Pubertät

Boettcher: Pubertät ist Krieg

Eisenharz / Lesedauer: 2 min

Boettcher: Pubertät ist Krieg
Veröffentlicht:28.09.2009, 14:15
Aktualisiert:26.10.2019, 08:00

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Die testosterongeschwängerten Zeiten seien vorüber, die Weisheit des Alters habe sich noch nicht eingestellt und so pendle er zwischen dem Altbekannten - Frauen, Anerkennung und Karriere - und dem noch Unbekannten - Gelassenheit und Weitsicht - hin und her. Deshalb empfahl er den Ü40, doch viel mehr Abkürzungen zu verwenden, weil die Zeit ja nur endlich sei.

An Beispielen erläuterte er, wie man die Zeit mit Abkürzungen nützen könne: GIS bedeute "Gartenarbeit ist Scheiße", GAG "Geschieden aber glücklich" und GUT "Geschieden und todunglücklich". Vor allem aber stelle er fest, was er kennt, will er nicht mehr, was er will, weiß er noch nicht. Das Rauchen aufhören kompensiert er mit Gartenarbeit, den Sport mit Vorstandsarbeit, geschlechtliche Abenteuer mit dem Besuch beim Urologen.

Sein Tipp sei, jetzt zu eruieren wo man stehe, damit man in die Zukunft blicken könne. Über seine Erlebnisse im Kindergarten, in der Grundschule und der Pubertät wies er in unnachahmlicher Manier auf die Probleme hin. PIK bedeute "Pubertät ist Krieg" und das erläuterte er am Beispiel der Rauchertreppe zu seiner Zeit. Und die Bedeutung der Elternabende - kaum einer kann sie besser in ihren Facetten darstellen wie Boettcher. Seine unnachahmliche Spontaneität aber stellte er im Zwiegespräch mit seinem Lieblingsgast Peter unter Beweis, den er als lebendiges Beispiel für Ü 40 vorstellte.

Es ist schwer, einen solch temporeichen und gagbeladenen Abend zu beschreiben. Man muss dabei gewesen sein, und sei es nur um zu erfahren, dass sich Boettchers Leben grundlegend verändert habe und er jetzt Countrymusik höre. Für die begeisterten Zuhörer war es jedenfalls ein Highlight zu erleben, wie Uli Boettcher seinem Ruf als unverwechselbarer Kabarettist gerecht wurde.