Ermittlungsfehler

Leutkircher Radsportler starb nach Einnahme von Epo-Präparat

Leutkirch / Lesedauer: 1 min

Ravensburger Oberstaatsanwalt räumt Ermittlungsfehler ein
Veröffentlicht:16.12.2012, 12:15
Aktualisiert:25.10.2019, 04:00

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Der Leutkircher Radsportler Frederik Zierke, der im September tot aufgefunden worden ist, hatte sich vor seinem Tod Neorecormon, ein Epo-Präparat, gespritzt. Das berichtet der Spiegel vorab. In dem Bericht ist auch von Ermittlungsfehlern der Polizei die Rede.

Zierke war einer der besten deutschen Amateur-Mountainbiker. Der 44-Jährige fuhr unter anderem mit dem früheren Telekom-Profi Kai Hundertmarck im Team. Gegenüber der Schwäbischen Zeitung hatte Zierke nach seinem Umzug von Frankfurt ins Allgäu gesagt: „Ich reize manche Dinge gerne aus und gehe an meine Grenzen.“

Zierke verstarb am 10. September 2012. In seiner Leutkircher Wohnung beschlagnahmte die Kriminalpolizei Ravensburg neben dem Epo-Präparat Neorecormon zahlreiche andere Dopingmittel. Darunter befanden sich das Anabolikum Winstrol, Testosteronampullen, das Herzmittel Corotrop sowie Caniphedrin, ein Präparat aus der Tiermedizin, das in der Doperszene als Stimmungsaufheller kursiert.

Den Computer und das Mobiltelefon Zierkes, die als wichtige Beweismittel für Ermittlungen gegen Zierkes Hintermänner und Kontaktleute in die Dopingszene hätten dienen können, konfiszierte die Polizisten nicht. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg, die als Todesursache „Verdacht auf Medikamentenmissbrauch“ notierte, stellte das Verfahren bereits einen Tag später ein.

Die Strafverfolger in Ravensburg unterließen es auch, wie vom baden-württembergischen Justizministerium vorgeschrieben, den Fall umgehend der Freiburger Schwerpunktstaatsanwaltschaft Doping zu melden.

Herbert Heister, Leitender Oberstaatsanwalt und Chef der Ravensburger Behörde, sagte dem Spiegel: „Ich will erst gar nicht nach einer Ausrede suchen, das ist ein klares Versäumnis meinerseits. Ich hätte die Freiburger Kollegen informieren müssen.“