StartseiteRegionalRegion AllgäuBad WurzachKönnten Sie diese Mathe-Aufgabe lösen?

Kolleg-Schüler geehrt

Könnten Sie diese Mathe-Aufgabe lösen?

Bad Wurzach / Lesedauer: 4 min

MINT-Fächer werden am Salvatorkolleg gefördert. Beim Pressegespräch äußert sich der Schulleiter unter anderem zum Niveau am Gymnasium.
Veröffentlicht:06.02.2024, 09:00

Artikel teilen:

Mit Leonie Kohler (Kursstufe 1) und Christoph Neher (Klasse 10) sind zwei Schüler des Salvatorkollegs kürzlich für besonders gute Leistungen geehrt worden. Leonie stach im Fach Französisch heraus, Christoph bei Mathematik.

Schulleiter Klaus Amann übergab den beiden ihre Auszeichnung im Rahmen eines Pressegesprächs, bei dem er unter anderem auch darüber sprach, wie am Bad Wurzacher Gymnasium die MINT-Fächer - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - gefördert werden und welche Nachwehen der Corona-Zeit man derzeit noch im Fach Mathematik spüre.

Gehört zum Ein-Prozent der Besten

„Das hatten wir noch nie, das ist etwas ganz Besonderes“, betont Amann beim Blick auf die Auszeichnung, die Leonie erhalten hat. Sie hat ein besonderes Anerkennungsschreiben der Kultusministerin erhalten, weil sie in der DELF-Prüfung, einem Französisch-Zertifikat, unter rund 4300 Teilnehmern zum Ein-Prozent der Besten gehörte. Am Salvatorkolleg machen hier seit etwa sieben Jahren immer automatisch alle Klassen mit, erklärt Amann.

Leonies Schulkollege Christoph hat einen ersten Preis beim Landeswettbewerb Mathematik geholt. Bei diesem Wettbewerb, bei dem die Teilnahme freiwillig ist, gehe es vor allem darum, sich das überhaupt zuzutrauen. 

Und dann auch noch einen ersten Preis zu holen, das ist nicht so einfach,

Klaus Amann

Zumal es bei dem Wettbewerb nicht um klassische Matheaufgaben gehe, sondern man hier mithilfe seiner mathematischen Kenntnisse Ideen entwickeln muss, die zur Lösung führen könnten.

Eine Mathe-Beispielaufgabe

Eine Beispielaufgabe, zu der es auch eine entsprechende Skizze gibt, lautet etwa: „Ein gleichseitiges Dreieck, ein Quadrat und ein regelmäßiges Sechseck haben alle die gleiche Seitenlänge. Wie in der Abbildung hat das Quadrat mit dem Dreieck und dem Sechseck jeweils eine gemeinsame Ecke. Die Punkte A, B und C liegen auf einer Geraden. Liegen auch die Punkte D, E und F auf einer Geraden? Begründe deine Antwort.“

Christoph erzählt, dass er auch im regulären Mathematik-Unterricht zu den Besten in seiner Klasse gehört. Aber auch in Physik sei er ganz gut. Also in zwei der MINT-Fächer, die derzeit so gefragt sind.

Schule fördert MINT-Fächer

Generell, so Amann, mache man am Kolleg viel, um die MINT-Fächer zu fördern. So gebe es beispielsweise ein Projekt, das sich gezielt an Mädchen richtet. 

Wir forcieren das hier durchaus. Bei diesen Fächern ist es oft so: Man muss es kennenlernen, um es interessant zu finden.

Klaus Amann

Was von außen wie ein Buch mit sieben Siegeln wirkt, werde interessant, sobald man den Inhalt kennenlernt und anwenden kann, betont der Schulleiter.

Mit Blick auf die Kompetenzen im MINT-Bereich sei es auch gut, so Amann, dass das Fach NwT - Naturwissenschaft und Technik - inzwischen bis zu Abitur möglich ist. Das könnten sie an der Schule schon jetzt gut abdecken und der Schulleiter ist sich sicher, dass die Schülerzahl hier in den nächsten Jahren noch steigen wird.

NwT bis zum Abitur

NwT wird an Gymnasien in den Klassen 8, 9 und 10 jeweils vierstündig zusätzlich den Basisfächern Biologie, Chemie, Physik und Geografie unterrichtet, heißt es dazu vom Regierungspräsidium Tübingen (RP). Im NwT-Unterricht bearbeiten die Schüler „Probleme und Fragestellungen aus verschiedenen Handlungsfeldern und entwickeln dabei besonders kreative Lösungsansätze. In diesem Zusammenhang lernen sie, ihre Vorkenntnisse aus den Naturwissenschaften zu vernetzen und gezielt zu vertiefen“, ist auf der RP-Homepage weiterzulesen.

Gefragt nach der generellen Entwicklung des Leistungsniveaus in den MINT-Fächern erklärt Amann, dass man hier aktuell schon noch merke, dass wichtige Phasen in die Corona-Zeit gefallen sind, wo teils zu wenig geübt wurde. An sich seien die Schüler aber nicht schlechter geworden. Und mit Blick auf die inzwischen wieder eingeführten Leistungsfächer betont er: „Das hat dann schon Niveau!“

Mathe und Französisch als Hürden

Grundsätzlich zeichne sich der Mathematik-Unterricht am Gymnasiums dadurch aus, dass man nicht nur schaue, wie es geht, sondern auch warum es so geht, so Amann. Insofern passt es auch gut, dass mit Leonie auch eine Schülerin für Leistungen in Französisch ausgezeichnet wird: „Mathematik und Französisch sind die beiden Fächer, um die es oft geht, wenn Schüler auf dem Gymnasium Probleme bekommen“, sagt er. Zumindest Leonie und Christoph dürften sich darum aber eher keine Sorgen machen müssen.