Sommerskispring

Sommerskispringen mit Gebäudepremiere

Isny / Lesedauer: 3 min

140 Nachwuchssportler auf den Schanzen des WSV Isny in Großholzleute
Veröffentlicht:04.07.2022, 09:00
Aktualisiert:04.07.2022, 12:14

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Seine erste Bewährungsprobe im Wettkampf-Betrieb hat das neue Schanzengebäude des Wintersportvereins Isny (WSV) in Großholzleute am vergangenen Wochenende bestanden: Die Nachwuchsspringen um den „Dr.-Franz-Immler-Pokal“ auf den grünen Matten gingen bei hochsommerlichen Temperaturen reibungslos über die Bühne, Organisatoren wie Gäste und Zuschauer erlebten zwei rundum spannende und gelungene Tage.

Tom Maus , Vorsitzender des WSV, merkte nicht ohne Stolz an, dass die Anlage am Hasenberg dank des langjährigen Engagements vieler Vereinsmitglieder und auch der finanziellen Unterstützung aus dem Isnyer Rathaus nur eine von fünf in ganz Deutschland sei, auf der Wettkämpfe aller Altersgruppen im Nachwuchsbereich in dieser sportlichen Qualität ausgerichtet werden können. Mithin seien die Schanzen die einzigen in Baden-Württemberg überhaupt und würden gerne auch von Sportlern aus der bayerischen Nachbarschaft genutzt, weil gravierende Baumängel an den Mattenschanzen im Skisprungstadion in Oberstdorf dort Trainings und Wettkämpfe aktuell unmöglich machen.

Teilnehmer zwischen zwölf und 42 Jahren

Die jüngsten Teilnehmer entstammten in Großholzleute am Samstag und Sonntag dem Jahrgang 2014, aber auch Isnyer „Lokalmatadore“ wie Johann Würtenberger, 42 Jahre alt, ließen es sich nicht nehmen, als „Alt-Adler“ außer Konkurrenz noch einmal vom K 60-Backen zu gehen. Hinter vorgehaltener Hand wurde an der Schanze sogar über die mögliche Ausrichtung eines „Ehemaligen-Cups“ spintisiert, zumal der WSV Isny mit Maxi Mechler, Peter Rohwein, Michael Loskarn oder Michael Schiele, um nur einige wenige Namen zu nennen, Skispringer hervorgebracht hat, die national und international in der Vergangenheit mindestens an der Elite geschnuppert haben.

„K 60“ bedeutet den „Konstruktionspunkt“ der größten Schanze in Großholzleute, für Laien erklärt jene Sprungweite, ab der die Landung wegen den Schwer- und Fliehkräften kritisch werden könnte. Die Rekordweite am Hasenberg beträgt 72 Metern, erklärte der Stadionsprecher den Zuschauern, die am Sonntagmittag wagemutige Sprünge zwischen 36 und 63,5 Metern (letzteres von Arne Holz, SC Degenfeld) beobachten konnten.

Internationales Teilnehmerfeld

Höchst erfreut war WSV-Vorsitzener Tom Maus vor allem über das Teilnehmerfeld: Knapp 140 Nachwuchsspringer aus 16 baden-württembergischen, bayerischen und auch österreichischen Vereinen aus Vorarlberg maßen sich in Großholzleute. Dabei konnten die Sprünge erstmals von der Zuschauerterrasse des Funktionsgebäudes verfolgt werden, an dem WSV-Freiwillige seit gut zwei Jahren bauen. Appetitanregend umwabert wurden die Wettkämpfe von Düften der original Thüringer Rostbratwürste, die der Isnyer Reinhard Witter aus dem Ursprungs-Bundesland mitgebracht hatte und fachkundig zubereitete.

Maus blickte vor Ort auch voraus, dass zum „Schülercup“ Anfang September, dem nächsten Großereignis auf der Skisprunganlage am Hasenberg, das Schanzengebäude baulich weitere Fortschritte gemacht haben soll. Mit dem aktuellen Rohbau-Zustand bei blanken Fußböden und Wänden oder noch fehlenden Zimmertüren arrangierten sich die Sportler und Gäste bestens, wie an Isomatten oder Schlafsäcken in den Räumen zu sehen war. Zumal die Sanitäranlagen bestens funktionieren und penibelst sauber gehalten wurden – von ehrenamtlichen guten Geistern des WSV Isny.