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Felderhalde

Wintersportsaison in Isny startet

Isny / Lesedauer: 3 min

In Isny beginnt die Wintersportsaison mit Rodeln, Langlauf und Ski Alpin. Zum Einsatz kommt erstmals eine neue Kunstschneevariante an der Felderhalde.
Veröffentlicht:01.12.2023, 17:00

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Am Langlaufstadion in Isny ist schon seit Mitte der Woche das leise Gleitgeräusch der Langläufer zu hören, die dort ihre Runden drehen. An der Felderhalde waren die ersten Schneeflocken kaum auf dem Rodelhang angekommen, als schon die ersten Kinder hinabrutschten. Der Liftbetrieb und die Skikurse an der Felderhalde starten am zweiten Dezemberwochenende. Am Rodelhang kommt am 5. Dezember der Nikolaus zu Besuch.

Das Langlaufstadion liegt nur 45 Meter höher als die Isnyer Innenstadt. Das hat Erhard Pferdt von der Schneelage her gereicht, drei Loipen weltcupgerecht zu spuren. Auf der Gschwendloipe, im Langlaufstadion selbst und auf der Argenloipe können die Wintersportler schon ihre Runden drehen. Ein paar Höhenmeter weiter unten, Richtung Innenstadt, an der Felderhalde stehen die Liftbetreiber in den Startlöchern. Der Naturschnee reiche aber noch nicht, sagt Roland Vogel, der Betriebsleiter der Max-Wild-Arena.

Am 8. Dezember startet die Skisaison

Vogel ist in diesem Jahr nicht nur auf den Schnee von oben und aus den Schneekanonen angewiesen. Neben der Schönegger Käse-Alm steht ein zwölf Meter langer Container mit der Aufschrift „KTI SnowPro“, der den Wintersportbetrieb an der Felderhalde ab sofort schneesicher macht – ganz egal, wie kalt es ist.

Gerade weil im vergangenen Jahr der Liftbetrieb mit nur 55 Betriebstagen eher durchschnittlich war, sagt Vogel: „Es ist ein Riesenglück, dass wir so etwas jetzt in Isny haben.“ Er sorgt mit seinem Kollegen Benedikt Niebergall seit Jahren für gute Wintersportbedingungen. Stellvertretend für alle Gesellschafter der Familienskilifte der Max-Wild-Arena freut sich Klaus Geißler-Hauber aus Oberstaufen: „Am 8. Dezember starten wir in die Skisaison bis zum Ende der Faschingsferien.“

Der Skilehrer und Bike-Sport-Experte aus Oberstaufen ist genauso neu im Team, wie die moderne Eisanlage. Er bietet in Zukunft täglich Skikurse an, der Container produziert filigrane Eisplättchen für die Pisten dazu.

Technisch funktioniert das so: In drei Behältern im Inneren des Containers läuft fünf-Grad-warmes Wasser an kalten Wänden herunter. Anschließend kratzen scharfe Messer die Eisschicht ab. Eine mechanische Schnecke zerstückelt das Gebilde – fertig ist der Crushed-Ice-Schnee. Beim Testgriff ist das Ergebnis etwas schwerer und kompakter als der frisch gefallene Naturschnee. Dafür fliegt er punktgenau über ein langes Rohr auf die Skipiste. Energieverbrauch? „Unterm Strich derselbe wie mit einer Schneekanone“, sagt Geißler-Hauber, der mit einem ähnlichen System im Skigebiet in Steibis in den letzten Jahren „nur gute Erfahrung“ sammeln konnte.

Den Samen für die Zukunft legen

Marc Rudhart, der im Februar aus der Gesellschaft ausgestiegen ist, zeigte sich erfreut von der professionellen Entwicklung an seinem Skischul-Hausberg. Normalerweise stünden solche Anlagen, wie die der Firma KTI-Plersch aus Balzheim (Kreis Biberach) ausschließlich in großen Skigebieten (Winterberg) oder in Skihallen rund um den Globus.

Die beiden freuen sich dieses Jahr besonders auf Skikurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die ganz sicher auch über Weihnachten und in den Faschingsferien stattfinden können. Die Skilehrer der beiden Skischulen bieten den ganzen Winter über täglich und flexibel Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene an. „Das ist der Hauptgrund für das Engagement aller Beteiligten“, erklärt Geißler-Hauber: „Wir möchten in Isny weiter den Samen für den Skisport der Zukunft legen.“ Nirgendwo sonst gäbe es ein Skigebiet, das praktisch mitten in der Stadt und trotzdem so idyllisch liegt.

Auch KTI-Plersch war vom Standort begeistert. „Wir werden das als eine Art Showroom nutzen“, heißt es seitens der Geschäftsleitung. In erster Linie gehe es aber um den Erhalt des Skibetriebs in der Wintersport Stadt Isny. Dafür stellt die Firma die Anlage, die mehrere hunderttausend Euro wert ist, kostenlos zur Verfügung. Im Moment sei der Aufbau noch provisorisch. Für die Testphase haben die Betreiber den Container auf dem Parkplatz der Schönegger Käsealm abgestellt, nächstes Jahr soll die Anlage dann Richtung Pumpstation am Waldbad umziehen.