Festakt

Vorbeugen ist der bessere Weg

Isny / Lesedauer: 3 min

Reha-Klinik Überruh lädt zum „Markt der Möglichkeiten“ der Gesundheitsförderung ein
Veröffentlicht:30.09.2018, 16:25
Aktualisiert:22.10.2019, 15:00

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Anlässlich des Deutschen Reha-Tages hat die Reha-Klinik Überruh – einen Tag vor dem Festakt „110 Jahre Überruh“ – die Öffentlichkeit zu einem „Markt“ gesundheitsfördernder Empfehlungen und Angebote in der Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung (DRV) eingeladen.

Reges Interesse war vor allem von Seiten der aktuellen Reha-Patienten im Haus zu verzeichnen. Die Teilnahme von außerhalb ließ zu wünschen übrig. Dabei geht das „Zauberwort“ Prävention eigentlich jeden Menschen an, nicht erst wenn Reha unausweichlich geworden ist.

Gesund bleiben, möglichst bis ins hohe Alter, so ist es die Absicht. Wer den Markt der Möglichkeiten erlebt hat, hat zweierlei erfahren: Jeder kann selbst sehr viel dazu beitragen, entweder gesund zu bleiben – oder krank zu werden. Beides sei eben nicht nur Schicksal. Zweitens bietet die DRV eine Fülle gesundheitsunterstützender, präventiver Angebote.

Belastungen steigen

Die steigenden Belastungen im Beruf und auch die stetige Zunahme chronischer Erkrankungen erfordere immer mehr auch eine Vernetzung aller Partner, die an der Gesundheitsförderung der Bevölkerung beteiligt sind. „Es ist der gesellschaftliche Auftrag unserer Klinik, in die Öffentlichkeit zu gehen, um eine stärkere inhaltliche, fachliche und konzeptionelle Vernetzung aller beteiligten Akteure zu erreichen, zu einer sich gegenseitig ergänzenden Bewusstmachung notwendiger gesundheitlicher Prävention für den Alltag und den Beruf“, so formuliert es die stellvertretende kaufmännische Leiterin der Überruh, Dagmar Czerwinka.

Der Besucher begegnete auf dem Markt zuerst dem DRV-Stand, der seinen Versicherten die Maßnahme „Prävention Kompakt“ in einer ihrer neun Kliniken in Baden-Württemberg anbietet. Menschen mit Bewegungsmangel, Gewichtsproblemen, Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, stressigem Arbeitsplatz, hoher psychischer Belastung, erfahren dabei nachhaltige Hilfe. Die DRV kommt für die Kosten auf und sorgt für die Lohnfortzahlung. Am Stand daneben konnte man in den Alterssimulationsanzug hineinschlüpfen und am eigenen Leib erleben wie schwierig das Leben im Alter einmal sein wird, wenn man nicht vorgesorgt hat.

Die Ernährungsberaterin Sarah Mohr gibt keine allgemeingültigen Ratschläge, weil dazu sehr viele und sehr individuelle Faktoren herangezogen werden müssten. Grundsätzlich dürfe man halt nur so viele Kalorien zu sich nehmen wie sie der Körper auch verbraucht. Für Übergewichtige sei häufig die Logi-Kost ratsam, präventiv förderlich sei die mediterrane Küche.

Renate Schönenberger und Lilia Ließ sind die Ansprechpartner des Selbsthilfe-Netzwerks im Landkreis, das die circa 130 verschiedenen Selbsthilfeangebote bündelt und die jeweiligen Ansprechpartner nennen kann. Es gab Nischen auf dem Markt, in denen man seine Geschicklichkeit testen konnte oder in Übungen zu verbesserter Konzentration oder Entspannung am Arbeitsplatz eingewiesen wurde.

Die Sozialberaterin der Überruh, Andrea Untermarzoner bearbeitet ein weites Feld. Sie sei „die Brücke nach draußen“, so beschreibt sie ihre Aufgabe. „Wenn der Arzt bei der Aufnahme eines Patienten in die Klinik neben dem Therapieplan auch Sozialberatung anordnet, heißt das meistens, dass der Betreffende nicht mehr in seinen seitherigen Beruf und Arbeitsplatz zurück kann.“ Dann müsse man im Gespräch einen Weg suchen, möglicherweise sei eine Fortbildung oder Umschulung nötig – immer in Trägerschaft der DRV. Das Stephanuswerk in Isny sei hierfür der erste Ansprechpartner. Dort gehe es dann darum, herauszufinden, wo alternative Fähigkeiten und auch Interessen liegen. Die Wege zu guten Lösungen seien immer sehr individuell. Selten finde man keine akzeptable Lösung. Und oft stehe am Ende sogar Begeisterung, mindestens Zufriedenheit. Frühverrentung sei immer der allerletzte Schritt.