Wer-Wie-Was: Alle Regeln, Tipps, Fragen und Antworten zu Corona im XXL-Überblick

Lesedauer: 40 Min
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Leiter Digitalredaktion
Crossmedia-Volontärin

Das neuartige Coronavirus wirkt sich auf all unsere Lebensbereiche aus. Teilweise überschlagen sich die Meldungen aus Politik und Wirtschaft geradezu.

Um in dieser Ausnahmesituation den Überblick zu behalten, haben wir zusammengefasst, was in Sachen Arbeit, Schule, Freizeit und Co. gerade wichtig ist, wem welche Hilfen zustehen und mit welchen Tipps Sie am besten durch die Krise kommen.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Regelungen im Südwesten und die Unterschiede zwischen Bayern und Baden-Württemberg gelegt (Stand: 4. August).

FREIZEIT, ALLTAG UND FAMILIE

Baden-Württemberg: 

  • Treffen und wo sie erlaubt sind

In der Öffentlichkeit dürfen sich 20 Menschen aus mehreren Haushalten treffen. Bei privaten Veranstaltungen gibt es keine zahlenmäßigen Beschränkungen mehr, wenn alle Personen miteinander verwandt sind. Auch die jeweiligen Partner dürfen dabei sein.

Versammlungen zum Zweck von Demonstrationen sind erlaubt - allerdings mit Auflagen zur Sicherstellung des Infektionsschutzes, zum Beispiel zu Abständen oder Höchstteilnehmerzahlen.

Weiterhin gilt: Zu anderen Personen ist im öffentlichen Raum, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

  • Masken und wo sie getragen werden müssen

Die Alltagsmasken sind nicht nur in Läden, im Nahverkehr, an Bushaltestellen und Bahnsteigen, sondern auch im Personenfernverkehr (Züge der DB AG) sowie in Flughafengebäuden zu tragen. Eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum besteht nicht.

  • Veranstaltungen und wie gefeiert werden darf

Öffentliche Tagungen, Kongresse, Messen und kleinere Sportevents mit bis zu 500 Menschen sind seit dem 1. August wieder erlaubt. Ab dem 1. September sollen auch Messen mit mehr als 500 Personen wieder öffnen dürfen.

Großveranstaltungen wie Volksfeste, auf denen kaum Hygienemaßnahmen durchsetzbar sind, bleiben allerdings bis Ende Oktober verboten. Weiterhin untersagt sind auch Tanzveranstaltungen. Eine Ausnahme sind Tanzaufführungen sowie Tanzunterricht und -proben.

Seit dem 1. Juni sind öffentliche Veranstaltungen mit unter 100 Personen wieder möglich. Voraussetzung ist, dass es feste Sitzplätze gibt und die Hygiene- und Abstandsvorgaben eingehalten werden – also beispielsweise Restaurants oder Veranstaltungsstätten, aber auch Kinos.

Zudem sind seit dem 9. Juni private Feiern zuhause mit bis zu 20 Personen und in angemieteten Räumen mit maximal 99 Personen wieder erlaubt.

  • Sport und wo trainiert werden darf

Prinzipiell dürfen in Baden-Württemberg seit dem 2. Juni alle öffentlichen und privaten Sportanlagen und Sportstätten öffnen – egal ob drinnen oder draußen. Auch Fitness- und Yogastudios, Tanzschulen und ähnliche Einrichtungen dürfen Kurse anbieten.

Ab dem 1. Juli gelten neue Regeln für den Amateursport. Dann sind unter anderem Training in Gruppen von bis zu 20 Personen und sogar Wettkämpfe wieder erlaubt. Auch Kontaktsport darf möglichst mit festen Partnern wieder ausgeübt werden. Die Regeln ab 1. Juli haben wir hier zusammengefasst.

Von der Teilnahme am Trainings- und Übungsbetrieb ausgeschlossen sind Personen, die in Kontakt zu einer infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem Kontakt mit einer infizierten Person noch nicht 14 Tage vergangen sind, oder die Symptome eines Atemwegsinfekts oder erhöhte Temperatur aufweisen.

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Bayern: 

  • Treffen und wo sie erlaubt sind

Im öffentlichen Raum dürfen sich wieder Gruppen von bis zu 10 Personen treffen. In privaten Räumen und Gärten gibt es keine strikte zahlenmäßige Beschränkung mehr, allerdings soll dort die Personenzahl so begrenzt werden, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Außerdem müssen Masken getragen werden. In geschlossenen Räumen soll ausreichend gelüftet werden. 

Außerdem dürfen sich Laienchöre wieder treffen und miteinander singen. Hier gilt aber ein Mindestabstand von zwei Metern. Die Proben sollen zeitlich begrenzt werden, regelmäßiges Lüften ist Pflicht.

Über Demonstrationen soll im konkreten Einzelfall entschieden werden. Versammlungsorte müssen genügend Platz für den Mindestabstand bieten.

  • Masken und wo sie getragen werden müssen

Die Alltagsmasken sind nicht nur in Läden, im Nahverkehr, an Bushaltestellen und Bahnsteigen, sondern auch im Personenfernverkehr (Züge der DB AG) sowie in Flughafengebäuden zu tragen. Eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum besteht nicht.

  • Ausgangsregeln und wie viel Abstand gehalten werden muss

Das Distanzgebot gilt fort. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Meter einzuhalten.

  • Sport und wo trainiert werden darf

An der frischen Luft, im öffentlichen Raum oder auf einer Freiluftsportanlage ist der Trainingsbetrieb zulässig. Seit dem 8. Juli darf wieder mit Körperkontakt trainiert werden. Das bedeutet, dass Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball, Kampfsportarten wie Judo, Turnen mit Hilfestellung und Gruppentanz wieder möglich sind.

Voraussetzung ist hierfür, dass für eine Nachverfolgbarkeit von möglichen Infektionsketten in festen Trainingsgruppen trainiert wird. In Kampfsportarten darf die jeweilige Trainingsgruppe wegen eines grundsätzlich höheren Infektionsrisikos nur maximal fünf Personen umfassen.

Ab dem 22. Juni darf der Lehrgangsbetrieb wieder gestartet werden. Die Teilnehmerbegrenzung ist abhängig von Raumgröße und Art der Belüftung. 

Ausführlichere Informationen zu den Regelungen in Bayern gibt es hier.

  • Veranstaltungen und wie gefeiert werden darf

Hochzeits- und andere Feiern, aber auch Schulabschlussfeiern und Vereinssitzungen dürfen stattfinden mit bis zu 100 Personen in Innenräumen oder bis zu 200 Personen im Freien. Und die Wirte von Schankwirtschaften und Diskotheken dürfen ihre Räume für private und kulturelle Veranstaltungen vermieten.

Beruflich oder dienstlich veranlasste Veranstaltungen wie Tagungen oder Kongresse werden unter gleichen Bedingungen zugelassen wie kulturelle Veranstaltungen — das heißt bei zugewiesenen Plätzen mit bis zu 400 Gästen im Freien und 200 in Innenräumen.

Ohne Platzzuweisung liegt die Obergrenze bei 200 beziehungsweise 100 Menschen. Märkte ohne Volksfestcharakter wie kleinere Kunst- und Handwerkermärkte oder Flohmärkte ohne große Besucherströme werden im Freien unter Auflagen erlaubt.

Hochzeits- und Geburtstagsfeiern in Gasthäusern sind wieder ohne Mundschutz und Abstandsregelungen möglich. Die Lockerung gilt für private Feiern als geschlossene Gesellschaften, sofern keine weiteren Gäste im selben Raum sind. 

Gemeinsame Aktivitäten wie Tanz oder Spiele sind ohne Einhaltung des Mindestabstands möglich. Sollte es bei der Veranstaltung Live-Musik geben, gelten für die Musiker abweichende Regeln: Sie müssen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu den Gästen einhalten, wenn sie singen oder Blasinstrumente verwenden sind es zwei Meter.

Großveranstaltungen sind bis mindestens 31. August untersagt.

  • Was gilt in Gotteshäusern?

An öffentlich zugänglichen Gottesdiensten dürfen ab 22. Juni wieder mehr Menschen teilnehmen. Der Mindestabstand in Kirchen, Synagogen und Moscheen wird von zwei Metern auf 1,5 Meter verringert.

Im Freien beträgt die Höchstteilnehmerzahl 200 Personen und es ist grundsätzlich zwischen Personen ein Mindestabstand von 1,5 m zu wahren.

ARBEIT

  • Home-Office und wie die Arbeit zu Hause klappt

Um eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern, machen zahlreiche Unternehmen in der Region Home-Office möglich.

Einen Anspruch auf Home-Office gibt es nicht. Das müssen Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitgeber klären. Im Gegenzug aber kann auch der Arbeitgeber niemanden zum Home-Office zwingen, da die Privatwohnung als Intimsphäre vor der beruflichen Tätigkeit grundgesetzlich geschützt ist.

Selbstorganisation und Selbstdisziplin sind der Schlüssel zum entspannten Home-Office. Praktische Tipps, wie das Arbeiten von zu Hause klappen kann lesen Sie hier (plus).

  • Soforthilfe und wer Unterstützung bekommt

Die Antragsfrist für die Soforthilfe in Baden-Württemberg und Bayern endete zum 31. Mai 2020. Mit dem Programm für kleine Unternehmen haben Baden-Württemberg und Bayern in der Corona-Krise eine Pleitewelle verhindern wollen. Eine Antragstellung ist nicht mehr möglich.

Alle Anträge auf Soforthilfe, die bis zum 31. Mai, 24 Uhr gestellt wurden, sollen im gewohnten Prozess bearbeitet werden.

Ein Nachfolgeprogramm für die Soforthilfe soll bereits auf den Weg gebracht sein. Derzeit laufe die Abstimmung mit dem Bund. Unterstützung und Hilfen für Unternehmer und Selbstständige gibt es hier: Baden-Württemberg und Bayern.

  • Kurzarbeit und was Arbeitnehmern zusteht

Die Auswirkungen der Corona-Krise bringen zahlreiche Branchen zum Stillstand. Kurzarbeit ist ein Instrument, mit dem Entlassungen verhindert werden sollen. Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent ihres Nettolohnausfalls, wenn sie Kurzarbeit machen müssen.

Wer also beispielsweise statt wie üblicherweise fünf Tage nur noch vier Tage pro Woche arbeiten würde, bekäme 80 Prozent des Lohns weiter vom Arbeitgeber. Für die übrigen 20 Prozent erhalten Beschäftigte die anteilige Kompensationszahlung von der Arbeitsagentur.

Seit 14. Mai gilt: Ab dem vierten Monat des Bezugs sollen es 70 Prozent oder 77 Prozent sein - ab dem siebten Monat 80 Prozent oder 87 Prozent. Gezählt wird rückwirkend ab März.

Wer also seitdem auf mindestens 50 Prozent Kurzarbeit war, soll ab Juli mehr Geld bekommen, die zweite Erhöhungsstufe würde dann ab Oktober greifen. Die Regelung läuft aber auch Ende des Jahres wieder aus.

Die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Arbeitnehmer in Kurzarbeit werden zudem vom 1. Mai bis 31. Dezember bis zur vollen Höhe des bisherigen Monatseinkommens erweitert.

Alle Fragen und Antworten zur Kurzarbeit finden Sie hier.

EINKAUFEN, BETRIEBE UND EINRICHTUNGEN

Baden-Württemberg:

  • Lockerungen und welche Betriebe wieder geöffnet haben

Nach wochenlangen drastischen Einschränkungen hat die Landesregierung im Südwesten weitreichende Lockerungen eingeführt - nahezu alle Betriebe dürfen wieder öffnen, wenn auch meist unter Auflagen.

Es dürfen alle Ladengeschäfte – unabhängig von ihrer Verkaufsfläche – unter Auflagen wieder vollständig öffnen. Die 800 Quadratmeter-Regelung entfällt. Es gilt weiterhin die Richtgröße, dass sich pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche nur eine Person (einschließlich Personal) im Laden aufhalten soll.

Seit dem 2. Juni können unter Hygiene-Auflagen wieder Kneipen und Bars öffnen. Auch Jugendhäuser dürfen wieder unter Auflagen öffnen, ebenso wie öffentliche Bolzplätze. Bereits seit dem 29. Mai können Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Pensionen oder Campingplätze wieder Touristen aufnehmen.

  • Verbote und was weiter geschlossen bleibt

Geschlossen bleiben müssen weiterhin Prostitutionsstätten und Bordelle, Clubs und Diskotheken. Außerdem sind Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern bis zum 31. Oktober verboten.

Bayern:

  • Lockerungen und welche Betriebe wieder geöffnet haben

Seit dem 11. Mai 2020 ist die Öffnung aller Handels- und Dienstleistungsbetriebe (Groß- und Einzelhandel mit Kundenverkehr) unter Auflagen (z. B. Maskenpflicht) erlaubt.

Die bislang geltende Beschränkung auf eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter wird aufgehoben. Außerdem wird ab Montag, 22. Juni die Mindest-Quadratmeterzahl pro Kunde von 20 auf 10 Quadratmeter halbiert. 

Verkäufer hinter Plexiglas müssen ab 22. Juni dann auch keinen Munschutz mehr tragen.

Auch Einkaufszentren und Wochenmärkte können unter Beachtung besonderer Auflagen wieder öffnen.

  • Verbote und was weiter geschlossen bleibt

Das Feiern und Grillen auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist untersagt. Clubs und Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen.

SCHULE, KITA UND KINDERGARTEN

Familien sind in dieser Ausnahmesituation gezwungen, Lernen, Arbeit, Spiel und Bewegung unter ein Dach zu bringen. Tipps, wie das am besten funktioniert, hat diese Erziehungsberaterin (plus).

Und damit es zu Hause nicht langweilig wird, haben wir Tipps und Bastelideen für Familien hier zusammengestellt (plus).

In Urlaub zu fahren, ist während der Homeschooling-Tage gesetzlich möglich. Schülern wird nicht prinzipiell vorgeschrieben, an ihrem Wohnort bleiben zu müssen, manches gilt es aber zu beachten (plus).

Baden-Württemberg:

  • Schulen und wann sie wieder öffnen

Alle Schüler sollen zumindest zeitweise wieder Präsenzunterricht erhalten. Nach den Sommerferien soll der Regelbetrieb in Schulen in allen Bundesländern wieder aufgenommen werden. Das gilt aber nur so lange, wie sich die Infektionslage in der Corona-Krise weiterhin gleichbleibend gut entwickelt.

Seit 15. Juni nehmen Schüler aller Klassenstufen in einem rollierenden System am Präsenzunterricht teil. Damit erhalten alle Klassenstufen bis zu den Sommerferien noch drei Wochen Unterricht an der Schule - die Viertklässler insgesamt fünf Wochen beginnend ab dem 18. Mai.

Seit dem 29. Juni sind Grundschulen wieder für nahezu alle Schüler geöffnet. Dabei gelten aber strenge Regeln: Die Klassen müssen untereinander bleiben, auch in den Pausen. In den Schulen dürfen ausschließlich gesunde Kinder, Lehrer und Betreuer am Unterricht teilnehmen. Außerdem müssen die Hygienehinweise in der jeweils aktuellen Fassung weiterhin umgesetzt werden. Eine Schulpflicht besteht aber nicht.

  • Kitas, Kindergärten und welche Notbetreuung es gibt

Die Kitas können wieder vollständig öffnen. Die jeweiligen Gruppen sollen möglichst konstant bleiben und sich nicht vermischen, auch nicht in den Pausen. 

In Kitas und Kindertagespflegeeinrichtungen müssen die Abstandsregeln zwischen Kindern nicht eingehalten werden. Beschäftigte in Kitas müssen ebenfalls das Abstandsgebot zu den Kindern nicht einhalten, aber zueinander und zu anderen Erwachsenen Personen wie etwa Eltern.

  • Universitäten und Hochschulen

Der Studienbetrieb bleibt bis zum 30. Juni ausgesetzt - online Angebote sind zulässig. Praxisveranstaltungen in Laboren oder anderen speziellen Arbeitsräumen sind unter Schutzmaßnahmen möglich, falls sie zwingend notwendig sind.

Die Unterbrechung hat keine Auswirkungen auf die BAföG-Zahlung. Dies gilt auch für Studierende im ersten Semester – sie erhalten trotz einer Verschiebung des Studienbetriebs gegebenfalls BAföG.

Bayern:

  • Schulen und wann sie wieder öffnen

In Bayern sind Schulferien. Wie es danach weitergeht, hängt vom Verlauf der Pandemie ab. Es soll aber eine Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts geben.

Am 15. Juni hatte der Unterrichtsbetrieb für alle Jahrgangsstufen wieder angefangen. Der Unterricht wurde mit Ausnahme der Abschlussklassen der meisten Schularten in der Regel gestaffelt im wochenweisen (ggf. auch tageweisen) Wechsel abgehalten, sodass die Anzahl der Schüler, die sich zeitgleich auf dem Schulweg, im Klassenzimmer oder im Schulhaus befindet, reduziert wurde. Phasen des Präsenzunterrichts an der Schule wechselten sich dadurch mit Phasen des Lernens zuhause ab.

Mit Blick auf verbrauchte Urlaubstage bei Eltern soll in den Sommerferien eine Notbetreuung sichergestellt werden. Details gibt es beim bayerischen Kultusministerium.

  • Kitas, Kindergärten und welche Notbetreuung es gibt

Alle Kinder dürfen zurück in Kindergärten und Krippen. Ab September sollen Kinder mit Schnupfen und laufender Nase nicht mehr automatisch vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden; hierzu wird ein Leitfaden erarbeitet.

Kinder, die im kommenden Jahr schulpflichtig werden, dürfen seit dem 15. Juni wieder die Kita besuchen. Krippen empfangen wieder die Kinder, die kommendes Jahr in die Kita wechseln.

Waldkindergärten können bereits seit dem 25. Mai wieder von nahezu allen Kindern besucht werden. Privat organisierte, nachbarschaftliche oder familiäre, wechselseitige Kinderbetreuung in festen Kleingruppen von maximal drei Familien ist möglich. Diese muss unentgeltlich erfolgen.

Bayern hat zahlreiche Betreuungsmöglichkeiten wieder eingeführt, welche genau, lesen Sie hier.

  • Universitäten und Hochschulen

Vorlesungen sollen weiterhin online stattfinden. Seminare und Praktika, die einen bestimmten Arbeitsraum benötigen - wie etwa ein Labor können wieder vor Ort abgehalten werden. Maximal 30 Personen dürfen teilnehmen.

KRANKENHÄUSER, GESUNDHEIT UND PFLEGE

Baden-Württemberg:

Die Landesregierung hat weitere Lockerungen für Bewohner und Besucher stationärer Pflegeeinrichtungen beschlossen. Die Besuchszeiten sollen ab 1. Juli nicht mehr begrenzt werden.

Die Zahl der Besucher bleibt allerdings beschränkt: Bewohner können weiterhin pro Tag nur zwei Besucher empfangen. Ausnahmen können aus besonderen Anlässen wie Sterbebegleitung oder Geburtstage erteilt werden. Mindestabstand und Maskenpflicht gelten weiterhin. Besuche von Personen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten oder Corona-Symptome aufweisen, sind weiterhin nicht möglich.

Bayern:

Der grundsätzliche Aufnahmestopp für stationäre Einrichtungen der Pflege und für Menschen mit Behinderung wird unter Auflagen aufgehoben. 

Jeder Patient oder Bewohner darf einmal täglich von einem Familienangehörigen (erfasst sind: Ehegatte, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister), bei Minderjährigen auch von den Eltern oder Sorgeberechtigten gemeinsam, oder einer weiteren festen Person während einer festen Besuchszeit besucht werden. Für die Besucher gelten eine Maskenpflicht und das Gebot nach Möglichkeit durchgängig einen Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten.

Ergänzend werden auch verdachtsunabhängige Testungen von Personal und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen intensiviert. 

Die Begleitung Sterbender durch den engsten Familienkreis ist jederzeit zulässig.

RECHTLICHES UND SONSTIGES

  • Bußgelder und wie teuer Verstöße werden können

Baden-Württemberg hat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Verordnung veröffentlicht. Sie werden demnach als Ordnungswidrigkeit bestraft.

100 bis 1000 Euro Bußgeld kostet beispielsweise der Aufenthalt im öffentlichen Raum mit mehr Personen, als zugelassen. Wer keine Maske trägt, obwohl er eigentlich müsste, muss mit 15 bis 30 Euro Bußgeld rechnen.

Wer sich wiederholt nicht an die neuen Regelungen hält, muss im Südwesten bis zu 25.000 Euro zahlen. Den vollständigen Bußgeldkatalog gibt es auf der Webseite des Sozialministeriums (Hier klicken).

In Bayern kostet das Nichteinhalten der Maskenpflicht gleich 150 Euro. Hier geht es zum Bußgeldkatalog.

  • Reisen und was derzeit möglich ist

Ferienwohnungen und Campingplätze können in Bayern und Baden-Württemberg wieder öffnen, genauso wie Hotels.

Innerhalb Deutschlands sind Reisen und Ausflüge in alle Bundesländer erlaubt. Das gilt allerdings nicht für Menschen, die ihren Wohnsitz in Corona-Hotspots, wie beispielsweise Gütersloh in Nordrhein-Westfalen haben. Mehrere Bundesländer, unter anderem auch Bayern und Baden-Württemberg wollen Reisende aus dem Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Diese Regelung gilt nur für Urlaubsreisen.

Seit 15. Juni warnt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite nicht mehr vor Reisen in zahlreiche europäische Länder. Dazu zählen Haupturlaubsländer der Deutschen wie Italien, Österreich, Griechenland, Frankreich und Kroatien.

Die Reisefreiheit und Personenfreizügigkeit innerhalb des Schengenraums ist somit seit dem 15. Juni wieder hergestellt. Deutsche Staatsbürger dürfen von Deutschland aus in einen anderen EU-Mitgliedstaat sowie nach Liechtenstein, auch auf dem Luftweg nach Island, Norwegen und das Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland reisen.

Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub können sich seit dem Wochenende auf mehreren Flughäfen in Deutschland auf das Coronavirus testen lassen. Wer keinen negativen Befund hat, muss wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne.

Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich freiwillig innerhalb von 72 Stunden testen lassen - dann nicht am Flughafen, sondern etwa in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern. Grundlage für die ausgewiesenen Risikogebiete sind Informationen des Robert-Koch-Instituts.

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland.

  • Vereine und wie Mitglieder sie unterstützen können

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat den Sportvereinen in Baden-Württemberg im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie finanzielle Unterstützung zugesichert. Zum Beispiel könne das Kurzarbeitergeld dazu beitragen, voll- und teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter in den Vereinen vor Entlassung und Arbeitslosigkeit zu schützen und die Personalkosten der Vereine zu senken.

Ebenso wichtig seien die vom Bund und vom Land beschlossenen Hilfen für Solo-Selbstständige und Freiberufler. Die Antragsfrist für die Soforthilfe in Baden-Württemberg und Bayern endete allerdings zum 31. Mai 2020.

Eisenmann appelliert an alle Vereinsmitglieder: „Stehen Sie auch in diesen schwierigen Zeiten zu Ihrem Verein, bleiben Sie ihm treu.“

Mitgliedsbeiträge für Vereine müssen in der Regel weiter gezahlt werden, auch wenn der Verein wegen der Corona-Krise keine Aktivitäten anbietet. Der Beitrag dient nach den vereinsrechtlichen Grundsätzen dazu, den Vereinszweck zu verwirklichen, erklärt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Aus diesem Grund besteht jetzt auch kein Minderungs- oder Sonderkündigungsrecht.

  • Haustiere und ob sie uns anstecken können

Haustieren wie Katzen und Hunden macht der Erreger nach ersten Erkenntnissen wenig oder gar nichts aus. Der Chef der Tierpathologie an der Freien Universität Berlin gibt für Hunde sofort Entwarnung.

Bei Katzen sei die Forschungslage deutlich unklarer, aber generell sieht Gruber auch bei ihnen keinen Grund zur Sorge. Schutzmasken bei der Betreuung von Mieze oder Bello zu Hause hält Tierpathologe Gruber für unnötig. Auch Abstandsregeln für Haustiere seien bei der bisherigen Forschungslage übertrieben.

Wie Tierärzte in Aalen mit der Situation umgehen lesen Sie hier (plus).

  • Mitgliedsbeiträge und ob Gebühren für Busfahrkarte, Kita oder Fitnessstudio erstattet werden

Eltern sollen im Südwesten für April und Mai keine Kita-Gebühren zahlen müssen, wenn sie ihre Kinder wegen des Coronavirus zu Hause betreuen. Darauf haben sich Städte, Gemeinden und Kirchen verständigt.

Wer eine Fahrkarte der Deutschen Bahn hat, egal ob eine Schülermonatskarte oder ein Ticket für eine einmalige Fahrt, kann sich laut Webseite entschädigen lassen, stornieren oder die Fahrt verschieben. Alle Möglichkeiten der Deutschen Bahn finden Sie hier.

Wollen Anbieter ihre Dienstleistungen jetzt online erbringen, müssen sich Verbraucher nach Ansicht der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nicht in jedem Fall darauf einlassen.

Oft sei es für das Angebot wichtig, dass sich die Parteien persönlich treffen. Wenn das wegen der Kontaktsperre nicht mehr geht, ist es unmöglich, die Leistung zu erbringen. In manchen Fällen ist es aber auch durchaus denkbar, dass die Dienstleistung telefonisch oder im Internet angeboten wird. Das kann zum Beispiel bei Sprachkursen oder Beratungsgesprächen der Fall sein.

Was die Krise für Verträge bedeutet - beispielsweise für Fitnessstudio, Hochzeitsfeier, Ausflug oder Verein - lesen Sie hier (plus).

  • Miete und was passiert, wenn dafür kein Geld mehr übrig ist

Wem wegen der Corona-Krise plötzlich das Gehalt fehlt, der kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Deswegen hat der Bundestag einige Erleichterungen für Mieter beschlossen.

Wer von April bis Juni 2020 die Miete nicht bezahlen kann, darf die Zahlung aufschieben, ohne gekündigt zu werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu hat unser Experte Ottmar H. Wernicke, Geschäftsführer von "Haus und Grund" Württemberg, hier beantwortet.

COVID-19

  • Symptome und wie die Krankheit verläuft

Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus führt laut Weltgesundheitsorganisation zu Symptomen wie Fieber, trockenem Husten und Abgeschlagenheit, mitunter auch zu Atemproblemen, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost.

Einige Betroffene litten an Übelkeit, einer verstopften Nase und Durchfall. Die Symptome sind vergleichbar mit der einer Grippe, die sich in diesem Jahr ebenfalls sehr stark in Deutschland ausgebreitet hat.

Das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Tod haben den Daten zufolge Menschen über 60 Jahre und Menschen mit Grunderkrankungen. Alle Informationen zur Krankheit und wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen gibt es hier.

  • Tests auf Covid-19 und wie getestet wird

Jeder Hausarzt, der kassenärztliche Bereitschaftsdienst und das örtliche Gesundheitsamt können auf Sars-CoV-2 testen. Dazu nimmt der Arzt einen Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum. Der Test für den Direktnachweis von Sars-CoV-2 erfolgt dann in einem Labor durch eine Polymerase-Kettenreaktion - PCR abgekürzt. Dabei wird das Erbmaterial der Viren so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es nur in geringen Mengen vorkommt.

Ein negatives Ergebnis sagt, dass zum Zeitpunkt des Abstrichs keine Viren in der entsprechenden Menge nachgewiesen wurden. Dennoch ist dadurch nicht ausgeschlossen, dass man sich kurze Zeit vor dem Abstrich noch angesteckt haben könnte - und man kann sich natürlich auch nach dem Test jederzeit infizieren.

Die Krankenkassen zahlen bei Menschen, deren Symptome auf eine Infektion hindeuten. Unter bestimmten Umständen werden die Kosten aber auch dann getragen, wenn man keine Symptome hat. Wer sich auf eigene Kosten testen lassen möchte, muss je nach Anbieter mit mehr als 100 oder sogar 200 Euro rechnen.

Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub können sich seit dem Wochenende auf mehreren Flughäfen in Deutschland auf das Coronavirus testen lassen. Wer keinen negativen Befund hat, muss wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich freiwillig innerhalb von 72 Stunden testen lassen - dann nicht am Flughafen, sondern etwa in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern.

Ab dem 1. Juli greift in Bayern ein neues Testkonzept, welches auch Menschen ohne jegliche Krankheitssymptome kostenlose Coronatests ermöglicht. Die Kosten dafür übernimmt der Freistaat Bayern. Zunächst sind für das laufende Jahr rund 200 Millionen Euro veranschlagt.

Anders als Bayern bietet Baden-Württemberg keine flächendeckenden, kostenlosen Corona-Tests für die Bürger an.

  • Impfstoffe und wer daran forscht

Derzeit forschen weltweit viele Mediziner an einem Impfstoff gegen das SARS-CoV-2-Virus. Das Unternehmen Curevac aus Tübingen etwa verfolgt einen neuartigen Ansatz: Mit einem Biomolekül soll der Körper quasi seine eigene Medizin herstellen. Hier lesen Sie dazu mehr (plus). Die Zeit drängt, doch vor Januar 2021 rechnet kaum jemand mit einem verlässlichen Impfstoff.

In einer regelmäßigen Kolumne auf Schwäbische.de beantwortete Virologe Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, Fragen zum Coronavirus. Hier geht es zur Kolumne.

  • Mundschutz und ob er vor einer Infektion schützt

Atemschutzmaske, Mund-Nasen-Schutz oder Stofftuch – zahlreiche Menschen aus der Region versuchen sich mit Masken vor einer Infektion zu schützen.

Wie selbstgebastelte Masken zur Bekämpfung beitragen können lesen Sie hier (plus).

  • Risikogruppen und ob Covid-19 nur für ältere Menschen gefährlich ist

Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt laut Robert-Koch-Institut (RKI) ab 50 bis 60 Jahren stetig an.

Auch verschiedene Grunderkrankungen wie beispielsweise Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen scheinen unabhängig vom Alter das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen.

Schwangere haben laut RKI nach bisherigen Erkenntnissen kein erhöhtes Risiko gegenüber Frauen mit ähnlichem gesundheitlichen Zustand. Auch bei Kindern scheint kein größeres Risiko zu bestehen.

  • Geburten und ob Partner noch im Kreißsaal dabei sein dürfen

Werdende Väter dürfen auch in der Corona-Krise bei der Geburt ihres Kindes im Krankenhaus dabei sein. Die Maßnahmen von Bund und Ländern haben dafür eine Ausnahme vorgesehen. Diese Ausnahme gilt aber nur, wenn der Vater gesund ist und keinen Kontakt zu Erkrankten hatte.

  • Arztbesuche und welche besser verschoben werden sollten

Selbstverständlich darf jeder weiterhin zum Arzt gehen, wenn er mit akuten und möglicherweise gefährlichen Symptomen kämpft. Der Arzt entscheidet dann, welche Tests und Untersuchungen möglich sind. Zahnärzte dürfen wieder uneingeschränkt praktizieren.

Die Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kleinkinder haben eigentlich feste Termine. Wegen der Corona-Krise werden diese nun aber teilweise aufgehoben.

Konkret bedeutet das: Beginnend bei der U6, die eigentlich zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, gelten die fixen Intervalle vorübergehend nicht mehr – Eltern und Ärzte können die Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Ein Muss ist das aber nicht.

  • Grippevirus und was der Unterschied zum neuen Coronavirus ist

Influenza und Covid-19 haben laut Weltgesundheitsorganisation einige Gemeinsamkeiten. Beide Virenarten verursachen Atemwegserkrankungen, die unterschiedlich schwer verlaufen können. Außerdem werden beide über Kontakt, Tröpfcheninfektion oder kontaminierte Objekte übertragen.

Allerdings treten beim Grippevirus beispielsweise schneller Symptome auf und es kann sich so leichter verbreiten. Kinder spielen laut Weltgesundheitsorganisation eine große Rolle bei der Verbreitung des neuartigen Coronavirus. Allerdings scheinen junge Menschen weniger daran zu erkranken.

Insgesamt lassen die aktuellen Daten darauf schließen, dass Covid-19 öfter zu schweren Krankheitsverläufen führt und auch die Sterberate höher ist. Die genaue Gegenüberstellung der Weltgesundheitsorganisation finden Sie auf deren Webseite hier (englisch).

Zahlreiche Nachrichten und Kettenbriefe verbreiten sich während der Corona-Krise. Einige davon spielen die Gefahr einer Ausbreitung von Covid-19 herunter. Wir enttarnen regelmäßig Verschwörungstheorien, Fake-News und scheinbare Tipps gegen das Coronavirus hier im Fake-News-Blog.

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