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Generationenwechsel

Wilfried Zollikofer gibt Geschäftsführung des Unternehmens ab

Bad Wurzach / Lesedauer: 3 min

Der 65–Jährige stand 43 Jahre an der Spitze des Bad Wurzacher Betriebs. So geht es nun weiter.
Veröffentlicht:15.08.2023, 07:00

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Generationenwechsel beim Bad Wurzacher Logistik– und Restholzhandelsunternehmen Zollikofer: Nach 43 Jahren im Unternehmen hat Wilfried Zollikofer zum 31. Juli die Geschäftsführung abgegeben.

Vor allem die Investition in Aufbereitungsanlagen und die Expansion nach Ostdeutschland sind während seiner Zeit als verantwortlicher Geschäftsführer realisiert worden, teilte das Unternehmen nun mit.

Vieles wäre ohne den Rückhalt meiner Familie nicht möglich gewesen,

sagt Wilfried Zollikofer.

Dieser Familienzusammenhalt spiegelt sich nun auch in der Unternehmensnachfolge wider. Die drei Söhne von Wilfried Zollikofer rücken nach. Philipp (Technik) und Stefan Zollikofer (Marketing/Vertrieb) steigen in die Geschäftsführung auf, als Prokurist übernimmt Holger Zollikofer die Führung der Personalabteilung, die für mehr als 180 Fest– und 50 Teilzeitangestellte zuständig ist.

Darüber hinaus übernimmt Philipp Hill, der bereits Teil der Geschäftsführung bei Koehler Renewable Energy ist, zusätzlich die Geschäftsführung bei Zollikofer. Vervollständigt wird die Unternehmensleitung durch Günter Fölting, der bereits seit September 2021 Geschäftsführer bei Zollikofer ist. Mitte Juli 2021 hatte die zur Oberkircher Koehler–Gruppe gehörende Koehler Renewable Energy GmbH 60 Prozent der Zollikofer GmbH & Co. KG übernommen. Die restlichen 40 Prozent der Anteile werden weiterhin von der Familie Zollikofer gehalten.

Die Geschäftsfelder

Zollikofer ist ein internationales Logistik– und Handelsunternehmen für Sägenebenprodukte sowie Gebraucht–, Wald– und Energieholz mit Hauptsitz in Seibranz bei Bad Wurzach. Es ist ein großer Anbieter für die Ver– und Bearbeitung sowie den Handel und die Logistik von Holz und Holzprodukten, insbesondere Sägeneben– und Rindenprodukte, Recyclingholz und Biomasse für die thermische und stoffliche Verwertung.

Standorte hat die Zollikofer–Gruppe außer am Hauptsitz in Bad Wurzach–Seibranz und Leutkirch noch in Kehl am Rhein, Forchheim/Oberfranken, Friesau im Saale–Orla–Kreis/Thüringen und Baruth südlich von Berlin. Durch den Zusammenschluss mit Koehler kamen Niederlassungen in Karlsruhe, Auenheim bei Kehl und sechs weiteren Orten in Norddeutschland dazu.

So begann alles

Gegründet wurde das Unternehmen 1966 von Otto Zollikofer, dem Vater von Wilfried. Ganz klein habe dieser begonnen, mit Transporten der am elterlichen und weiteren Bauerhöfen erzeugten Milch in eine Käserei, erzählt Wilfried Zollikofer, der 1980 in das Unternehmen eintrat.

Unter seiner Führung erfolgte ab dem Jahr 1999 die Transformation des Speditionsunternehmens in einen Aufbereiter von Hölzern aller Art, der vor allem im Bereich der Energiegewinnung aus Biomasse stark engagiert ist. Dieser Wechsel der Geschäftsfelder und der seither sich stetig verändernde Markt, auf den man ebenso stetig flexibel reagieren muss, sei für ihn als Geschäftsführer die größte Herausforderung gewesen, sagt Wilfried Zollikofer.

Die Problemfelder

Dazu kämen seit einigen Jahren der Fachkräftemangel und ganz aktuell der starke Energiepreisanstieg. Mit dem hat das Unternehmen Zollikofer nicht nur direkt zu kämpfen, sondern auch indirekt, weil es seine Kunden betrifft. Zwei große Papierfabriken hätten nun angekündigt, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern, weil in Deutschland die Energie zu teuer geworden sei, berichtet Zollikofer senior.

Mit diesen Problemen wird sich der 65–Jährige auch weiterhin beschäftigen. Er hat seit diesem Monat zwar seinen Geschäftsführerposten offiziell nicht mehr inne, „aber von einer Sekunde auf die andere will ich nicht aufhören. Und das geht auch gar nicht“. Er habe nun zwar „den Jungen den Weg frei gemacht“, aber ein Stückweit werde er seine Söhne, die allesamt in den 30ern sind, noch begleiten.

Pläne für den Ruhestand

Er habe auch, gibt er lachend zu, „noch keinen genauen Plan, was ich mit meiner Freizeit als künftiger Ruheständler anstelle“, ahnt aber, dass seine Frau sicherlich die eine oder andere Vorstellung hat. „Spaß an der Gartenarbeit“ habe er, schiebt er noch hinterher und werde die in seinem langen Berufsleben erlernte Fähigkeit zur Flexibilität auch im Ruhestand nutzen: „Ich kann mich schnell auf was Neues einstellen.“