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Fasching 2024

Da ist selbst ein Panzerknacker-Bürgermeister machtlos

Achberg / Lesedauer: 2 min

Gegen die Narren hat Achbergs Bürgermeister Tobias Walch keine Chance. Warum der Gemeinderat beim närrischen TÜV durchgefallen ist.
Veröffentlicht:09.02.2024, 12:00

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Da half Achbergs Bürgermeister Tobias Walch auch nicht, dass er kurzerhand in die Rolle eines Panzerknackers geschlüpft war: Die Narrenzunft „Kolderar“ hat ihn mitsamt des Gemeinderates entmachtet. Bis Aschermittwoch haben die Narren den Rathausschlüssel in Besitz.

Zur traditionellen „Ernsten Sitzung“ trafen sich die Ratsmitglieder im Martin-Grisar-Haus. Und weil der Bürgermeister es als Panzerknacker vor allem „auf die Taler der Achberger“ abgesehen hatte, legte er dem Gemeinderat einen ganzen Katalog an neuen Gebühren vor.

So sollen die „Kolderar“ beim nächsten Rathaussturm eine „Abgeschnittene-Krawatten-Vergessen-Gebühr“ bezahlen. Denn: Sie hatten schon am Vormittag dem Bürgermeister die Krawatte gestutzt, diese aber im Rathaus liegen lassen. Doch dachte Walch auch an die Narren - in Form einer „Narrenkassen-Aufbesserungsgebühr“. Die ist künftig immer dann fällig, wenn in Achberg das Wort „Fasching“ fällt.

„Bürgerfragen-Eindämmungsgebühr“ nicht lukrativ

„Und wie heißt es richtig?“ schallte dem aus Bayern stammenden Bürgermeister entgegen. Gemeinsam eigneten sich die Ratsmitglieder auf „Fasnet“. Doch damit war es noch nicht genug. Auch eine „Bürgerfragen-Eindämmungsgebühr“ soll es künftig für jede Frage an den Bürgermeister oder den Gemeinderat geben. Allerdings fürchtet Walch selbst, dass damit keine großen Einnahmen zu erzielen sind: „Es fragt ja kaum jemand etwas“.

Abgelehnt hat der Gemeinderat die Einführung einer „Revolutionsgebühr“. Damit steht einer erneuten Absetzung von Walch im kommenden Jahr nichts entgegen. Nicht durchsetzen konnte sich Walch auch mit seinem närrischen Vorschlag, dem Landkreis Schloss Achberg abzukaufen und damit dessen Kassen wieder etwas aufzufüllen.

Was der närrische TÜV zu beanstanden hat

Kaum war diese Entscheidung gefallen, da stürmten auch schon die „Kolderar“ und manch anderer närrische Achberger in den Sitzungssaal. Regina Igel und Alexander Paa schlüpften in die Rolle von TÜV-Prüfern, die insbesondere den Gemeinderat genau unter die Lupe nahmen. Schließlich steht hier in diesem Jahr eine Neuwahl an.

Das Knarzen in den Gelenken monierten die Narren dabei ebenso wie die Tatsache, „dass die Leuchten nicht ganz helle sind“. Der Ergebnis: So kann es am Ratstisch nicht weitergehen. Weshalb es zur Entmachtung des Gremiums kam. Am Aschermittwoch bestehe aber die Möglichkeit einer Nachprüfung. Sodann zog der Tross vor die Achberghalle und stellte den Narrenbaum als Symbol dafür auf, dass auch in Achberg die Narren die Macht übernommen haben.