Graffiti

Gemeinde geht gegen Graffiti vor

Amtzell / Lesedauer: 3 min

Amtzell setzt 500 Euro Belohnung aus für Hinweise zu Sprayer, die hohen Schaden angerichtet haben
Veröffentlicht:27.08.2014, 17:29
Aktualisiert:24.10.2019, 11:00

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Schwarz, schwungvoll – und unbeliebt: In Amtzell häufen sich derzeit illegale Graffiti. Um die Sprayer dingfest zu machen, hat die Gemeinde nun eine Belohnung ausgesetzt. Wer sachdienliche Hinweise liefern kann, erhält 500 Euro.

Seit knapp zwei Wochen tauchen in Amtzell immer wieder dieselben Graffiti auf, und das an öffentlichem und privatem Eigentum: Stromkästen, Bushaltestellen und Hinweisschilder sind ebenso betroffen wie Garagentore, Hauswände und sogar Fahrzeuge (die Schwäbische Zeitung berichtete).

Allein der Sachschaden, den die Gemeinde Amtzell durch die unerlaubten Graffiti zu verbuchen hat, beträgt laut Bürgermeister Clemens Moll zwischen 3000 und 4000 Euro. Nicht eingerechnet ist der Schaden, der an Privateigentum angerichtet wurde. Von der Ortsmitte und der Schule bis hin zum Badeweiher und sogar bis ins Gewerbegebiet hinein seien die Graffiti zu sehen, so Clemens Moll. Nun hat der Bürgermeister eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt.

Verstärkte Streifenfahren und Kontrollen

„Es ist wichtig, dass diese Leute erwischt werden“, befindet der Rathaus-Chef. „’Konsequenzen ziehen’ klingt zwar hart. Aber wer selbst mal einen Schaltschrank sauber putzen muss, sieht das Ganze dann vielleicht mit anderen Augen.“

Auch die Polizei werde verstärkt in Amtzell Streife fahren. Das bestätigt Ferdinand Hofmann , stellvertretender Leiter des Polizeireviers Wangen. „Besonders abends und nachts gibt es verstärkt Streifenfahrten“, sagt er, „und gegebenenfalls werden auch Verdächtige kontrolliert oder durchsucht.“

Die Polizei gehe davon aus, dass hinter den Graffiti ein oder mehrere Jugendliche stecken, „mit lokalem Bezug“, so Ferdinand Hofmann. Werden der oder die Täter ertappt, blüht ihnen eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. „Und derjenige, der erwischt wird, haftet als Einzeltäter für die Gesamtschuldner“, sagt Hofmann. Heißt: „Wenn zum Beispiel drei Sprayer insgesamt einen Sachschaden von 6000 Euro verursachen und einer von den dreien erwischt wird, muss dieser den ganzen Schaden zahlen.“ Auch, wenn er nur einen Teil des Sachschadens angerichtet hat.

In Amtzell ist derweil der Bauhof damit beschäftigt, die Graffiti vom öffentlichen Eigentum wegzuputzen. „Mit bestimmten Mitteln geht das weg, solange es noch frisch ist“, weiß Bürgermeister Moll. „Aber es ist viel Aufwand, durch die Reinigung entstehen hohe Kosten, und eigentlich hätte der Bauhof gerade ganz andere Arbeiten.“ Was bestimmt auch für die privat betroffenen Bürger gilt. Besonders ärgerlich in ihrem Fall: Sie müssen die Graffiti selbst wegputzen – es sei denn, ihnen gefällt die illegale Straßenkunst.

Dass die heimlich gesprayten Werke überhaupt wieder entfernt werden, und das auch noch so schnell, hat einen einfachen Grund: „Wenn ein Graffiti stehen bleibt, führt das zu weiteren“, so Moll. „Wenn es aber so schnell wie möglich entfernt wird, verringert das Nachahmereffekte und Folgeerscheinungen.“ Dieser Gedanke ist Teil der „Broken-Window-Theorie“. Diese besagt vereinfacht: Wo Zerstörung besteht, wird noch mehr zerstört. „Wo eine Fensterscheibe eingedrückt ist, sagt sich der Trittbrettfahrer: Jetzt ist sie ja sowieso schon kaputt – dann ist es egal, wenn ich sie ganz kaputt mache“, so Ferdinand Hofmann.

Und auch die 500 Euro Belohnung für Hinweise haben ihren Grund. „Das ist ein relativ hoher Betrag“, sagt Clemens Moll. „Es soll einen schnellen Anreiz bieten für Leute, die uns möglicherweise weiterhelfen können.

Wer sachdienliche Hinweise auf den oder die Sprayer geben kann, soll sich bei der Polizei in Wangen melden unter Telefon 07522/9840 oder bei der Gemeinde Amtzell, Telefon 07520/95011.