Gemarkung

100 Stunden Arbeit für ein Kreuz

Kißlegg / Lesedauer: 2 min

Restauriertes Arma-Christi-Kreuz wirdam Freitag in Rahmhaus eingeweiht
Veröffentlicht:31.05.2016, 18:11
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Über 150 Kreuze befinden sich auf der Gemarkung der Gemeinde Kißlegg. 135 davon füllen die Schnellhefter des Kißlegger Ortsheimatspflegers Heinz Linder . In mühevoller Kleinarbeit sammelt und dokumentiert er seit Jahren den Bestand sowie den Zustand der Kreuze. Aufnahmeblätter, ausführliche Beschreibungen und Dokumentationen für das Denkmalamt, Notizen über notwendige Reparaturen sowie umfangreiches Bildmaterial hat der ehemalige Sparkassendirektor Linder sorgfältig archiviert. „Die Kreuze sind in Ihrer Art und Verarbeitung höchst unterschiedlich“, erzählt Linder. „Bei Dreien handelt es sich um sogenannte Arma-Christi-Kreuze, also Kreuze, bei denen zusätzlich zum Korpus Christi die Leidenswerkzeuge bei der Kreuzigung beigefügt sind.“

Ein aufwendig restauriertes Arma-Christi-Kreuz wird am Freitag, 3.Juni, um 19.30 Uhr in Rahmhaus durch Pfarrer Robert Härtel eingeweiht. Das Wegkreuz wurde erstmals im Mai 2008 von Ortsheimatpfleger Linder an seinem Standort fotografiert. Damals unter dem Vermerk: Zustand schlecht – unbedingt renovieren. Dies leitete der Ortsheimatpfleger in die Wege, er stellte sich um Zuschussanträge und sprach mit den Eigentümern. Einige Jahre sowie 100 Arbeitsstunden des Teams um Flaschnermeister Wolfgang Huber und Kirchenmalerin Ruth Welte liegen seit diesem Tag zurück. Aufwendig wurden die Leidenswerkzeuge (darunter unter anderem eine Zange, der Hahn als Zeichen der Verleugnung Jesu durch Petrus, ein Beutel mit Silberlingen des Judas, eine Lanze, ein Kelch als Symbol für den Kelch des Leidens sowie eine Leiter) vom Rost befreit und restauriert. 4250 Euro der Gesamtkosten von knapp 7000 Euro kamen durch Zuschüsse und Spenden (Gemeinde Kißlegg, Landratsamt Ravensburg, Heimatverein Kißlegg, KSK Ravensburg, Diözese Rottenburg sowie eine private Spende) zusammen.

Bereits vor mehreren Jahren hatte Heinz Linder ein Kreuz restaurieren lassen. Fährt man von Kißlegg auf der L265 in Richtung Autobahn, sieht man auf der linken Seite, auf Höhe des Ortseinganges von Zaisenhofen, wohl eines der schönsten Arma-Christi-Kreuze in der Region. Dreißig Jahre lang lag dieses Kreuz unbeachtet in einer Kiesgrube. Letztendlich war es den Nachforschungen Heinz Linders zu verdanken, dass das Kreuz in seinem damals desolaten Zustand gefunden wurde und aufwendig restauriert werden konnte. Am 13. Oktober 1996 wurde das restaurierte Kreuz durch Pfarrer Krieger eingeweiht. Bis heute ist es ein Hingucker am Wegesrand.

Alle interessierten Bürger sind zur Einweihung am Freitag, 3. Juni, um 19.30 Uhr in Rahmhaus (Biobauernhof der Familie Weiland, zwischen Immenried und Eberharz) eingeladen.