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Seilbahnbauer

Wie geht es mit Doppelmayr in Leutkirch weiter?

Leutkirch / Lesedauer: 3 min

Der Seilbahnbauer nutzt den ehemaligen Holzhof Unterzeil aktuell als Lagerfläche. Eine Sprecherin äußert sich zu möglichen Bauplänen für den Standort.
Veröffentlicht:19.10.2023, 12:00

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Inzwischen sind mehr als fünf Jahre vergangen, seit das Vorarlberger Unternehmen Doppelmayr erstmals bestätigte, dass es erwägt, auf dem bisherigen Gelände des Holzhofs Unterzeil seinen ersten Produktionsstandort in Deutschland zu errichten. Derzeit wird das von den Wolfurtern erworbene rund zehn Hektar große Gelände als Lagerfläche genutzt.

Daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, wie aus der Antwort von Unternehmenssprecherin Julia Schwärzler auf Anfrage von Schwäbische.de hervorgeht.

Auf sechs Kontinenten vertreten

Algerien, Venezuela, Indien, Neuseeland, Kanada, Island ‐ das ist zwar nur ein kleiner Auszug aus der Liste der zahlreichen Niederlassungen von Doppelmayer, die auf deren Homepage ausgewiesen werden. Aber schon dieser Auszug zeigt, dass das Unternehmen aus Vorarlberg, von der Antarktis mal abgesehen, auf allen Kontinenten vertreten ist. Alleine für Europa werden 36 Niederlassungen aufgeführt.

Wobei Deutschland hier bisher ein weißer Fleck ist. Ob beziehungsweise wann sich dass durch einen Produktionsstandort in Leutkirch ändert, steht nach wie vor in den Sternen.

Aktuell keine Bautätigkeiten geplant

Auf die Frage, ob es inzwischen konkretere Bebauungspläne zu der großen Gewerbefläche bei Unterzeil gibt, erklärt Schwärzler im Sommer 2022 kurz und knapp: „Nein“. Über ein Jahr später hat sich an diesem Status nicht viel geändert.

Auch im Herbst 2023 gebe es aus Unternehmenssicht zum Standort in Leutkirch nichts Neues zu berichten. „Aktuell sind mittelfristig bis langfristig keine konkreten Bautätigkeiten geplant“, so Schwärzler.

Auch wenn dieser Stillstand für manchen Beobachter unbefriedigend sein mag ‐ Stadtrat Gottfried Härle etwa äußerte in der Vergangenheit bereits sein Bedauern darüber, dass das Unternehmen Doppelmayr bislang „keine konkrete Bauabsicht“ geäußert habe ‐ muss man fairerweise sagen, dass die Vorarlberger früh auf diese mögliche Entwicklung hingewiesen haben.

Erwerb als Entwicklungsmöglichkeit

Bei einem Infoabend vor rund drei Jahren betonte ein Firmenvertreter, dass man das Gelände erworben habe, um die Möglichkeit zu haben, innerhalb der Bodensee-Region einen weiteren Produktionsstandort zu entwickeln.

Wann man aber diese Entwicklungsmöglichkeit tatsächlich nutzen wird, sei noch nicht klar. Es könne, je nach Marktentwicklung, durchaus auch sein, dass in den nächsten 15 Jahren in Unterzeil noch nicht groß gebaut wird, so der Firmenvertreter damals.

Zum Thema Marktentwicklung: Im aktuellen Geschäftsbericht des Unternehmens, das in diesem Jahr sein 130-Jahr-Jubiläum feierte, ist von einer hohe Auftragslage in Nordamerika zu lesen. Erstmals in der Geschichte der Unternehmensgruppe sei der Heimmarkt in den Alpen auf Platz 1 der umsatzstärksten Märkte abgelöst worden.

Verschiebung nach Nordamerika

Auf die konkrete Frage, ob diese Verschiebung weg vom alpinen Markt hin nach Nordamerika eine Tendenz ist, die sich voraussichtlich in den nächsten Jahren fortsetzen wird, und was das für einen möglichen Erweiterungsstandort in Leutkirch bedeuten würde, geht Unternehmenssprecherin Schwärzler in ihrer Antwort nicht näher ein.

Für den Fall, dass sich das Seilbahnunternehmen doch gegen eine Erweiterung in Leutkirch entscheiden sollte, hat die Stadt, wie bereits berichtet, kein Vor- oder Ankaufsrecht für die Gewerbefläche.

Die Möglichkeiten der Stadt

Sollte in der Zukunft wider Erwarten dennoch eine nicht gewünschte Nutzung geplant sein ‐ einem Szenario, auf das Härle hinwies ‐ besteht laut Stadtverwaltung aber die Möglichkeit, einen Aufstellungsbeschluss für einen Änderungsbebauungsplan zu fassen und eine Veränderungssperre zu erlassen, um eine unerwünschte Nutzung auszuschließen.