Baugesuch

1500 Unterschriften und 150 Aktenordner

Leutkirch / Lesedauer: 3 min

Center Parcs übergibt der Leutkircher Stadtverwaltung am Donnerstag das Baugesuch
Veröffentlicht:30.06.2016, 18:17
Aktualisiert:23.10.2019, 14:00

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Langweilig wird es in den kommenden Monaten im Bauamt der Stadt Leutkirch nicht. In 150Aktenordnern stecken die Details zum Baugesuch für den Ferienpark auf dem Gelände des früheren Munitionslagers im Urlauer Tann. Am Donnerstag wurden die letzten von 1500 Unterschriften durch Frédéric Durousseau, den Europachef des Tourismuskonzerns Center Parcs, geleistet – mit einem Kuli der „Schwäbischen Zeitung“.

„Das ist ein großer Schritt für uns alle“, sagt Frédéric Durousseau im historischen Sitzungssaal des Rathauses. Kurz nach 9 Uhr ist der formelle Akt des Baugesuchsverfahrens beendet. Schon am Mittwoch hatte Durousseau mit dem Unterschreiben begonnen. Läuft alles nach Plan, soll Ende September die Baugenehmigung für das Zentralgebäude und die 750 von 1000 geplanten Ferienhäusern vorliegen. Fünf Hauptverfahren sind dazu nötig, um auch Fragen des Wasser- und Naturschutzrechts abzubilden. „Die Auflagen sind streng“, betont Durousseau. So musste er noch am Donnerstag auf vermeintlich schon fertigen Anträgen sei Signet ein weiteres Mal setzen.

Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle strahlt an diesem Vormittag. Er stellt zwar klar, dass seine Verwaltung in den kommenden Monaten mit Vorrang das jetzt fertige Baugesuch bearbeiten werde: „Das ist eine große Herausforderung.“ Ziel sei aber auch, dass die normalen Anträge, die bei der Stadt eingehen, nicht zu lange liegen bleiben. Noch im Herbst soll der Spatenstich für das Hauptgebäude erfolgen. Die Eröffnung des Parks ist für Ende 2018 vorgesehen. Komplett fertiggestellt sein wird er voraussichtlich dann aber noch nicht. Erst vor wenigen Wochen war es Center Parcs geglückt, die noch fehlende Finanzierung für 250 besonders komfortable Ferienhäuser im nordöstlichen Teil des Parks sicherzustellen. Damit liegt das Gesamtinvestitionsvolumen bei 350 Millionen Euro. „Das ist die derzeit größte in Europa geplante Tourismusinvestition“, versichert Frank Daemen , der Deutschland-Chef von Center Parcs.

Keine Kopien früherer Anträge

„Leutkirch wird unser Leuchtturmprojekt“, sagt Durousseau, der aus Paris anreiste. In den Wochen zuvor hatte er allerdings über Videoschaltungen häufig schon Kontakt ins Allgäu gehabt. Mit diesem Ferienpark werde sein Konzern neue Maßstäbe setzen. Auch Frank Damen weist darauf hin, dass sich in den vielen Aktenordnern, die jetzt von Bauamtschef Roland Wagner und seinem Stab abzuarbeiten sind, keine Kopien von früheren Anträgen befinden: „Die Zeiten haben sich geändert. Wir haben in unseren Schubladen keine fertigen Pläne, die wir nur abändern.“

Daemen verweist anfangs auf die heutzutage viel stärker nachgefragte Versorgung mit digitalen Kommunikationsmöglichkeiten und endet mit den besonderen Vorgaben für die im Allgäu zu erwartende Schneelast auf allen Gebäuden. „Kein Park gleicht dem anderen“, sagt der Manager, der regelmäßig im Allgäu nach dem Rechten schaut. In Dim Hemeltjen hat allerdings der verantwortliche Projektmanager bereits fest in Leutkirch ein Büro bezogen. Daemen spricht auch von einer sogenannten Storyline, die für jeden Center Parcs individuell ausfalle, und davon, dass sein Konzern bei der Gestaltung des Designs für die Innenausstattung der Ferienhäuser aktuelle Trends aufnehmen wolle. Neu, modern, trendig soll der Park werden.

Alles Zukunftsmusik. Vorerst wird mit einem symbolischen Spatenstich noch im Herbst für das Hauptgebäude geplant. Im Laufe des Augusts soll noch einmal für die Bevölkerung ein Tag der offenen Tür angeboten werden, um die bis dann schon geleisteten Arbeiten besichtigen zu können. „Transparenz ist uns wichtig“, sagt Frank Daemen.

Längst haben auf dem Gelände die Vorbereitungen begonnen. Der Kampfmittelräumdienst ist unterwegs. Es gab erste, genehmigte Rodungen. Schon im Sommer soll der Rückbau einzelner Bunkeranlagen angegangen werden. Die Zufahrtsstraße soll hergerichtet werden. Lagerplätze auf dem Gelände müssen errichtet werden. Schon am Donnerstagabend fand ein Treffen mit den Anliegern statt. „Da müssen alle Rädchen zusammenpassen“, sagt Hans-Jörg Henle.