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Betreuungssituation

Alter Kindergarten in Adrazhofen wird wiederbelebt

Leutkirch / Lesedauer: 2 min

Die Betreuungssituation in Leutkirch ist weiterhin angespannt. Jetzt soll es für 2024 eine neue Übergangslösung geben.
Veröffentlicht:03.12.2023, 15:00

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Im Sommer ist der Kindergarten St. Martin offiziell in das neue Gebäude in Tannhöfe umgezogen. Seither steht die alte Unterbringung in Adrazhofen leer. Allerdings nicht mehr lange. Denn der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine Interimslösung beschlossen. So soll im Gebäude kurzzeitig wieder eine Kindergartengruppe betreut werden.

Die Situation bei der Kinderbetreuung in Leutkirch ist weiterhin angespannt. In erster Linie für die Einrichtungen in der Kernstadt gibt es Wartelisten. Vor allem mit dem geplanten Kindergarten im Neubaugebiet „Ströhlerweg“ soll sich die Lage verbessern. Der Haken: Vor 2025 wird dort keine Betreuung möglich sein.

Gemeinsamer Umzug 2025

Um den Zustand bis dahin zu entspannen, soll im alten Kindergartengebäude in Adrazhofen nun doch wieder eine Gruppe untergebracht werden - mit der Stadt Leutkirch als Träger. Diese Kinder sowie auch das Personal, das neu eingestellt wird, sollen dann 2025 gemeinsam in die neue Einrichtung im Gebiet Ströhlerweg umziehen. Anschließend soll der Kindergarten in Adrazhofen endgültig geschlossen werden, kündigt Margot Maier an, die bei der Stadtverwaltung für dieses Thema zuständig ist.

Der früher beginnende Betrieb in Adrazhofen hätte auch den Vorteil, dass schon frühzeitig ein Mitarbeiterstamm aufgebaut werden kann. Das Team könne sich auf diese Weise unter anderem bereits Gedanken über die Konzeption sowie die Ausrichtung der neuen Einrichtung machen - und sich möglicherweise bei der Gestaltung des neuen Gebäudes am Ströhlerweg einbringen. Wie Maier weiter ausführt, sei zudem die „spätere Altersdurchmischung ausgewogener, wenn bereits ältere Kinder vorhanden sind.“

Betriebserlaubnis nur kurzzeitig

Um zu klären, ob das alte, sanierungsbedürftige Kindergartengebäude überhaupt wieder genutzt werden kann, fand nach Angaben von Maier eine Begehung mit einer Mitarbeiterin des Kommunalverbands für Jugend und Soziales statt. Dabei sei eine kurzzeitige Betriebserlaubnis - allerdings nur mit einer Gruppe - in Aussicht gestellt worden. „Es müssten lediglich wenige kleinere bauliche Maßnahmen durchgeführt werden“, schreibt Maier in ihrer Sitzungsvorlage.

Aus dem Gemeinderat gab es auf diese Pläne durchweg positive Resonanz. So sprach etwa Brigitte Schuler-Kuon (Unabhängige) von einer „super Idee“, Walter Braun (Freie Wähler) lobte das Vorhaben als einen „tollen Vorschlag für die Entwicklung des neuen Kindergartens“.

Vereinzelt freie Plätze

Zudem drückte Waldemar Westermayer (CDU) seine Zustimmung aus - verbunden mit der Frage nach der aktuellen Warteliste für Betreuungsplätze in Leutkirch. Margot Maier entgegnete, dass es einerseits die Wartelisten gebe, andererseits aber in Gebrazhofen sowie in einem Naturkindergarten vereinzelt Plätze frei sind. „Eltern mit großer Not fahren in die Ortschaften“, sagt Maier. Anderen sei dieser Weg zu weit.

Für einige der betroffenen Eltern ist die Strecke nach Adrazhofen unter Umständen deutlich kürzer. Läuft bei den Vorbereitungen alles glatt, könnte die Interimslösung im Frühjahr 2024 beginnen.