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Tüftler aus der Region

Wie die Firma Vecnum aus Isny die Fahrradwelt verändert

Isny / Lesedauer: 3 min

Marcell Maier aus Isny ist begeisterter Biker. Seine Leidenschaft fürs Fahrrad hat die Firma Vecnum entstehen lassen.
Veröffentlicht:07.12.2023, 19:00

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Eine der Firmen in Isny, von der die meisten vermutlich noch nie gehört haben, ist die Vecnum GmbH. Der Unternehmerstammtisch von Isny Aktiv besuchte Inhaber Marcell Maier in seinem neuen Firmengebäude am Angelehof und bekam interessante Einblicke in die Welt des Radsports – nicht nur für Profis, sondern vor allem für ambitionierte Hobbyradfahrer.

Der gebürtige Isnyer Marcell Maier ist auf dem Heslerhof aufgewachsen, und auch in ihm scheint das Unternehmer-Gen der Gebrüder Maier zu stecken. Seine Brüder Clemens und Gregor sind die Vorreiter in Sachen Biogasanlagen.

Marcell Maier ist begeisterter Biker, seit er nach seinem Ingenieursstudium in Pfronten bei Deckel Maho ein Traineeprogramm durchlaufen hat. Dort fertigte er unter anderem Hochpräzisionsteile für die Luft- und Raumfahrt. Als er 2014 seine Firma, die Vecnum GmbH gründete, nutzte er das Wissen aus der Luftfahrtbranche und seine Leidenschaft für Präzision, für die Entwicklung einer verstellbaren Sattelstütze, mit den Produktnamen „moveLOC“ und „Nivo“.

Eine verstellbare Sattelstütze

Maier startete sein Unternehmen anfangs als Ein-Mann-Betrieb. Mittlerweile besteht das Vecnum-Team aus fünf Mitarbeitern und bei Bedarf auch Minijobbern, die alle die Passion fürs Bike und die Leidenschaft für Technik mitbringen. Beim Fahren von Downhillstrecken sei ihm die Idee gekommen, dass eine schnell, über einen Bowdenzug verstellbare Sattelstütze, ein praktisches Zusatzteil für Mountainbiker sein könnte, das heißt, ohne Absteigen die Höhe des Sattels verändern zu können, erklärt Maier den Unternehmerstammtischlern.

„Etwa 80 Einzelteile stecken in der verstellbaren Sattelstütze“, zeigt Maier die zum Teil winzigen Schräubchen der Feinmechanik und den Dämpfer. Das 3-D-geschmiedete Basisteil, die eigentliche Sattelstütze, lasse er sich aus Taiwan liefern, da er in Deutschland keine geeigneten Hersteller fand. Zunächst versuchte er die gesamte Sattelstütze dort herstellen zu lassen. Das habe aber nicht funktioniert, da es doch ein sehr komplexes Teil sei und sowohl sein Qualitätsanspruch als auch der seiner Kunden sehr hoch sei.

Vor Ort in Isny habe er alles im Blick und könne bei Bedarf besser an Weiterentwicklungen arbeiten, erklärt er. „Unsere Kunden können sich darauf verlassen, höchste Qualität zu bekommen“, zeigt er bei der Führung durch die Werkstatt auf eine selbstgebaute Testanlage. Hier testet er Teile aus der laufenden Produktion auf ihre Haltbarkeit bei Extrem- und Dauerbelastungen.

Der Trend geht zum Gravelbike

Vor einiger Zeit sei der Trend zum Gravelbike aus den USA herübergeschwappt, erklärt Maier an einem Fahrrad. Es ist von der Basis her ein Rennrad, hat aber breitere Reifen, damit man auch Schotterstrecken gut zurechtkommt. Vorteil: Das Gravelbikes ist mit rund acht Kilogramm ein echtes Leichtgewicht. Während ein Mountainbike schon einmal das doppelte wiegen kann. Es hat, im Gegensatz zum Mountainbike, aber keine Federung. Maier wäre nicht Maier, wenn er nicht auch hierfür eine Lösung hätte: Seine zweite Erfindung ist ein Dämpfer der an den Vorbau des Lenkers angebaut wird. Sein „freeQuence“-Dämpfer habe den Vorteil, erklärt er, dass die Handgelenke geschont werden.

Prinzipiell passen seine Erfindungen an jedes Fahrrad, sagt Maier. Denn hier gäbe es, im Gegensatz zum Automobilbau gewisse Standards, die dies ermöglichen. Und falls nicht, fertigt er die passenden Reduzierstücke gleich mit. In seiner Werkstatt stehen die entsprechenden Metallbearbeitungsmaschinen, mit denen er flexibel auf die jeweilige Marktlage reagieren kann.