Mord

Schüler dürfen fiktiven Mord aufklären

Bad Wurzach / Lesedauer: 2 min

Schüler dürfen fiktiven Mord aufklären
Veröffentlicht:31.01.2011, 15:15
Aktualisiert:25.10.2019, 21:00

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Das mobile Schülerlabor „BioLab Baden-Württemberg“ hat am Montag auf seiner Tour in Bad Wurzach auf dem Pausenhof des Salvatorkollegs Halt gemacht. Es handelt sich dabei um eine Initiative der Baden-Württemberg Stiftung, die bereits im achten Jahr landesweit über den aktuellen Forschungsstand und über die Entwicklungspotenziale der Biotechnologie informiert.

Das Labor stoppt an Schulen, Messen und Hochschulen und will besonders jungen Menschen einen Überblick über Gentechnik geben, aber auch im Praktikum zeigen wie die Forschungsergebnisse im realen Leben umgesetzt werden können.

„Wir bieten heute Schülern der 13. Klassen mit zwei und vier Stunden Biologie ein dreistündiges Praktikum in unserem BioLab-Bus, bei dem sie einen fiktiven Mord klären dürfen,“ erklärt die Diplom-Chemikerin Tanja Lommel , die eine der Projektbegleitenden Wissenschaftlern ist. „Die Schüler isolieren DNA aus der Mundschleimhaut und vergleichen diesen genetischen Fingerabdruck mit Spuren vom Tatort. Dabei können sie gelernte Theorie auch gleich praktisch umsetzen.“

Freude springt über

Und tatsächlich – unter der Aufsicht des zweiten Wissenschaftlers, dem Diplom-Biologen Dr. Andreas Horschinek, nehmen die Schüler – wie im Fernsehen – mit einem banalen Wattestäbchen Proben von der eigenen Mundschleimhaut. „Durch Sendungen wie CSI wissen viele Schüler wo man DNA an einem Tatort findet,“ lacht Tanja Lommel, die im Juni promoviert hat und sich freut, dass sie Jugendlichen ihre Themen spielerisch nahe bringen kann. „Ich liebe Naturwissenschaften und möchte anderen vermitteln wie interessant das ist, und dass das Thema Spaß machen kann.“

Dass die Freude überspringt sieht man an den jungen Teilnehmern, die mittlerweile die gewonnene Probe trennen und zentrifugieren. „Das macht wirklich Spaß und ist sehr interessant für mich, denn ich habe Schwerpunkt Chemie,“ erklärt Michael Heinrich, der im weißen Mantel, mit Schutzbrille und Laborhandschuhen wie ein richtiger Chemiker aussieht. Seine Chemie-Partnerin Manuela Daiber kann das nur bestätigen: „Das ist mal was anders als der normale Bio-Unterricht. Nicht nur Theorie, sondern richtige Praxis.“

Und wenn der Mörder im Labor entlarvt wurde, – wahrscheinlich der berühmte Gärtner, der nach einem alten Lied immer der Mörder ist – dann fährt das Labor weiter nach Wangen, um auch dort anschaulich Naturwissenschaft an den Schüler zu bringen.