Kinderfestmontag

„Da Rocka & Da Waitler“ treten am Kinderfestmontag auf

Isny / Lesedauer: 7 min

Florian Pfisterer über seine bevorstehenden Gefühle beim Kinder- und Heimatfest
Veröffentlicht:03.07.2022, 19:00
Aktualisiert:06.07.2022, 12:04

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„Heimatg’fühl“ – weil das Isnyer Kinder- und Heimatfest nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wieder stattfinden kann. Und „Heimatg’fühl“, weil am Montagabend „Da Rocka & Da Waitler“ – der allseits bekannte Isnyer Musiker Florian Pfisterer und sein Bandkollege Florian Pledl – das Festzelt am Rain zum Beben bringen wollen.

Der Kinderfestkommission ist gelungen, nicht nur ein ebenbürtiges, sondern mitreißendes Ersatzprogramm für den „Talentschuppen“ zu organisieren. „DRDW“, wie sich das Duo in Kurzform nennt, legte seit dem Kennenlernen vor zehn Jahren einen fulminanten Weg zurück: Nach dem offiziellen „Wiesn-Hit“ 2013 folgten zwei Alben und etliche Auftritte bei namhaften Festivals, etwa beim Heavy-Metal-Mekka „Wacken“.

Dabei haben sich die beiden Vollblutmusiker ihren Erfolg nur mit Gitarre, Akkordeon und Stimmen, die man getrost als Rockröhren bezeichnen kann, herbeigespielt. „Da Rocka“ Florian Pfisterer gibt im Interview mit Jeanette Löschberger einen Vorgeschmack auf den 11. Juli.

Wie würdest Du den Musikstil von DRDW bezeichnen?

Wir nennen unseren Stil „Authentic Quetschen Crossover“, und das trifft’s eigentlich ganz gut. Wir machen Rock, Pop und Punk und versuchen, einen modernen Sound zu kreieren, der den – traditionellen – Staub vom Akkordeon wischt.

Was ist das Besondere an Eurer Kombination von Akkordeon und Gitarre?

Die Kombination ist heutzutage nicht mehr so ungewöhnlich. Es gibt viele Bands, die das traditionelle Instrument Akkordeon mit modernen Instrumenten verbinden. Ich denke, unsere Kombination ist deshalb so außergewöhnlich, weil mein Kollege – da Waitler – einfach ein Ausnahme-Akkordeonspieler ist, der eben auch offen ist für außergewöhnliche Sound-Ideen und rockige Musik.

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Denn er ist auch Rock- und Metal-Fan. – Noch heute, nach fast zehn Jahren, bleibt mir hin und wieder auf der Bühne der Mund offen stehen, wenn ich diesen Ur-Bayern mit seinem Akkordeon über die Bühne fliegen sehe – vor allem dann, wenn er AC/DC oder andere Hardrock-Songs zum Besten gibt. Das ist schon extrem besonders, das sieht und hört man nicht oft.

Euer Song „Macht’s Musik, koan Krieg“ ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber traurigerweise gerade wieder sehr aktuell. Du hast auch eine Aktion dazu gestartet – erkläre sie in ein paar Worten.

Ja, der Song ist bereits 2015 auf unserem Album „DRDW“ erschienen. Schon immer lag uns dieses Thema am Herzen: Solange es Kriege gibt, und die gibt es leider immer, ist es wichtig, das zu thematisieren.

Wir als Gesellschaft schauen leider viel zu oft weg, wir externalisieren Probleme. Und dem versuchen wir, mit Musik entgegen zu wirken. Musik ist ein wunderbares Mittel, um auf etwas aufmerksam zu machen, und wir scheuen auch nicht davor zurück. Gleichzeitig versuchen wir als Band immer wieder zu helfen, so auch in diesem Fall.

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Deshalb haben wir unsere Sticker mit der Message „Macht’s Musik, koan Krieg!“ zugunsten der Aktion „Deutschland hilft!“ verkauft. Der gesamte Nettogewinn von 500 Euro ging an den Verein. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben – darunter waren auch zahlreiche Isnyer!

Was würdest Du als den Höhepunkt Deiner musikalischen Karriere bezeichnen?

Diese Frage ist echt schwer zu beantworten. Ich durfte mit meiner damaligen Band „Jenson“, in der ich von 2005 bis 2012 gespielt habe, und jetzt mit DRDW so viele Momente erleben, die einzigartig waren und auf die ich echt stolz bin.

Touren durch Deutschland und Österreich, sogar ein Konzert in New York, das Wacken-Festival, Taubertal-Festival, Woodstock der Blasmusik und vieles mehr, zum Beispiel Support-Shows für echte Weltstars wie Status Quo und nationale Stars wie „Seiler & Speer“, „La Brass Banda“ oder auch Auftritte im ZDF-Fernsehgarten – es ist schwer, da etwas hervorzuheben.

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Musikalisch gesehen, wenn man es auf DRDW bezieht, dann muss man Songs wie „Gehma steil!“, „Wenn die Welt heut’ untergeht“ oder „Danzn“ nennen, die kommerziell einfach am erfolgreichsten sind – das sind aber tatsächlich nicht meine persönlichen Favoriten.

Für mich als Musiker und Songwriter ist jeder Song, der fertig gebracht wird – also Songwriting, Aufnahme und Produktion – ein Höhepunkt. In dem Moment ist man einfach stolz auf das Ergebnis. Ich glaube, jeder Musiker kennt das: Der Song, den man gerade neu geschrieben hat, ist einfach der beste(lacht).Von daher liegt auch mein musikalischer Höhepunkt in der Zukunft.

Bist Du noch regelmäßig in Isny ? Hast Du musikalische Verbindung zur Stadt?

Natürlich! Immer, wenn es meine Zeit zulässt, fahr’ ich ins Allgäu. Diese Stadt und die Region lässt einen nicht los. Ich habe hier in Isny meine Familie und Freunde, und es ist wirklich jedes Mal ein „Heimkommen“. Meine musikalischen Wurzeln liegen in Isny, geprägt wurde ich von der (Musik-)Szene im Jugendzentrum Go-In und den Menschen dort, die Gott sei Dank einen richtig guten Musikgeschmack hatten – viele Grüße an Hermes(lacht).Den ersten Gitarrenunterricht hatte ich beim großartigen Markus Kimmich, und Rhythmus habe ich früh bei den Kinderfesttrommlern gelernt. Und nicht zu vergessen: Ich komme aus einer extrem musikalischen Familie, meinen Brüdern Stefan und Gernot werde ich musikalisch nie das Wasser reichen können. So ziemlich alles hat also in Isny begonnen, und ich freue mich immer, wenn ich mit Isnyer Musikern Musik machen darf, zum Beispiel beim Weihnachtskonzert mit den „Isny Allstars“.

Du hattest in der Formation mit Florian Pledl schon Konzerte in Isny. Was bedeutet es für Dich, in Deiner Heimatstadt aufzutreten?

Ja, wir waren schon zweimal im „Eberz“ und zweimal im Dorfgasthof „Hirsch“ in Urlau. An der Stelle muss ich wohl einen kleinen Einblick in meine Gefühlswelt geben(lacht):Es ist schon so, dass ein Heimspiel, also ein Auftritt in Isny oder Umgebung, vor Leuten, mit denen ich aufgewachsen bin, für mich eine besondere Herausforderung ist. Zum einen, weil ich mich extrem darauf freue, zum anderen, weil ich da tierisch nervös bin. Davon abgesehen ist das Kinderfest einfach nochmal was ganz besonderes. Ich habe viele schöne Erinnerungen an dieses einzigartige Fest – also besser ist es wohl, mein Lampenfieber an dem Tag nicht zu messen.

Und dann auch noch am Montagabend, der bislang Isnyer Talenten vorbehalten war, denen Du ja längst entwachsen bist...

Es ist so, dass dieses Jahr der Talentschuppen leider ausfallen muss, was ich wirklich sehr bedauere, denn ich finde, der war immer ein absolutes Highlight auf dem Kinderfest, ich habe da sogar schon selbst teilgenommen, und es ist nicht leicht, in diese großen Fußstapfen zu treten.

Deshalb wäre mein größter Wunsch, dass unser Konzert diese Lücke ein wenig füllen kann und wir den Isnyern einen tollen Abend bieten können. Das wichtigste ist aber: Ich weiß, dass meine Mutter im Publikum sein wird, und wenn’s ihr gefällt, dann bin ich glücklich.

Auf was darf sich das Isnyer Publikum im Festzelt freuen?

Freut Euch auf maximale Energie, treibende Beats, Gefühl und einen völlig wahnsinnigen Quetschn-Spieler. Es soll ein besonderer Abend werden, deshalb habe ich auch das ein oder andere „Special“ im Kopf, wovon leider, Stand jetzt, noch nichts spruchreif ist.

Ich hoffe jedoch, dass da was hinhaut und wir damit dem Publikum noch ein paar Kirschen auf die Torte legen können. Liebe Isnyer: Schaut’s vorbei, genießt die Show, und feiert mit uns!