Jahrgangsstufe

Starautor diskutiert mit Schülern

Leutkirch / Lesedauer: 2 min

Sasa Stanisic zu Gast an der Geschwister- Scholl-Schule
Veröffentlicht:28.01.2016, 13:34
Aktualisiert:23.10.2019, 19:00

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Im Rahmen seines Besuchs in Leutkirch ist der in Hamburg lebende Starautor Sasa Stanisic zu Gast an der Geschwister-Scholl-Schule gewesen.

Nachdem er die Schüler der Jahrgangsstufen elf und zwölf des Beruflichen Gymnasiums sowie des Berufskollegs bei Lesungen in der Aula begeistert hatte, stellte er sich in einer von Jutta Koch und Martin Taraschewski moderierten Diskussionsrunde in kleinerem Rahmen den Fragen von sechs Schülerinnen der Jahrgangsstufen elf und zwölf des Beruflichen Gymnasiums. Im Zentrum stand dabei sein vielfach ausgezeichneter, mittlerweile in 30 Sprachen übersetzter Roman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“, den die Schülerinnen zuvor komplett gelesen hatten. In dem in Ich-Form geschriebenen Roman geht es um einen bosnischen Jungen, der mit seinen Eltern vor dem Bürgerkrieg in Jugoslawien nach Deutschland flieht. Es wird erzählt, wie er als Flüchtlingskind ohne irgendwelche Sprachkenntnisse dieses Land erlebt und wie er etliche Jahre später als erwachsener Mann wieder an die immer noch vom Krieg gezeichneten Stätten seiner Kindheit zurückkehrt.

Die Schülerinnen erfuhren, dass sich in Stanisics Roman Autobiographisches und Erfundenes mischt. So sei die im Buch vorkommende Kinderfreundin Asia, von der der Ich –Erzähler durch die Flucht getrennt wurde und zu der er von Deutschland aus mit allen erdenklichen Mitteln vergeblich Kontakt sucht, als Metapher für eine durch den Krieg zerstörte Kindheit und als Beispiel für ein kriegsbedingtes Kinderschicksal gedacht: Ihre Eltern sind im Krieg umgekommen und als Soldaten auch sie abholen, freut sie sich in ihrem kindlich-naiven Glauben, nun endlich von den Soldaten zu den Eltern gebracht zu werden.

Auf die Frage nach dem Schicksal der eigenen Eltern sprach der Autor in großer Dankbarkeit speziell von seiner Mutter, die trotz aller Probleme einer Flüchtlingsfamilie wie materieller Not, fehlender Sprachkenntnisse und beengtem Wohnraums immer bemüht gewesen sei, ihm einen geschützten Raum zu schaffen, wo er ungestört für die Schule lernen und sich den Möglichkeiten entsprechend bestmöglich entfalten konnte.

Ein Video der Diskussionsrunde wird im Rahmen des „Kulturellen Abends“ der Schule im Sommer gezeigt, bei dem wie auch in den vergangenen Jahren die Preisträger des in den kommenden Tagen anlaufenden, schulinternen Autorenwettbewerbs geehrt werden.