StartseiteRegionalRegion AllgäuBad WurzachEuroparat hält sich bei Windkraft vorerst bedeckt

Anfragen bleiben unbeantwortet

Europarat hält sich bei Windkraft vorerst bedeckt

Bad Wurzach / Lesedauer: 2 min

In Bad Wurzach, Wolfegg und Bad Waldsee werden Windräder geplant, die das Wurzacher Ried tangieren. Gefährden sie dessen Europadiplom? Was Straßburg dazu sagt.
Veröffentlicht:06.10.2023, 19:00

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Ob Windkraftanlagen auf dem Bad Wurzacher Gemeindegebiet und in unmittelbarer Umgebung gebaut werden dürfen oder nicht, ist eng verknüpft mit der Frage nach dem Europadiplom fürs Wurzacher Ried.

Die Stadt Bad Wurzach wird keinem Vorhaben zustimmen, das das Europadiplom fürs Wurzacher Ried gefährden könnte. Diesen Beschluss hat der Gemeinderat im März dieses Jahres einstimmig gefasst. Doch gefährden Anlagen, wie sie im Hummelluckenwald, im Alttanner Wald und bei Osterhofen geplant werden, das Europadiplom?

Die Empfehlung

Diese Frage kann nur der Europarat beantworten, der das Diplom 1989 verliehen hat. Mit dieser Auszeichnung hat er die „Empfehlung“ verknüpft, „die Integrität der Landschaft rund um das Becken von Bad Wurzach zu erhalten und den Bau technischer Infrastruktur auf den Hügeln und Bergkuppen im Sichtbereich des Wurzacher Riedes zu vermeiden“.

Doch hätte das Nichtbeachten dieser Empfehlung den Entzug des Europadiploms zur Folge? Wie definiert man in Straßburg, dem Sitz der Organisation, das Wurzacher Becken? Wäre mit Windrädern in Osterhofen ‐ also hinter und nicht auf der Grabener Höhe, trotzdem aber vom Ried aus sichtbar ‐ die Empfehlung verletzt? Hält der Europarat grundsätzlich an dieser Empfehlung fest, obwohl Erneuerbare Energien immer mehr an Bedeutung gewinnen?

Die Antwort

Im April dieses Jahres stellte Schwäbische.de diese und weitere Fragen dem Europarat über dessen Pressestelle. In dieser Woche nun die Reaktion darauf. Erkenntnisse bringt diese indes in keiner Hinsicht. „Der Regionalverband und der Europarat stehen zwischenzeitlich in Verbindung und wir können das Ergebnis dieses Informationsaustausches nicht antizipieren (vorwegnehmen, d. Red.). Es wird vermutlich erstes nächstes Jahr feststehen“, heißt es in der Mail der Pressestelle kurz und knapp, verbunden mit der Bitte um Verständnis, dass „diese Information spärlich ausfällt“.

Der Projektierer der Windkraftanlagen im Hummelluckenwald und im Alttanner Wald will nach eigenem Bekunden noch in diesem Jahr die Baugenehmigung beim Landratsamt Ravensburg beantragen. Er hofft für Hummelluckenwald auf einen Baubeginn 2024 und eine Inbetriebnahme der Anlagen 2025, für den Alttanner Wald jeweils eine Jahr später.