Heimat

Kleiner Ort zeigt großes Herz

Isny / Lesedauer: 2 min

Rohrdorf spendet zugunsten ukrainischer Flüchtlinge
Veröffentlicht:30.06.2022, 18:11

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Während wir uns im Allgäu über die Rückkehr der Normalität nach zwei Jahren Pandemie freuen können, sind die Menschen in der Ukraine davon weiter entfernt denn je. Der ihnen aufgezwungene Krieg verursacht Leid, Trauer und Zerstörung in unvorstellbarem Ausmaß. Vernichtung und Elend rutschen in der täglichen Nachrichtenlage immer mehr in den Hintergrund, werden zu trauriger Normalität und verdrängt von den Alltäglichkeiten des Lebens im kriegsfreien Gebiet. Leider - muss man aus Sicht des Rohrdorfer Ortsvorstehers Max Boneberger sagen!

Denn seit Beginn des Terrors in der Ukraine betrachtet man in Rohrdorf die eigene Stellung im Weltgefüge - die immer auch abhängig vom Großen und Ganzen im Rest der Welt ist - und bemüht sich zu helfen, wo es nur geht. Seit Beginn des Krieges weht als Zeichen der Solidarität die ukrainische Flagge in Rohrdorf und die Friedenslinde im Ort - deren Bedeutung aktuell wieder hinterfragt wurde - ist blau-gelb geschmückt. Eine größere Menge an Thermoskannen ging als Spende direkt in die Ukraine. Und als sich die Möglichkeit zu einer ersten großen Veranstaltung im Theatersaal nach der Corona-Pause abzeichnete, war schnell klar, dass davon die Menschen profitieren sollen, deren Leben momentan alles andere als normal ist.

So erzielte der Reisebericht der als „972 breakdowns“ bekannt gewordenen Künstlergruppe nicht nur eine begeisterte Resonanz bei Publikum und Presse, sondern auch einen Reinerlös von 1000 Euro. Diesen Betrag konnte Ortsvorsteher Max Boneberger nun auf das Spendenkonto von Andrychow einzahlen, von wo aus es der Hilfsorganisation zugunsten ukrainischer Flüchtlinge zugute kommt. Rohrdorf wollte der besonderen Situation Rechnung tragen, dass Isny in seiner polnischen Partnerstadt eine direkte Anlaufstelle für Flüchtlinge aus der Ukraine unterstützen kann, denen das Geld ganz gezielt und ohne Abzüge zugute kommt. Der Ortschaftsrat hat sich ehrenamtlich engagiert und Max Boneberger hat mit dem Rathaus-Team die Organisation gestemmt, damit ein möglichst großer Betrag zusammenkommt. Das ist gelungen: 1000 Euro sind immerhin ein Achtel dessen, was bisher insgesamt auf dem Isnyer Spendenkonto für Andrychow zusammenkam (Stand: Mitte Mai 2022).

Damit ist klar: Rohrdorf mag zwar die an Einwohnern kleinste Teilgemeinde Isnys sein, sie zeigt mit dieser Spende aber definitiv erneut ganz großes Herz für die Ukraine.