Vorfreude

„Teamer“ planen schon fürs KJG-Zeltlager im Karlistal

Leutkirch / Lesedauer: 4 min

64 Kinder können teilnehmen – Anmeldung für die Sommerferien ist am Samstag, 2. April
Veröffentlicht:30.03.2016, 14:45
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Die Vorfreude ist den „Teamern“ schon jetzt anzumerken: „Das ist einfach eine coole Sache“, sagt Sophia Mösle , wenn sie vom traditionellen Zeltlager der KJG in den Sommerferien spricht. Die 18-Jährige, die 2015 ihr Abitur abgelegt hat, wird heuer zusammen mit Steffen Volz die Lagerleitung im Karlistal bei Altmannshofen übernehmen. Zusammen mit Moritz Lindauer (18), der für Aufbau und sicheren Zustand der Zelte zuständig ist, und Gregor Rogosch (18), als Küchenchef für die Verpflegung der Kinder verantwortlich, berichtet sie im Gespräch mit der SZ von der Faszination Zeltlager. Zwei Wochen lang, vom 31. Juli bis 13. August, können auch heuer wieder 64 Buben und Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren am Lager teilnehmen. Anmeldetermin ist der kommende Samstag, 2. April.

Seit gut 40 Jahren gibt es das KJG-Zeltlager im Karlistal. „Schon die Eltern von jetzigen Teamern waren damals dabei“, sagt Moritz Lindauer mit Blick auf die lange Tradition. Idyllisch gelegen ist der Platz, auf einer Wiese, auf der ansonsten Pferde grasen. Die Familie Pritzi stellt den Jugendlichen die Koppel Jahr für Jahr zur Verfügung, bereits eine Woche vor dem Start des Zeltlagers beginnt der Aufbau. Neben dem Küchen- und dem Spielezelt müssen acht Zelte hergerichtet werden, vier für Jungs und vier für Mädels. Acht Kinder teilen sich ein Zelt, mit dabei ist auch jeweils ein Betreuer.

Überhaupt ist der „Personalschlüssel“ beachtlich: Insgesamt 21 Betreuer, „Teamer“ genannt, sind für die 64 Kinder da. Allein fünf von ihnen in der Küche, acht in den Zelten, dazu eine Bastelbetreuerin, ein Animateur im Spielezelt, drei zur besonderen Verfügung, ein Springer und die beiden Lagerleiter. „Das Team wechselt von Jahr zu Jahr“, sagt Sophia Mösle. „Und das ist gut, weil so neue Ideen von draußen reinkommen.“ Aber es gibt auch viele, die wie Moritz, Gregor und Sophia schon seit Jahren dabei sind. Sie wissen: Die zwei Wochen Freiheit und Abenteuer für die Kinder bedeuten für die Betreuer eine ganze Menge Arbeit, Verantwortung und, nicht zuletzt, Vorbereitung. „Wir haben vorher immer ein Wochenende, an dem komplett alles durchgeplant wird. Programm, Spiele, auch der Speiseplan“, machen die drei klar.

Gregor Rogosch kennt die „Klassiker“ auf dem Speiseplan: „Chili con carne, Tortellini und Maultaschen“, sagt der junge Mann, der nach dem Abitur mit einer Kochlehre begonnen hat. Berücksichtigt werden müssten aber auch Vegetarier und die immer zahlreicheren Kinder mit Allergien. Die Eltern füllen dazu vorab entsprechende Fragebögen aus, im Zweifelsfalle werden sie aber auch von den Betreuern angerufen. Was die Höhepunkte im Lagerleben angeht, so nennen die drei Betreuer neben dem Besuchstag für die Eltern zur Halbzeit vor allem den Waldspieltag, wenn es unter dem Motto „Capture the flag“ darum geht, möglichst viele Flaggen anderer Gruppen zu erobern.

Die Betreuer, allesamt Ehrenamtliche, bekommen, abgesehen von freiem Essen und Getränkegutscheinen, keine Vergütung. „Schüler setzen dafür immerhin zwei Wochen ihrer Sommerferien ein“, macht Sophia Mösle klar. Gregor wiederum nimmt unbezahlten Sozialurlaub. Sie alle sind begeisterte Teamer und freuen sich auf die Kinder, wie sie sagen. Dass auch wieder das eine oder andere „Heimwehkind“ dabei sein wird, sehen sie gelassen. „Viele vermissen nicht nur die Familie, sondern auch Fernsehen, Handy oder Playstation“, wissen sie aus Erfahrung. Und: „Für manche ist es auch das erste Mal, dass sie außer Haus übernachten.“ Aber, auch dies eine Erfahrung der Betreuer: Mit einem spannenden Programm lassen sich selbst heimwehkranke Kinder fast immer ablenken.

Anmeldung am Samstag, 2. April, um 15 Uhr im katholischen Jugendhaus, Marienplatz 15. Es werden jeweils 32 Plätze für Buben und Mädchen vergeben. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche aus den Jugendgruppen und den Erstkommuniongruppen, aber auch aus ganz Leutkirch. Die Teilnahme ist nicht an Konfessionszugehörigkeit gebunden.