StartseiteRegionalRegion AllgäuLeutkirchSeilbahnen made in Leutkirch

Seilbahnunternehmen

Seilbahnen made in Leutkirch

Leutkirch / Lesedauer: 3 min

Vorarlberger Firma Doppelmayr will auf früherem Holzhof Unterzeil investieren
Veröffentlicht:20.02.2018, 18:46

Von:
Artikel teilen:

Das Seilbahnunternehmen Doppelmayr mit Sitz in Wolfurt in Vorarlberg möchte mittelfristig auf dem bisherigen Gelände des Holzhofs Unterzeil seinen ersten Produktionsstandort in Deutschland errichten. Der Leutkircher Gemeinderat stimmte am Montag einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung zu, einen sogenannten Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des bislang geltenden Bebauungsplans auf den Weg zu bringen.

Dazu gehört dann auch die Beteiligung der Öffentlichkeit. Ein Sprecher von Doppelmayr bestätigte am Dienstag auf Anfrage das Interesse des Unternehmens an dieser Erweiterung.


Von Doppelmayr wurden im Allgäu zuletzt die neuen Bergbahnen am Ifen in Betrieb genommen.

Im August 2015 wurde der in den 1960er-Jahren vom Haus Waldburg-Zeil errichtete Holzhof geschlossen. Seither, so Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle, sei intensiv nach Möglichkeiten für eine gewerbliche Nachnutzung des Areals gesucht worden. Überlegungen, dort Unternehmen aus der Logistikbranche anzusiedeln, habe die Stadt aber nicht verfolgt.

Interesse an Bahnanschluss

„Wir sind froh, dass sich jetzt eine Firma aus dem Produktionsbereich anbietet, deren Verkehrsbelastung dem Aufkommen des früheren Holzhofs entspricht“, sagte Henle. Grundsätzlich stellte er in den Raum, dass die Firma Doppelmayr, sofern die Ansiedlung gelingt, auch Interesse an einem Bahnanschluss signalisiert habe.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass zunächst während der Anhörung alle relevanten Aspekte zum Klima- und Artenschutz aufgearbeitet werden können. Dazu zählen schon in dieser frühen Phase auch Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Von Götz Neugebauer (SPD) wurde außerdem auf die Nähe zum Flugplatz Unterzeil hingewiesen. Geprüft werden soll auch, in welchem Umfang zusätzlich bislang landwirtschaftliche genutzte Flächen für die geplante Ansiedlung herangezogen werden können. Großer Zeitdruck besteht für die Stadt nicht. Im Flächennutzungsplan ist das Areal bis 2030 als bestehende gewerbliche Baufläche bereits ausgewiesen. Doch jede Fläche für eine Gewerbeansiedlung sei willkommen, ohne dafür in nennenswertem Umfang weiteres Grünland opfern und Ausgleichsmaßnahmen ausweisen zu müssen.

Arbeitsplätze sollen geschaffen werden

Details über das Investitionsvolumen oder die Zahl der Arbeitsplätze, die in Leutkirch geschaffen werden sollen, nannte Doppelmayr-Sprecher Ekkehard Assmann am Dienstag noch nicht. „Dazu ist es zu früh.“ Er stellte allerdings klar, dass das Unternehmen bei seinen Planungen den Standort Leutkirch als Erweiterung sieht. „Es geht nicht darum, Arbeitsplätze zu verlagern.“ Erst vor Kurzem hat der Konzern in Wolfurt ein neues Verwaltungsgebäude für 450 Beschäftige errichtet. 55 Millionen Euro wurden dafür aufgebracht. Im Europa der Regionen sieht sich das Unternehmen in dem Dreiländereck Österreich, Schweiz und Deutschland „gut aufgestellt“. Auch eine mögliche Ansiedlung in Leutkirch bezeichnet Assmann als „klares Standortbekenntnis“. Schon jetzt beschäftige Doppelmayr hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Allgäu, „auf diese wichtige Ressource sind wir sehr stolz“.

Noch bildet das Geschäft mit Seilbahnen in Bergregionen den Schwerpunkt des Unternehmens. Stark angestiegen sei zuletzt die Nachfrage nach Produkten der Firma vor allem im asiatischen Raum. Wachstumspotenzial neben dem klassischen Geschäft sieht das Unternehmen auch im „urbanen Bereich“. Henle hatte darauf hingewiesen, Doppelmayr sehe außerdem in Materialtransportsystemen ein Geschäftsmodell mit Zukunft. „Ziel unserer Unternehmenspolitik ist, Reserven für zukünftige Entwicklungen zu schaffen“, sagte Assmann . Auch deshalb ist Leutkirch-Unterzeil ins Spiel gekommen, weil am Stammsitz in Wolfurt keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr in der Produktion bestehen.