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Freudentag

Der Neubau des Feuerwehrhauses in Eintürnen hat offiziell begonnen

Bad Wurzach / Lesedauer: 4 min

Die Ortschaft hatte bislang das schlechteste Feuerwehrhaus im Landkreis Ravensburg. Trotzdem musste die Wehr dort viel Geduld beweisen.
Veröffentlicht:03.11.2023, 12:03

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Ein Meilenstein für Eintürnen, ein außergewöhnlicher Spatenstich: Der Neubau des Feuerwehrhauses in der Bad Wurzacher Ortschaft hat offiziell begonnen.

Das Interesse am Termin war groß. Die Feuerwehr Eintürnen, die 26 Aktive hat, war mehrheitlich anwesend, an der Spitze Kommandant Alfons Riether und seine Stellvertreterin Patricia Leiprecht, dazu Norbert Fesseler als stellvertretender Kreisbrandmeister und Gesamtkommandant Rolf Butscher, Bürgermeisterin Alexandra Scherer, Gemeinde- und Ortschaftsräte, Stadtbaumeisterin Kathleen Kreutzer, Architekt Josef Schwarz, Vertreter der Baufirma Kutter und nicht zuletzt Landtagsabgeordneter Raimund Haser (CDU). Er hatte zuvor das neue Baugebiet in Arnach besichtigt und war spontan zum Spatenstich gekommen.

Lange warten müssen

Ortsvorsteher Berthold Leupolz sprach vom neuen Feuerwehrhaus als einem Meilenstein für die Ortschaft. Gleichzeitig sei es aber auch ein weiterer wichtiger Schritt für die ganze Stadt hin zu einer gut aufgestellten Kommune. Auf diesen besonderen Tag habe Eintürnen lange warten müssen, blickte Leupolz zurück. Im Feuerwehrbedarfsplan von 2014 war der Bau bereits vorgesehen, weil Eintürnen das laut einer Studie schlechteste Feuerwehrhaus im ganzen Landkreis Ravensburg hatte.

Das kürzlich abgerissene Gebäude war 1953 erbaut und zunächst als Käserei und Schlachthaus genutzt worden. Eine Heizung gab es nicht, die Toilette war im Winter, weil dann wegen der Kälte das Wasser abgedreht werden musste, nicht nutzbar. Zudem gab es weder Absauganlage noch Umkleidemöglichkeiten. Die Feuerwehrleute müssen ihre Einsatzkleidung zu Hause aufbewahren.

Noch einmal verschoben

Trotzdem dauerte es noch Jahre, bis Eintürnen an der Reihe gewesen wäre. Einige Fahrzeuge waren letztlich wichtiger, um die Einsatzfähigkeit der Wehren in der Kommune weiter zu gewährleisten. Als es dann soweit gewesen wäre, musste das Feuerwehrhaus Dietmanns neu gebaut werden, weil das neue Fahrzeug nicht in die alte Garage passte. Eintürnen stimmte dieser Verschiebung zu.

Anschließend wurde, wie Leupolz es ausdrückte, „diskutiert und gerungen“, ob es ein Neubau oder eine Sanierung werden soll. Letztlich sprach die höhere Kostensicherheit für den Neubau. Das Memminger Architektenbüro PSP von Josef Schwarz erhielt den Zuschlag für die Planung. Entstehen werde, so der Ortsvorsteher, „ein funktionales Gebäude, mit dem, was man braucht, nichts Übertriebenes“.

Zweigeschossiger Bau

Auch Bürgermeisterin Scherer erinnerte an den langen Vorlauf, den dieser Tag gebraucht hatte.

Was lange währt, wird endlich gut, heißt es. Und das hier wird gut werden.

Alexandra Scherer

 Im Erdgeschoss entstehen eine große Garage sowie Umkleide und Duschräume für Frauen und Männer. Im Obergeschoss wird es einen Schulungsraum samt Florianstüble, ein Kommandantenbüro und ein Lager geben, erläuterte Scherer.

Noch in diesem Jahr soll der Rohbau samt Dach fertig werden, vorausgesetzt alle Fertigteile werde geliefert und die Witterung spielt mit. „Einzug und Einweihung wollen wir im Frühjahr 2025 feiern“, blickte die Bürgermeisterin voraus. Die Kosten liegen derzeit noch im vorgegebenen Rahmen von 1,85 Millionen Euro plus 100.000 Euro für eine PV-Dachanlage.

So ist der Plan

„Man spürte die Begeisterung von Anfang an“, zeigte sich Architekt Schwarz angetan von der „verdammt guten Zusammenarbeit“ mit Stadt und Ortschaft. Gebaut wird mit Beton- und Holzfertigteilen, eine Wärmepumpe mit PV-Anlage werde für einen hohen Energiestandard sorgen. „Ziel ist es, die Folgekosten gering zu halten und im Inneren das Gebäude so zu gestalten, dass es für den Nachwuchs attraktiv ist, zur Feuerwehr zu kommen“, so Schwarz.

Raimund Haser dankte den Kameraden, „dass es eine Feuerwehr in Eintürnen gibt“. Ohne das Ehrenamt wäre der gesamte Katastrophenschutz im Ländle nicht möglich, so der Landtagsabgeordnete. Aber auch Bad Wurzach nehme dafür viel Geld in die Hand, hob er hervor. Und „ein kleines bisschen Geld“ komme auch vom Land, 60.000 Euro sind es im Eintürner Fall.

Zum Abschluss der kleinen Feier wünschte sich Ortsvorsteher Leupolz, „dass wir im Frühjahr 2025 am Feuerwehrhaus mit seinem Übungsplatz stehen und sagen können: Es ist schön geworden und im Kostenrahmen geblieben. Und dann feiern wir ein richtig schönes Einweihungsfest.“

Feier in Eintürnenberg

Dann sollte freilich das Wetter besser sein als am Mittwochnachmittag. Dauerregen und die Verantwortung für die Gesundheit aller Gäste zwangen die Verantwortlichen dazu, die Feier komplett ins katholische Gemeindehaus St. Martin in Eintürnenberg zu verlegen. Nur fürs Erinnerungsfoto des symbolischen ersten Spatenstichs fuhr einige Gäste kurz zum Bauplatz in Eintürnens Ortsmitte. Diese Besonderheit passte zum Eintürner Freudentag, der ja auch die sprichwörtlich schwere Geburt gewesen ist.

Die Eintürner Wehr hat für die Bauzeit eine Garage im Ort angemietet. Schulungen finden im katholischen Gemeindehaus in Eintürnenberg statt.