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Statistik

Weniger Austritte bei der katholischen Kirche in Leutkirch

Leutkirch / Lesedauer: 2 min

Wie der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Martin die Statistik bewertet. Gleichzeitig hat die Stadt Leutkirch zum ersten Mal mehr als 24.000 Einwohner vorzuweisen.
Veröffentlicht:09.02.2024, 05:00

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Die Große Kreisstadt Leutkirch bleibt auch 2023 eine Zuzugsregion. Das belegen Daten des Einwohnermeldeamts. Zum 1. Januar 2024 hat die Allgäu-Stadt erstmals mehr 24.000 Einwohner vorzuweisen. Schwäbische.de hat im Rathaus zudem nachgefragt, wie sich die Zahl der Kirchenaustritte im vergangenen Jahr entwickelt hat. Dabei hat sich eine kleine Überraschung ergeben.

Auch in der Leutkircher Kernstadt sowie den Ortschaften hatten zuletzt der katholischen Kirche immer mehr Menschen den Rücken gekehrt. Von 139 Austritten im Jahr 2019 über 191 Abgänge im Jahr 2021 bis hin zu 294 im Jahr 2022. Dieser Trend ist 2023 allerdings gebrochen worden. So musste die römisch-katholische Kirche lediglich 183 Austritte verzeichnen.

„Eine bittere Realität“

Pfarrer Karl Erzberger von der Kirchengemeinde St. Martin erklärt auf Anfrage, dass 2022 die Zahl der Kirchenaustritte besonders hoch gewesen sei - sowohl in Leutkirch als auch im Gebiet der Diözese. Im vergangenen Jahr sei der Wert „immerhin wenigstens um einiges zurückgegangen“.

108 der 183 Kirchenaustritte entfallen 2023 auf die Gemeinde St. Martin. „Ich finde, es sind immer noch sehr viele, was schmerzhaft und eine bittere Realität ist“, meint Pfarrer Erzberger. Deshalb setze das pastorale Team mit seiner Arbeit vor Ort alles daran, bei der Entfremdung von der Kirche entgegenzusteuern.

Etwa gleich geblieben ist derweil die Zahl der Austritte bei der evangelischen Kirche in Leutkirch. 2023 haben 54 Männer und Frauen die Glaubensgemeinschaft verlassen. 2022 waren es 56, 2021 gab es 46 Austritte.

Wieder mehr Einwohner

Wieder einmal gesteigert hat sich hingegen die Zahl der Leutkircher Einwohner. Immer mehr Menschen leben in der Allgäu-Stadt. Sind Ende 2022 noch 23.892 Menschen in Leutkirch wohnhaft gewesen, waren es im Dezember des vergangenen Jahres bereits 24.060 Menschen. Hinzugekommen sind 2023 demnach 168 Personen.

Die Leutkircher Stadtverwaltung sieht die Entwicklung der vergangenen Jahre sehr positiv. „Leutkirch ist als Stadt sehr attraktiv - sowohl zum Leben, als auch zum Arbeiten. Die Anzahl der Arbeitsplätze hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Darin ist sicherlich einer der Gründe für den Zuzug zu sehen“, erklärt Pressesprecher Thomas Stupka. Gleichzeitig seien in den vergangenen Jahren etliche neue Baugebiete geschaffen worden.

Einen größeren Sprung bei den Einwohnerzahlen gab es von 2021 auf 2022. In diesem Zeitraum kamen 334 Menschen hinzu. Das ist nach Angaben von Stupka „auch durch geflüchtete Menschen zu erklären, die nach Leutkirch gekommen sind“.