Flüchtlingsarbeit

Flüchtlingsbeauftragte berichten von ihren Eindrücken

Isny / Lesedauer: 2 min

Claudia Landsrath-Martin und Claudia Nägele-Hall stellen sich im Gemeinderat vor
Veröffentlicht:28.04.2016, 10:43
Aktualisiert:23.10.2019, 16:00

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Isny und Argenbühl haben mit Claudia Landsrath-Martin und Claudia Nägele-Hall seit Mitte Januar zwei Flüchtlingsbeauftragte. Die beiden Frauen koordinieren diejenigen, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind. Am Montagabend stellten sie sich im Gemeinderat in Isny vor.

Landsrath-Martin und Nägele-Hall bewiesen sie sogleich, dass sie sich innerhalb der ersten drei Monate einen Überblick über ihr Aufgabenfeld verschafft haben. Sie haben ein großes und kleines Organigramm erstellt, auf dem alle wichtigen Kontakte festgehalten sind. Zudem haben sie einen Flyer gemacht, der in den Bürgerbüros in Isny und Argenbühl ausliegt.

Die beiden Frauen teilen sich eine Stelle, wobei Landsrath-Martin ausschließlich für Isny zuständig ist, Nägele-Hall dafür drei Fünftel ihrer Arbeit für Argenbühl verwendet, den Rest für Isny. Die Aufteilung 70:30 zwischen Isny und Argenbühl war zu Beginn vereinbart worden. „Wir sind zur Unterstützung aller Beteiligten da“, sagten Landsrath-Martin und Nägele-Hall. Es gebe regelmäßigen Kontakt zu diversen Arbeitsgruppen und sie gäben Handlungsempfehlungen ab, benannten sie zwei der Aufgabenfelder. Sie habe eine „wöchentliche Aufenthaltserlaubnis von zwölf Stunden“ in Argenbühl, sagte Nägele-Hall. So stelle sie sich dort immer vor, unter anderem bei den vier Helferkreisen.

Es gebe noch viel zu tun, waren sich die beiden Frauen einig. „Herzstück“ für Nägele-Hall ist, einen Datenpool für einfachere Strukturen einzurichten. Landsrath-Martin ergänzte, dass auch die Suche nach Anschlussunterbringungen ein großes Thema wären, dass noch längst nicht erledigt sei. Im Gegenteil. Weitere Aufgaben seien die Beschäftigung von jugendlichen Flüchtlingen, die Vermittlung eines Leitbilds und von Werten, ein interkultureller Treffpunkt und die Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Schon realisiert sei eine Begrüßungstasche für jeden neu ankommenden Flüchtling. Darin seien etwa ein Stadtplan und Kugelschreiber. Dagegen fehle weiterhin ein echter Dolmetscherpool, aber auch ein Arabischkurs für die ehrenamtlichen Helfer, die die Asylbewerber gerne besser verstehen würden.

Sibylle Lenz (FW) meldete sich nach dem Vortrag aus den Reihen des Gemeinderats als einzige zu Wort. „Danke für den Einblick“, sagte sie – und fragte zudem, wie die beiden Flüchtlingsbeauftragten mit der Anfrage von Ilonka Evirgen zu Beginn der Ratssitzung umgehen würden. Evirgen hatte von verheerenden hygienischen Zuständen im Asylbewerberheim auf dem Gelände des Stephanuswerks in Isny berichtet. So etwas dürfe eigentlich nicht passieren, antwortete Nägele-Hall recht allgemeingültig. Bürgermeister Rainer Magenreuter hatte Evirgen zuvor direkt geantwortet: Der Landkreis sei für die Unterkunft und damit auch für die dortigen Zustände verantwortlich. Es gebe Hausmeister und die Betreuung durch das Diakonische Werk.