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Bedarfsplanung

Amtzell will Kinderbetreuung mit Perspektive

Amtzell / Lesedauer: 2 min

Gemeinderat befürwortet den Kindergartenbedarfsplan. Der beinhaltet auch den Blick in die Zukunft.
Veröffentlicht:20.10.2023, 05:00

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Mit den Gebühren und flankierenden Maßnahmen bei Personalnotständen hatte sich der Amtzeller Rat bereits im alten Kindergartenjahr beschäftigt. Bei der jüngsten Sitzung ging es um die Bedarfsplanung, die Demographie und grundlegende Ziele. Obwohl die Gemeinde derzeit über genügend Betreuungsplätze verfügt, will sie gut für die Zukunft gerüstet sein ‐ und dem weiteren Zuzug sowie der Flüchtlingssituation Rechnung tragen.

Der Bedarf dürfte steigen

„Im Schnitt sind es 45 bis 50 Kinder je Jahrgang, die in Amtzell leben“, sagte Hauptamtsleiter Luca Reisner. Gehe man von vier Jahrgängen aus, seien dies rund 200 benötigte Betreuungsplätze: „Die haben wir mit 198 Plätzen auch.“ Tendenziell sei der Bedarf aber eher steigend, beginnend mit dem Zuzug durch neue Baugebiete, einer gegenüber dem Landkreis-Schnitt um zehn Prozent höher angenommenen 40-Prozent-Quote bei unter Dreijährigen und dem wohl weiteren Zuzug Geflüchteter. All dies bedinge einen gewissen Bedarf.

Inhalt des Kindergartenbedarfsplans ist auch ein Stufenplan, der die Transparenz zwischen Eltern, Kindertagesstätten und der Verwaltung erhöhen und gleichzeitig ein Leitfaden bei Personalmangel sein soll. Als flexibles Werkzeug soll er als Orientierungshilfe dienen und die zeitlichen Abläufe der einzelnen Schritte regeln. „Ziel ist es aber auch, die Qualität zu verbessern“, so Reisner.

Was bedeutet: bessere Essensmöglichkeiten, weitere Ruhe- und Schlafgelegenheiten, ein Personalanbau mit Schaffung moderner Arbeits- und Pausenräume in der Kindertagesstätte St. Gebhard samt Ausstattung mit digitalen Hilfsmitteln zur effizienteren Betreuungsarbeit und entsprechender Infrastruktur sowie eine Aufstockung im Sonnenblumenhaus.

„Paulis Schneckenhaus“ soll umziehen

Die Gruppe „Paulis Schneckenhaus“ soll aus den Räumlichkeiten des Altenheimes verlagert und stärker in die Kita St. Gebhard integriert werden. Dort ist auch die Einrichtung eines großzügigen Essbereichs mit Küche geplant. „Erste Pläne des Architekten wurden bereits erstellt und sie werden in enger Abstimmung mit den Einrichtungen und der Verwaltung weiter ausgearbeitet“, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage.

Der Amtzeller Kindergartenbedarfsplan liefert nicht nur eine Momentaufnahme der aktuellen Situation, sondern ermöglicht auch einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Maßnahmen, die bei der Kinderbetreuung ergriffen werden sollen. Dazu gehört auch die Kapazitätserweiterung, um den steigenden Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu decken.

„Insgesamt zeigt der Kindergartenbedarfsplan einen klaren Weg auf, wie die Gemeinde mit den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Bereich der Kinderbetreuung umgehen möchte“, heißt es im Fazit. Der Gemeinderat beschloss den Kindergartenbedarfsplan 2023/24 einstimmig. Er soll im zweijährigen Rhythmus fortgeschrieben werden.