro, einsam an der Spitze liegt.

Positiv entwickeln sich seit Jahren die Schulden der Gemeinde. 2009 konnte der Stand von 1 158 172 Euro auf 1 092446 Euro gesenkt werden. Damit liegt die Pro-Kopf-Verschuldung der 6077 Argenbühler derzeit bei 179,77 Euro.

Nimmt man noch die Schulden des Eigenbetriebes Wasserversorgung hinzu, dann ist man bei 378,06 Euro angelangt. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt in der entsprechenden Größenklasse liegt etwa doppelt so hoch bei 755 Euro.

Bürgermeister Josef Köberle lobte Kämmerer Butscher dafür, „auch in schwierigen Zeiten solide gewirtschaftet“ zu haben. Insgesamt sprach der Rathauschef von einem „auskömmlichen Niveau“, das er damit erklärte: „Wir gehen in Argenbühl keine Risiken ein!“