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Kommunalwahl 2024

Parteien auf Kandidatensuche: „Isny braucht eine Frischzellenkur“

Isny / Lesedauer: 4 min

In Isny sind die Parteien auf Kandidatensuche. Im Juni 2024 findet die Kommunalwahl statt.
Veröffentlicht:03.12.2023, 10:00

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Wie wird in Isny wohl der Gemeinderat nach der Kommunalwahl im kommenden Juni aussehen? Diese Frage stellen sich schon Monate vorher besonders diejenigen, die gerne im nächsten Gremium wieder oder neu vertreten sein wollen. Alle vier Fraktionen sowie die neu formierte FDP-Ortsgruppe sind aktuell auf der Suche nach Kandidaten für ihre Listen.

20 Mitglieder (plus Bürgermeister Rainer Magenreuter) groß ist der im Jahr 2019 gewählte Isnyer Gemeinderat. Acht Sitze belegen die Freien Wähler, jeweils vier die CDU, die SPD und die Grünen. Schon jetzt ist sicher: So wird es nach der nächsten Kommunalwahl nicht bleiben. Nach der Abschaffung der unechten Teilortswahl, durch die die vier Ortschaften ihre festen Sitze verlieren, und wegen der angewachsenen Bevölkerungszahl ist festgelegt worden, dass der Rat künftig auf 22 Mitglieder anwachsen wird. Wer wie viele Plätze davon belegen wird, ist eine spannende Frage.

Denn ins Rennen geht mindestens ein weiterer Bewerber - die FDP-Ortsgruppe um Alexander Ort hat sich längst formiert und ist längst offensiv auf Kandidatensuche. Eventuell kommt auch noch eine AfD-Liste dazu, mehr als ein Gruß aus der Gerüchteküche ist das aber noch nicht.

CDU hat zu neuem Stadtverband fusioniert

Anfang März will Ort die FDP-Liste für die Kommunalwahl vorstellen. Die Monate bis dahin seien dazu da, weitere Bewerber zu finden. „Stand heute schaut es sehr gut aus. Es gibt bereits einige interessierte Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Altersstufen und Geschlechtern, welche sich für dieses Amt zur Verfügung stellen werden.

Ich bin begeistert“, sagt Ort und fügt selbstbewusst hinzu: „Wir freuen uns auf die zukünftigen Aufgaben und werden, egal wer sich aus anderen Fraktionen und Parteien aufstellen lässt, Sitze im Gemeinderat 2024 sichern. Isny braucht eine Frischzellenkur. Der Gemeinderat ist in die Jahre gekommen und eingefahren.“ Zu den Themen, Jugend, Soziales und Wohnen fehlten Innovation und Zukunftspläne.

Um genau diesen Eindruck nicht zu erwecken, hat sich die CDU vor wenigen Tagen neu aufgestellt. Durch eine Fusion wurden aus den drei Ortsverbänden Isny, Beuren und Rohrdorf ein neuer Stadtverband, an dessen Spitze künftig Marc Siebler steht. Für die Kommunalwahl sei dies „ein wichtiges Zeichen“, sagt er. Siebler, der auch Fraktionsvorsitzender ist, kündigte an, in den kommenden Monaten einen Schwerpunkt auf die Kandidatensuche zu legen. Die aktuelle Zahl von vier Sitzen im Gremium solle „deutlich“ erhöht werden.

Mit Siebler im neuen Vorstandsteam sind die drei Stellvertreter Silvia Ulrich, Karin Keck und Alexander Sochor, Schatzmeisterin ist Lydia Heutmann, Schriftführer und Pressesprecher ist Jürgen Immler. Als Kassenprüfer wurden Konstantin Bodenmüller und Josef Stolz nominiert. Mit der größeren Einheit des neu gebildeten Stadtverbands wollen die Christdemokraten „effizient für die Zukunft aufgestellt“ sein, erklärt der Kreisvorsitzende Christian Natterer.

Lust an der Stadtpolitik

Die Freien Wähler sind ebenfalls schon mittendrin in der Kandidatensuche. „Unser Verein ist in Isny die Kraft für die parteiunabhängige Kommunalpolitik. Bei uns finden politisch interessierte Menschen dieser Stadt ein Dach für ihre demokratischen Interessen. Das ist unsere Stärke und unser Pfund bei der Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten“, erklären die Vereinsvorsitzende Miriam Mayer und der stellvertretende Vereinsvorsitzende Sebastian Igel.

In der Mitgliederversammlung sei am vergangenen Dienstag der Plan für 2024 festgelegt worden. Im Januar soll es Informationsveranstaltung für alle geben, „die Lust haben, die Stadtpolitik voranzutreiben“. Bereits jetzt zeichne sich „ein hohes Engagement ab und wir werden wieder eine starke Liste für die Wahl im Juni aufzustellen“, sagen Mayer und Igel. Ziel sei es, die stärkste Fraktion im Gemeinderat zu stellen und die Position weiter auszubauen.

Die SPD ist selbstverständlich auch „aktiv auf der Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die bevorstehende Kommunalwahl“, berichtet der Ortsvereinsvorsitzende Jan Zingg. Ziel sei es, eine Kandidatenliste zusammenzustellen, „die die Vielfalt unserer Gesellschaft repräsentiert“. In der kommenden Wahlperiode stünden wichtige Themen an, darunter die verpflichtende Einführung der Ganztagesbetreuung an der Grundschule, der Ausbau des Eigenbetriebs für Wohnungsbau oder die Umsetzung der kommunalen Energiewende. „Dafür suchen wir Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für die erfolgreiche und soziale Weiterentwicklung unserer Stadt und der Ortschaften engagieren möchten“, sagt Zingg.

Grüne wollen im Februar nominieren

Die Grünen werben mit Blick auf die Kommunalwahl auch schon intensiv für sich. „Aktuell führen wir viele persönliche Gespräche mit dem Ziel, noch weitere Isnyerinnen und Isnyer dafür zu gewinnen, sich zur Wahl zu stellen und damit die Chance zu nutzen, sich selbst mit ihren Ideen in die Gestaltung unseres Gemeinwesens einzubringen. Wir versuchen insbesondere jüngere Menschen anzusprechen, auch wenn sich manche zunächst schwer vorstellen können, neben Beruf und Familie auch noch ein Mandat zu stemmen, falls man denn gewählt würde“, erklärt Vorstandssprecher Jörg Lausch. Im Januar sei ein Schnuppertreffen für alle Interessierten geplant, für Februar dann die separaten Nominierungsveranstaltungen für Kreis- und Kommunalratswahl.