Kranich

Vogelkundler beobachten Kraniche im Ried

Bad Wurzach / Lesedauer: 1 min

Wurzacher Durchzügler kommen wohl aus Ländern und Gebieten südlich der Karpaten
Veröffentlicht:06.11.2013, 16:57
Aktualisiert:24.10.2019, 20:00

Von:
Artikel teilen:

Zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember ziehen Kraniche über Oberschwaben und Allgäu hinweg in ihre Überwinterungsgebiete. 71 Kraniche konnten vergangenes Wochenende von Ulrich Grösser und Peter und Tina Hörmann auf einer Riedwiese beim Fressen beobachtet werden. Der überwiegende Teil flog vor Einbruch der Dunkelheit auf die Hochmoorfläche des Wurzacher Riedes, wohl zum ungestörten Übernachten. Die tags als auch nachts im Pfeilformationsflug und anhaltend laut trompetend ziehenden Vögel rasten zur Nahrungsaufnahme oder Wetter bedingt auf Mooren oder auch abgeernteten, nicht umgebrochenen Feldern.

Der Wurzacher Hobbyornithologe Ulrich Grösser hat in den vergangenen Jahren an den Wochenenden zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember jährlich Kraniche im Wurzacher Ried gesehen. Sogar bei dichtem Nebel. Die große Masse an Kranichen zieht nördlich des Mains nach Südwesten und ist schon seit September in großer Zahl über Hessen hinweg geflogen. Während es sich dabei um Vögel aus den Ostsseeanrainerländern handelt, sind die Wurzacher Durchzügler wohl aus den Ländern und Gebieten südlich der Karpaten, mutmaßt Grösser.

Eine Internetplattform zeigte bis vor zwei Wochen keine Kranichbeobachtungen im süddeutschen Raum, was dafür spricht, dass die über Bad Wurzach hinweg ziehenden Kraniche aus milderen Gebieten kommen und deshalb später ins Winterquartier nach Südfrankreich und vor allem Spanien als auch Nordafrika fliegen. Wer sich für das Spektakel Kranichzug interessiert, sollte in den nächsten Wochen draußen bei Tag und Nacht Augen und Ohren offen halten, rät Ulrich Grösser.