Klischee

Feuerwehrfrau mit Leidenschaft

Bad Wurzach / Lesedauer: 2 min

Patricia Stalder ist erste Frau im Landkreis in einer Führungsposition der Feuerwehr
Veröffentlicht:29.03.2016, 16:57
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Dem Klischee nach ist die Feuerwehr eine Arbeitswelt für starke, mutige Männer, die heldenhaft Menschen aus brennenden Häusern retten.

Aber wie so oft entspricht dieses Klischee nicht ganz der Realität. „Wir sind keine einzelnen Helden. Wir sind ein Team, das zusammen Vieles schafft!“ Dieser Satz stammt von Patricia Stalder , die nebenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Eintürnen arbeitet.

Das Besondere an ihr ist, dass sie als erste Frau im Landkreis in eine Führungsposition der Feuerwehr gewählt wurde. Seit dem 24. Februar bekleidet sie nämlich in ihrem Wohnort das Amt der stellvertretenden Abteilungskommandantin.

In der Schweiz geboren

Die Feuerwehr begleitet Patricia Stalder schon ihr ganzes Leben lang. „Ich bin mit der Feuerwehr groß geworden“, berichtet die gebürtige Schweizerin, „denn mein Vater war auch schon bei der Feuerwehr tätig.“ Nach der kaufmännischen Ausbildung arbeitete sie zunächst bei einer Gebäudeversicherung, dort passenderweise in der „Feuerwehr“-Abteilung.

Auch ihren Partner lernte sie über die Feuerwehr kennen. Schon bevor sie 2013 aus der Schweiz zu ihm nach Eintürnen zog, war sie in der örtlichen Feuerwehr tätig und pendelte für die monatlichen Proben nach Oberschwaben.

In Eintürnen die einzige Frau

In Eintürnen ist sie bislang die einzige Feuerwehrfrau. Sie habe allerdings noch nie Probleme oder Schwierigkeiten deswegen gehabt, im Gegenteil. Bei den Einsätzen sei man sowieso „ein Team“, und aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung habe sie auch keine Schwierigkeiten bei der Ausbildung der neuen Feuerwehrleute.

Außerdem ist sie als weibliche Vertreterin in diesem Nebenamt nicht alleine: „In Wurzach gibt es auch einige Frauen. Und in der Schweiz ist das sowieso etwas verbreiteter. “

Eine Eule gerettet

Trotz der Freude an ihrer Arbeit gab es Situationen in ihrer Feuerwehrlaufbahn, die sie nicht so schnell vergessen wird. Ihr schlimmster Einsatz war, als bei einer Elektrostation ein Transformator explodierte. Auch Autounfälle findet sie hart, da „dort Menschen direkt betroffen sind“, bei Bränden hingegen seien die Menschen oft schnell in Sicherheit. Natürlich gebe es auch harmlosere Einsätze, erzählt Patricia Stalder weiter: Kühe, Pferde, Katzen retten, ja sogar eine Eule musste schon aus einem Schlammloch befreit werden.

In ihrer neuen Aufgabe wird sie nun Stellvertreterin und Unterstützung für den Kommandanten Alfons Riether sein, außerdem wird sie in der Jahresplanung, bei Proben und Einsätzen und der Ausbildung der Feuerwehrkollegen tätig sein.