Bundestrend

Leutkirch liegt im Bundestrend

Leutkirch / Lesedauer: 3 min

Bei der Europawahl kann die SPD gut fünf Prozent zulegen – FDP stürzt um zehn Prozent ab
Veröffentlicht:25.05.2014, 22:23
Aktualisiert:24.10.2019, 13:00

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Die CDU ist auch in Leutkirch mit 45,3 der Stimmen (3659 Stimmen) der klare Wahlsieger der Europawahl. Wenngleich sie ein leichtes Minus von 0,7 Prozent (minus 109 Stimmen) hinnehmen musste. Satte 5,2 (plus 1271 Stimmen) gegenüber 2009 packte in der Großen Kreisstadt dagegen die SPD drauf (15,7 Prozent, 1271 Stimmen). Ähnlich wie in der gesamten Republik stürzte dagegen die FDP in Leutkirch in die Bedeutungslosigkeit ab (3,2 Prozent, minus 10,7 Prozent).

Mit 5,1 Prozent landete die AfD auch in der Großen Kreisstadt einen Achtungserfolg. Nur minimal legte die ÖDP zu (plus 0,9 Prozent) und liegt nach dem vorläufigen Endergebnis derzeit bei 3,7 Prozent. Immerhin 320 Leutkircher gaben ihre Stimme den Freien Wählern (4,0 Prozent). 3,4 Prozent der Stimmen sicherte sich Die Linke. Mit 0,6 beziehungsweise 0,5 Prozent finden sowohl die Republikaner als auch die NPD in Leutkirch so gut wie keine Anhänger.

Über die stabile Wahlbeteiligung in Höhe von 50,2 Prozent bei insgesamt 16676 Wahlberechtigten zeigte sich Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle am Sonntagabend zufrieden. Positiv wertete das Stadtoberhaupt, dass rechte Parteien „keine Rolle spielen“. In Sachen FDP sprach Henle von „Absturz“. Wahlgewinner in Leutkirch aus Sicht Henles: die SPD. „Auch bei uns hat sich die Spitzenkandidatur von Martin Schulz positiv ausgewirkt“, resümierte er. „Stabil gehalten“ hätten sich dagegen die CDU sowie die Grünen.

Joachim Krimmer , Fraktionsvorsitzender der CDU im Leutkircher Gemeinderat, zeigte sich mit dem Ergebnis seiner Partei zufrieden: „45 Prozent finde ich sehr gut“, kommentierte er das Leutkircher Ergebnis für die CDU. Spannend blieb am Sonntagabend die Frage, ob der Pfullendorfer Norbert Lins, auf Platz vier der CDU-Landesliste platziert, den Sprung ins Europaparlament schafft. Krimmer hofft sehr darauf: „Wir brauchen solche Leute in Brüssel.“

CDU-Mann hofft für Grünen-Frau

Waldemar Westermayer, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, ist nicht nur mit dem Ergebnis für seine Partei zufrieden, sondern freut sich auch, dass die Wahlbeteiligung in Leutkirch über dem Bundesdurchschnitt liegt. „Unser Ergebnis zeigt, dass man der CDU zutraut, dass sie die Probleme in Europa lösen kann“, sagt Westermayer, blickt aber auch über Parteigrenzen hinweg. Er würde sich freuen, wenn Maria Heubuch für die Grünen ins EU-Parlament einziehen würde. Die Bäuerin aus Luttolsberg und er lägen in der Agrarpolitik nicht weit auseinander: „Wir setzen uns beide besonders für Familienbetriebe ein.“

Die SPD, die bundesweit einen Zuwachs von 6,8 Prozent verzeichnen kann, hat bei der Europawahl auch in Leutkirch zugelegt, wenngleich nicht ganz soviel. „Ich freue mich über den Zuwachs von 5,2 Prozent“, sagte Jochen Narr, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, „aber das Ergebnis ist kein Grund zum Jubeln.“

Schon gar keinen Grund zum Jubeln hat man aktuell bei der FDP. Daniel Gallasch, der seine Partei im Ravensburger Kreistag vertritt, zeigt sich vom Zehn-Prozent-Absturz „nicht wirklich überrascht“. Bei der Ursachenforschung erinnert er an die „Vorgeschichte“ – sprich die Bundestagswahl 2013 mit ebenfalls rund zehn Prozent Verlusten. „Der Wiederaufbau geht nicht von heute auf morgen“, macht Gallasch klar, räumt aber auch ein, dass die FDP im Europawahlkampf „nicht besonders wahrgenommen“ worden sein.

Gottfried Härle von den Grünen hält das Wahlergebnis seiner Partei für „sehr erfreulich und respektabel“, insbesondere für Leutkirch und speziell vor dem Hintergrund der Bundestagswahl von 2013. Er hoffe nun, dass Maria Heubuch „den Sprung nach Straßburg“ schafft: „Das wäre ein Gewinn für unsere Region.“ Kritisch betrachtet Härle das gute Abschneiden der AfD: „Das macht die Arbeit in Straßburg nicht leichter.“