Kulturprogramm

Stadt fördert Kulturprogramm im Adler

Dietmanns / Lesedauer: 2 min

Betreiber Dieter Hierlemann bekommt für die nächsten drei Jahre 2500 Euro
Veröffentlicht:30.04.2014, 17:14
Aktualisiert:24.10.2019, 14:00

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Die Stadt Bad Wurzach unterstützt künftig das Kulturprogramm im Dietmannser Gasthaus Adler finanziell. Diese Entscheidung hat der Gemeinderat vergangene Woche einstimmig getroffen. Für die nächsten drei Jahre zahlt die Stadt jeweils 2500 Euro.

Adler-Betreiber Dieter Hierlemann macht nach eigenen Angaben mit dem Kulturprogramm ein jährliches Defizit von rund 15 000 Euro. Dieses Minus wird mit dem Gewinn aus dem Restaurantbetrieb gedeckt. „Herr Hierlemann hat jetzt aber deutlich gemacht, dass eine Quersubventionierung nicht mehr möglich ist“, sagt Bürgermeister Roland Bürkle. Dieter Hierlemann bestätigt dies auf SZ-Nachfrage: „Die Bitte nach finanzieller Unterstützung war unumgänglich.“

Zusammen mit Gottfried Härle aus Leutkirch hat Hierlemann eine Möglichkeit gefunden, sein Kulturprogramm vom Land Baden-Württemberg bezuschussen zu lassen. Um dafür aber überhaupt einen Antrag stellen zu können, muss ein Bescheid über eine Förderung auf kommunaler Ebene vorliegen. Da die Förderung vom Land in gleicher Höhe wie jene seitens der Kommune erfolgt, behält sich die Stadt außerdem vor, den Zuschuss auf maximal 5000 Euro zu erhöhen.

21 Veranstaltungen dieses Jahr

Bürgermeister Bürkle lobte das Programm auf der Adler Live-Bühne als „wichtig und eine Bereicherung“. In diesem Jahr sind dort 21Veranstaltungen geplant, 2013 waren es 19. Außerdem nannte Bürkle mit dem Bahnhof Fischbach ein Beispiel, wo Kultur ebenfalls mit öffentlichen Zuschüssen unterstützt wird. „Es ist durchaus üblich, dass solche Kulturprogramme gefördert werden.“

In der sich anschließenden Diskussion wurde aus den Reihen des Gemeinderats vermehrt die Frage gestellt, ob mit einer Förderung des Kulturprogramms im Adler ein Präzedenzfall geschaffen wird, der der Stadt künftig in anderen Fällen vorgehalten wird.

„Natürlich schaffen wir einen Beispielfall. Das ist der Einstieg in eine Subventionierung, die wir so bisher nicht haben“, sagte Roland Bürkle. Er sagte aber auch: „Ich glaube nicht, dass jemand anders für 2500 Euro 20Veranstaltungen im Jahr auf die Beine stellt.“ Von einer „Gratwanderung“ sprach Robert Stützle (CDU). „Wir müssen es als eine Marketing-Maßnahme für unsere Stadt sehen.“ Dem pflichtete Roland Bürkle bei: „Es ist ein Versuch, das derzeit vorhandene Kulturprogramm zu erhalten.“

Dieter Hierlemann ist froh, dass die Stadt ihn in den nächsten drei Jahren unterstützt. „Es ist toll, dass es einen Zuschuss gibt.“ Schließlich mache die Arbeit „irre Spaß“, es sei aber sehr schwer, kostendeckend zu arbeiten.

Wäre der Antrag im Gemeinderat abgelehnt worden, hätte er seine Konsequenzen ziehen müssen, so Hierlemann. Das Kulturprogramm im Adler hätte – zumindest in diesem Umfang – nicht aufrecht erhalten werden können.

Doch der Zuschuss der Stadt Bad Wurzach ist Dieter Hierlemann nun sicher – und vielleicht klappt es auch noch mit einer Förderung seitens des Landes Baden-Württemberg.