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Jede Woche eine andere Darstellung der Barockkrippe in Legau

Leutkirch / Lesedauer: 2min

Figuren stammen aus dem Kloster Rot an der Rot
Veröffentlicht:04.12.2023, 12:57
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Beginnend mit dem dritten Adventsonntag ist die aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammende prächtige Barockkrippe in der Pfarrkirche Legau wieder aufgebaut. Die 117 etwa 40 cm hohen, voll beweglichen Figuren wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts gefertigt und stammen aus dem Prämonstratenser Kloster in Rot an der Rot. Nach Legau kamen sie um 1810. Bis zum 4. Februar können wieder die wöchentlich wechselnden Darstellungen besichtigt werden.

Nach der ersten Darstellung, der Verkündigung, am dritten Adventsonntag, kann an Weihnachten das Geschehen der Geburt Christi im barocken Glanz bestaunt werden. Eng wird es dann an Neujahr, vor allem auf den oberen Ebenen des Krippenbergs, wenn die Hl. Drei Könige mit ihrem imposanten Gefolge bereits im Anmarsch sind, um sich dann in der vierten Darstellung gemeinsam zur Anbetung des Kindes am Stall zu treffen. In der fünften Darstellung wird dann auch schon das Leben der Hl. Familie in Nazareth präsentiert. Nochmals sehr festlich wird es in der sechsten Darstellung bei der Hochzeit zu Kana. Ein prunkvoller Hochzeitssaal, mit Musikpavillon, eine betriebsame Küche, eine Metzgerei und eine Küferei - in dieser Darstellung können viele kleine Einzelheiten ausgekundschaftet werden. Zum Abschluss wird die Aufopferung Jesu im Tempel zu sehen sein.

Moritz Heckler schreibt im Krippenführer: Bei der Bekleidung der Figuren folgten die spätbarocken Künstler bestimmten Regeln. Dies ist vor allem bei den biblischen Figuren zu beobachten, sie wurden für den damaligen Zeitgeschmack altertümlich und sehr wertvoll eingekleidet. Mit dem prächtigen Gewand sollte die Besonderheit und die Würde der heiligen Personen zum Ausdruck gebracht werden. Die übrigen Figuren tragen eine Kleidung, die geprägt ist von der strengen Ständeordnung des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Da sind die Kavaliere und Hofschranzen, mit einer Bekleidung, wie sie an den Fürstenhöfen üblich war. Daran angelehnt ist die etwas einfachere Bürgerkleidung. Volkskundlich besonders aufschlussreich sind aber vor allem die Handwerker und Bauern, tragen sie doch Gewänder wie sie Mitte des 18. Jahrhunderts in unserer Gegend üblich waren.

Es lohnt sich also sicher in der Weihnachtszeit, wieder des Öfteren einen Abstecher in die Legauer Pfarrkirche zu machen - gibt es doch wöchentlich auch immer wieder viel neues in den verschiedenen Darstellungen zu entdecken.


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