StartseiteRegionalRegion AllgäuMemmingenNach Doppelmord an Ehepaar: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Sohn

Blutiger Mord aus Habgier

Nach Doppelmord an Ehepaar: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Sohn

Altenstadt/Laupheim / Lesedauer: 2 min

Im April waren die Laupheimer Spielwarenladenbesitzerin und ihr Ehemann brutal ermordet worden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem heimtückischen Mord aus Habgier aus.
Veröffentlicht:29.11.2023, 11:59

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Der Doppelmord von Altenstadt im April hatte auch in Laupheim für Entsetzen gesorgt. Nun hat die Staatsanwaltschaft am Landgericht Memmingen Anklage gegen den Sohn und dessen Ehefrau erhoben. Beide sollen gemeinschaftlich den Vater und dessen Ehefrau, die Inhaberin eines Laupheimer Spielwarengeschäfts, heimtückisch und aus Habgier brutal getötet haben. Einem Mitangeklagten aus Albstadt wird Beihilfe zu der Tat vorgeworfen. Das geht aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Memmingen hervor.

Den Vater erstickt, dessen Frau mit einer „mittleren zweistelligen Anzahl“ an Messerstichen getötet

Der 38-jährige Sohn und seine 33-jährige Frau drangen in der Nacht auf den 22. April in das Wohnhaus des 70-jährigen Vaters und seiner 55-jährigen Frau in der Mühlbachstraße in Altenstadt ein. Beide hätten sich zu diesem Zeitpunkt im Bett befunden, seien wehrlos gewesen und hätten nicht mit einem Angriff gerechnet, so Oberstaatsanwalt Thorsten Thamm, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen.

An der Tür des Spielwarenladens in der Langen Straße haben Laupheimer nach dem Mord mit Blumensträußen der getöteten Inhaberin gedacht.
An der Tür des Spielwarenladens in der Langen Straße haben Laupheimer nach dem Mord mit Blumensträußen der getöteten Inhaberin gedacht. (Foto: Archiv/Anna Berger)

Der Sohn und dessen Ehefrau hätten dies ausgenutzt, um den Vater zu ersticken und dessen Ehefrau durch eine mittlere zweistellige Zahl an Messerstichen zu töten. Anschließend versuchten die beiden Angeklagten, die Tat wie einen erweiterten Suizid, begangen durch den 70-jährigen Mann, aussehen zu lassen.

Staatsanwaltschaft geht von Habgier als Motiv aus

Neben der Heimtücke wirft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten Habgier als weiteres Mordmerkmal vor. So hätten die Angeschuldigten einerseits verhindern wollen, dass der 70-Jährige die Schenkung eines Hauses an seinen Sohn rückgängig macht. Zudem wollten sich beide Angeklagten am Erbe der Getöteten bereichern.

32-jähriger Freund sorgte für Alibi

Bei dem wegen Beihilfe angeklagten 32-Jährigen aus Albstadt handelt es sich um einen engen Freund des 38-jährigen Sohns. Im Gegensatz zu dem beschuldigten Paar, „hat der 32-Jährige umfänglich ausgesagt“, erklärt Oberstaatsanwalt Thamm. Der Mann habe es für möglich gehalten, dass das Ehepaar getötet wird und dies gebilligt. Er verschaffte dem Ehepaar ein Alibi, indem er sie zu sich nach Albstadt einlud, wo sie sich in der Tatnacht zunächst auch tatsächlich befanden. Zudem stellte er dem Paar sein Auto zur Verfügung, damit sie von Albstadt nach Altenstadt und zurück fahren konnten.

Obwohl die Sonderkommission „Mühlbach“ von Anfang an davon ausgegangen war, dass die Täter aus dem Umfeld des getöteten Paars stammten, hatte es dreieinhalb Wochen gedauert, bis der Sohn, seine Frau und der Freund aus Altenstadt ermittelt werden konnten. Die drei Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft.

Das Landgericht Memmingen hat nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung zu entscheiden. Ein Termin für die Verhandlung vor dem Landgericht Memmingen steht bisher noch nicht fest. Die Staatsanwaltschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung für sämtliche Angeschuldigte die Unschuldsvermutung gilt.