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Narren haben in Leutkirch das Rathaus erobert

Leutkirch / Lesedauer: 2 min

Nibelgauer schicken Leutkircher Verwaltungsmitarbeiter und Gemeinderäte auf die Rutsche. Beim Narrengericht geht’s auch um den Namen der Mohrenbrücke.
Veröffentlicht:08.02.2024, 19:00

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Sie haben es wieder einmal geschafft: Die Narren sicherten sich am Gumpigen Donnerstag souverän den symbolischen Schlüssel des Leutkircher Rathauses. Bis zum Aschermittwoch regiert dort nun das Prinzenpaar der Nibelgauer Zunft. Traditionell wurden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie die Gemeinderäte über eine Rutsche auf die Marktstraße befördert.


In gewohnter Manier fuhren zunächst mehrere Narren eine Leiter aus, kletterten über den Balkon ins Rathaus und erbeuteten den Schlüssel. Thomas Blum, Präsident der Narrenzunft Nibelgau, kündigte derweil vor dem Gebäude an, dass die Narren dem „gesunden Büroschlaf“ ein Ende setzen werden. „Wir setzen die Bande ab und nehmen sie in den närrischen Arrest.“ Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle schwenkte sogleich die weiße Fahne.

Mehr als 200 Zuschauer

Anschließend schickten die Narren sowohl die Verwaltungsangestellten als auch anwesende Stadträte auf die Rutsche. Von den mehr als 200 Zuschauern - unter ihnen sehr viele Kinder - erhielten sie dafür kräftigen Applaus. Viel Beifall gab es auch für die „Spreeschepperer“ aus Berlin, die den Rathaussturm mit Guggenmusik vom Feinsten begleiteten.

Humorvoll wurde es dann auch bei den närrischen Anklagepunkten. Wie Thomas Blum vortrug, habe der „Oberschultes“ in den vergangenen Monaten wieder „viele Dinge zugelassen“. Kritik äußerte er zum Beispiel daran, dass es auf der Eislaufbahn in der Innenstadt „keine kollektiven Kürläufe“ von Vertretern der Verwaltung und des Gemeinderats gegeben hat. Offenbar habe sich niemand - auch mit Blick auf anstehende Wahlen - aufs Glatteis begeben wollen. OB Henle konterte: „Beim Schlittschuhlaufen beklagt ihr das Fehlen von OB und der Räte, der Grund ist einfach, wir schaffen von früh bis spät.“


Auch die Mohrenbrücke ist Thema

Ein großes Thema war beim Narrengericht unter anderem auch die Mohrenbrücke und die aufgekommene Diskussion, ob das Bauwerk umbenannt werden müsste. „Wir haben wirklich Probleme“, kommentierte der Narrenpräsident ironisch. Eine konkrete Idee für einen neuen Namen lieferte Henle augenzwinkernd selbst in seiner Verteidigungsrede: „Wir nennen die Brücke nun die Narrenbrücke zu Nibelgau, und ihr Narren habt dann ganzjährig eine Narrenschau.“