Wer-Wie-Was: Alle Regeln, Tipps, Fragen und Antworten zu Corona im XXL-Überblick

Lesedauer: 38 Min
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Leiter Digitalredaktion

Das neuartige Coronavirus wirkt sich auf all unsere Lebensbereiche aus. Teilweise überschlagen sich die Meldungen aus Politik und Wirtschaft geradezu.

Um in dieser Ausnahmesituation den Überblick zu behalten, haben wir zusammengefasst, was in Sachen Arbeit, Schule, Freizeit und Co. gerade wichtig ist, wem welche Hilfen zustehen und mit welchen Tipps Sie am besten durch die Krise kommen.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Regelungen im Südwesten und die Unterschiede zwischen Bayern und Baden-Württemberg gelegt.

FREIZEIT, ALLTAG UND FAMILIE

Baden Württemberg: 

  • Treffen und wo sie erlaubt sind

Im öffentlichen Raum dürfen Sie mit den Personen eines weiteren Hausstands unterwegs sein. So können Sie sich mit einer weiteren Familie oder den Bewohnern eines weiteren Haushalts im öffentlichen Raum treffen. Weiterhin ist es möglich, mit allen Personen des eigenen Haushalts im öffentlichen Raum unterwegs zu sein.

Im privaten Raum dürfen jetzt bis zu zehn statt wie bisher nur fünf Personen aus mehreren Haushalten zusammenkommen. Verwandte und ihre Angehörigen desselben Haushalts dürfen sich ohne Beschränkung treffen.

Weiterhin gilt: Zu anderen Personen ist im öffentlichen Raum, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

  • Masken und wo sie getragen werden müssen

Die Alltagsmasken sind nicht nur in Läden, im Nahverkehr, an Bushaltestellen und Bahnsteigen, sondern auch im Personenfernverkehr (Züge der DB AG) sowie in Flughafengebäuden zu tragen. Eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum besteht nicht.

  • Veranstaltungen und wie gefeiert werden darf

Ab dem 1. Juni sind öffentliche Veranstaltungen mit unter 100 Personen wieder möglich. Voraussetzung ist, dass es feste Sitzplätze gibt und die Hygiene- und Abstandsvorgaben eingehalten werden – also beispielsweise Restaurants oder Veranstaltungsstätten. Diese Lockerung soll insbesondere Kulturschaffenden eine Perspektive geben.

Zudem sollen nach dem 9. Juni private Feiern zuhause mit bis zu 20 Personen und in angemieteten Räumen mit maximal 99 Personen wieder erlaubt werden.

Großveranstaltungen ab 500 Teilnehmern bleiben aber bis zum 31. August verboten.

  • Sport und wo trainiert werden darf

Prinzipiell dürfen in Baden-Württemberg seit dem 2. Juni alle öffentlichen und privaten Sportanlagen und Sportstätten öffnen – egal ob drinnen oder draußen. Auch Fitness- und Yogastudios, Tanzschulen und ähnliche Einrichtungen dürfen Kurse anbieten.

Während des gesamten Trainings und bei allen Übungen muss ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu allen anderen Sportlern eingehalten werden. Mehr Nähe darf auch beim Sport nur dann sein, wenn die Personen in gerader Linie verwandt sind, wenn es sich um Geschwister oder deren Nachkommen handelt oder die Personen ohnehin in einem gemeinsamen Haushalt zusammenleben.

Für alle anderen Personen ist direkter körperlicher Kontakt untersagt. Das bedeutet auch: Sportarten, die zwingend nahen Kontakt erfordern, dürfen weiterhin nicht ausgeübt werden. Dazu gehören allen voran Mannschaftssportarten wie Fußball, Handball oder Basketball. Was genau für welches Training gilt, lesen Sie hier.

Von der Teilnahme am Trainings- und Übungsbetrieb ausgeschlossen sind Personen, die in Kontakt zu einer infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem Kontakt mit einer infizierten Person noch nicht 14 Tage vergangen sind, oder die Symptome eines Atemwegsinfekts oder erhöhte Temperatur aufweisen.

Sportboothäfen dürfen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder den Betrieb aufnehmen. Luftsport ist wieder möglich. Dazu zählt auch der Modellflug.

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Bayern: 

  • Treffen und wo sie erlaubt sind

Mit Wirkung ab dem 6. Mai 2020 entfällt die allgemeine Ausgangsbeschränkung. Ab sofort kann grundsätzlich jedermann zu jeder Zeit und zu jedem Zweck sich in die Öffentlichkeit begeben, soweit nicht die 4. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ausdrücklich etwas anderes vorsieht.  

Seit 8. Mai 2020 ist es erlaubt, neben der engeren Familie, d.h. neben Ehegatten, Lebenspartnern und Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, auch Verwandte in gerader Linie und Geschwister sowie die Angehörigen eines weiteren Hausstands zu treffen oder zu besuchen.

  • Masken und wo sie getragen werden müssen

Die Alltagsmasken sind nicht nur in Läden, im Nahverkehr, an Bushaltestellen und Bahnsteigen, sondern auch im Personenfernverkehr (Züge der DB AG) sowie in Flughafengebäuden zu tragen. Eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum besteht nicht.

  • Ausgangsregeln und wie viel Abstand gehalten werden muss

Die bestehende Kontaktbeschränkung und das Distanzgebot gelten fort. Jeder ist demnach angehalten, die physischen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Meter einzuhalten.

  • Was gilt im Sport?

An der frischen Luft, im öffentlichen Raum oder auf einer Freiluftsportanlage ist der Trainingsbetrieb ab dem 30. Mai zulässig, wenn strenge Regeln eingehalten werden, beispielsweise: Einhaltung der Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern, Ausübung nur allein oder in kleinen Gruppen von bis zu fünf Personen (inklusive Trainer), keine Nutzung von Umkleidekabinen und Duschen sowie keine Warteschlangen. Ab dem 8. Juni 2020 sind außerdem Gruppen von bis zu 20 Personen erlaubt.

Ausführlichere Informationen zu den Regelungen in Bayern gibt es hier.

  • Veranstaltungen und wie gefeiert werden darf

Veranstaltungen und Versammlungen bleiben in Bayern landesweit verboten. Großveranstaltungen sind bis mindestens 31. August untersagt.

ARBEIT

  • Home-Office und wie die Arbeit zu Hause klappt

Um eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern, machen zahlreiche Unternehmen in der Region Home-Office möglich.

Einen Anspruch auf Home-Office gibt es nicht. Das müssen Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitgeber klären. Im Gegenzug aber kann auch der Arbeitgeber niemanden zum Home-Office zwingen, da die Privatwohnung als Intimsphäre vor der beruflichen Tätigkeit grundgesetzlich geschützt ist.

Selbstorganisation und Selbstdisziplin sind der Schlüssel zum entspannten Home-Office. Praktische Tipps, wie das Arbeiten von zu Hause klappen kann lesen Sie hier (plus).

  • Soforthilfe und wer Unterstützung bekommt

Die Antragsfrist für die Soforthilfe in Baden-Württemberg und Bayern endete zum 31. Mai 2020. Mit dem Programm für kleine Unternehmen haben Baden-Württemberg und Bayern in der Corona-Krise eine Pleitewelle verhindern wollen. Eine Antragstellung ist ab sofort nicht mehr möglich.

Alle Anträge auf Soforthilfe, die bis zum 31. Mai, 24 Uhr gestellt wurden, sollen im gewohnten Prozess bearbeitet werden.

Ein Nachfolgeprogramm für die Soforthilfe soll bereits auf den Weg gebracht sein. Derzeit laufe die Abstimmung mit dem Bund. Unterstützung und Hilfen für Unternehmer und Selbstständige gibt es hier: Baden-Württemberg und Bayern.

  • Kurzarbeit und was Arbeitnehmern zusteht

Die Auswirkungen der Corona-Krise bringen zahlreiche Branchen zum Stillstand. Kurzarbeit ist ein Instrument, mit dem Entlassungen verhindert werden sollen. Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent ihres Nettolohnausfalls, wenn sie Kurzarbeit machen müssen.

Wer also beispielsweise statt wie üblicherweise fünf Tage nur noch vier Tage pro Woche arbeiten würde, bekäme 80 Prozent des Lohns weiter vom Arbeitgeber. Für die übrigen 20 Prozent erhalten Beschäftigte die anteilige Kompensationszahlung von der Arbeitsagentur.

Seit 14. Mai gilt: Ab dem vierten Monat des Bezugs sollen es 70 Prozent oder 77 Prozent sein - ab dem siebten Monat 80 Prozent oder 87 Prozent. Gezählt wird rückwirkend ab März.

Wer also seitdem auf mindestens 50 Prozent Kurzarbeit war, soll ab Juli mehr Geld bekommen, die zweite Erhöhungsstufe würde dann ab Oktober greifen. Die Regelung läuft aber auch Ende des Jahres wieder aus.

Die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Arbeitnehmer in Kurzarbeit werden zudem vom 1. Mai bis 31. Dezember bis zur vollen Höhe des bisherigen Monatseinkommens erweitert.

Alle Fragen und Antworten zur Kurzarbeit finden Sie hier.

EINKAUFEN, BETRIEBE UND EINRICHTUNGEN

Baden-Württemberg:

  • Lockerungen und welche Betriebe wieder geöffnet haben

Nach wochenlangen drastischen Einschränkungen hat die Landesregierung im Südwesten weitreichende Lockerungen eingeführt.

Es dürfen alle Ladengeschäfte – unabhängig von ihrer Verkaufsfläche – unter Auflagen wieder vollständig öffnen. Die 800 Quadratmeter-Regelung entfällt. Es gilt weiterhin die Richtgröße, dass sich pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche nur eine Person (einschließlich Personal) im Laden aufhalten soll.

Ab dem 2. Juni können unter Hygiene-Auflagen wieder Kneipen und Bars öffnen. Auch Jugendhäuser dürfen wieder unter Auflagen öffnen, ebenso wie öffentliche Bolzplätze. Bereits ab dem 29. Mai können Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Pensionen oder Campingplätze wieder Touristen aufnehmen.

Um Schwimmkurse durchzuführen, dürfen Schwimm- und Hallenbäder ab dem 2. Juni wieder öffnen. Dazu gehören auch Kurse zum therapeutischen Schwimmen. Neben Hallen- und Freibädern öffnen ab 6. Juni auch Kur- und Heilbäder sowie Saunen wieder.

Fahrschulen können wieder den Betrieb aufnehmen, ebenso Flugschulen. Sonnenstudios dürfen wieder öffnen. Für diese Betriebe gelten aber spezielle Hygienevorschriften. Weitere körpernahe Dienstleistungen mit vergleichbaren Hygienestandards wie Friseure dürfen ebenfalls öffnen. Dazu zählen auch Massagestudios, Kosmetikstudios, Nagelstudios, Tattoo-Studios, Piercingstudios.

Seit 11. Mai sind in Friseursalons gesichtsnahe Dienstleistungen wie wie Bartpflege, Wimpern färben und Augenbrauen zupfen wieder gestattet. Auch Kosmetikstudios dürfen diese Arbeiten durchführen.

Vergnügungsstätten wie Spielbanken, Spielhallen sowie Wettvermittlungsstellen dürfen unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Freizeiteinrichtungen im Freiluftbereich, etwa Freizeitparks und Ausflugsziele, für die Eintrittsgeld zu entrichten ist, dürfen unter Auflagen öffnen.

  • Verbote und was weiter geschlossen bleibt

Geschlossen bleiben müssen weiterhin Prostitutionsstätten und Bordelle, Clubs und Diskotheken. Außerdem sind touristische Busreisen nicht erlaubt. Für Auslandsreisen gilt die weltweite Reisewarnung bis mindestens Mitte Juni. Außerdem sind Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern bis zum 31. August verboten.

Bayern:

  • Lockerungen und welche Betriebe wieder geöffnet haben

Seit dem 11. Mai 2020 ist die Öffnung aller Handels- und Dienstleistungsbetriebe (Groß- und Einzelhandel mit Kundenverkehr) unter Auflagen (z. B. Maskenpflicht) erlaubt. Die bislang geltende Beschränkung auf eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter wird aufgehoben.

Auch Einkaufszentren und Wochenmärkte können unter Beachtung besonderer Auflagen wieder öffnen.

Seit dem 18. Mai dürfen Restaurants, Wirts- und Biergärten unter Auflagen öffnen. Ab dem 8. Juni 2020 dürfen Freibäder und Außenanlagen von Badeanstalten wieder öffnen

Darüber hinaus hat der Ministerrat beschlossen, dass alle Beherbergungsbetriebe, wie Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen sowie Campingplätze, bei strikter Wahrung der Hygienevorschriften ab dem Pfingstwochenende wieder für Urlauber offenstehen.

Die besucherstarken Objekte wie insbesondere die Schlösser Neuschwanstein und Linderhof sowie die Residenzen in München und Würzburg stehen ab dem 2. Juni wieder für Besucher offen.

Seit 11. Mai können auch folgende Einrichtungen und Betriebe wieder geöffnet werden: Tierparks und botanische Gärten mit Auflagen, Bibliotheken, Museen, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten mit Auflagen, ebenso Fahrschulen und Musikschulen mit gesonderten Regelungen. Mehr Details dazu finden Sie hier.

  • Verbote und was weiter geschlossen bleibt

Das Feiern und Grillen auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist untersagt. Hallenbäder, Theater und Kinos, Vereinsräume, Tagungs‐ und Veranstaltungsräume sowie Clubs, Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen.

SCHULE, KITA UND KINDERGARTEN

Familien sind in dieser Ausnahmesituation gezwungen, Lernen, Arbeit, Spiel und Bewegung unter ein Dach zu bringen. Tipps, wie das am besten funktioniert, hat diese Erziehungsberaterin (plus).

Und damit es zu Hause nicht langweilig wird, haben wir Tipps und Bastelideen für Familien hier zusammengestellt (plus).

Baden-Württemberg:

  • Schulen und wann sie wieder öffnen

Seit 4. Mai findet der Schulbetrieb in Baden-Württemberg wieder statt – für die Schüler an den allgemein bildenden Schulen, die in diesem und im nächsten Jahr ihre Abschlussprüfungen ablegen, sowie für die Schüler der Prüfungsklassen der beruflichen Schulen.

Am 18. Mai hat auch der Präsenzunterricht an den Grundschulen für Schüler der vierten Klassenstufe sowie der entsprechenden Klassen der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) begonnen.

In einem zweiten Schritt nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni, werden auch Schüler der anderen Klassenstufen in einem rollierenden System in den Präsenzunterricht einbezogen. Damit erhalten dann alle Klassenstufen bis zu den Sommerferien noch drei Wochen Unterricht an der Schule - die Viertklässler insgesamt fünf Wochen beginnend ab dem 18. Mai.

In Musikschulen soll unter bestimmten Voraussetzungen und in einzeln festgelegten Bereichen Unterricht ermöglicht werden.

  • Kitas, Kindergärten und welche Notbetreuung es gibt

Am 26. Mai hat die Landesregierung eine vollständige Öffnung der Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Baden-Württemberg angekündigt. Sowohl Kindertageseinrichtungen als auch Grundschulen sollen bis Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli vollständig geöffnet werden.

Bayern:

  • Schulen und wann sie wieder öffnen

Die meisten Abschlussklassen und einige weitere Jahrgangsstufen haben in Bayern bereits wieder Unterricht. Eine Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs für alle Jahrgangsstufen ist ab dem 15. Juni geplant, vorbehaltlich einer weiterhin positiven Entwicklung des Infektionsgeschehens in Deutschland. 

Der Unterricht wird mit Ausnahme der Abschlussklassen der meisten Schularten und – bis Pfingsten – auch der Jahrgangsstufe 4 der Grundschule in der Regel gestaffelt im wochenweisen (ggf. auch tageweisen) Wechsel abgehalten, sodass die Anzahl der Schüler, die sich zeitgleich auf dem Schulweg, im Klassenzimmer oder im Schulhaus befindet, reduziert wird. Phasen des Präsenzunterrichts an der Schule wechseln sich dadurch mit Phasen des Lernens zuhause ab.

Mit Blick auf verbrauchte Urlaubstage bei Eltern soll in den Pfingst- und Sommerferien eine Notbetreuung sichergestellt werden. Details gibt es beim bayerischen Kultusministerium.

  • Kitas, Kindergärten und welche Notbetreuung es gibt

Der Ministerrat hat erneute Ausweitungen der Notbetreuung bei der Kindertagesbetreuung ab dem 25. Mai beschlossen. Die Betretungsverbote wurden bis zum 14. Juni verlängert. Waldkindergärten können dagegen ab dem 25. Mai wieder von nahezu allen Kindern besucht werden.

Privat organisierte, nachbarschaftliche oder familiäre, wechselseitige Kinderbetreuung in festen Kleingruppen von maximal drei Familien ist ab sofort möglich. Diese muss unentgeltlich erfolgen.

Bayern hat zahlreiche Betreuungsmöglichkeiten wieder eingeführt, welche genau, lesen Sie hier.

KRANKENHÄUSER, GESUNDHEIT UND PFLEGE

Baden-Württemberg:

Die Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Pflegeheimen entfallen, sodass sie die Einrichtung auch ohne triftigen Grund verlassen können.

Allerdings werden in der Corona Verordnung nun besondere Vorgaben zum Infektionsschutz gemacht, zu denen unter anderem eine vierzehntägige Maskenpflicht in Gemeinschaftsräumen gehört, die für Bewohner gilt, die die Einrichtung verlassen haben.

Seit dem 18. Mai wurden die Besuchsregelungen für viele Einrichtungen gelockert. Pro Bewohner ist beispielsweise pro Tag grundsätzlich ein Besuch erlaubt. Der Besuch wird dabei auf zwei Personen beschränkt. Ausnahmen von den vorgenannten Einschränkungen sind insbesondere für nahestehende Personen im Rahmen der Sterbebegleitung vorgesehen. Alle Regeln gibt es hier.

Bayern:

Der grundsätzliche Aufnahmestopp für stationäre Einrichtungen der Pflege und für Menschen mit Behinderung wird unter Auflagen aufgehoben. 

Jeder Patient oder Bewohner darf einmal täglich von einem Familienangehörigen (erfasst sind: Ehegatte, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister), bei Minderjährigen auch von den Eltern oder Sorgeberechtigten gemeinsam, oder einer weiteren festen Person während einer festen Besuchszeit besucht werden. Für die Besucher gelten eine Maskenpflicht und das Gebot nach Möglichkeit durchgängig einen Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten.

Ergänzend werden auch verdachtsunabhängige Testungen von Personal und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen intensiviert. 

Die Begleitung Sterbender durch den engsten Familienkreis ist jederzeit zulässig.

RECHTLICHES UND SONSTIGES

  • Bußgelder und wie teuer Verstöße werden können

Baden-Württemberg hat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Verordnung veröffentlicht. Sie werden demnach als Ordnungswidrigkeit bestraft.

100 bis 1000 Euro Bußgeld kostet beispielsweise der Aufenthalt im öffentlichen Raum mit mehr Personen, als zugelassen. Wer keine Maske trägt, obwohl er eigentlich müsste, muss mit 15 bis 30 Euro Bußgeld rechnen.

Wer sich wiederholt nicht an die neuen Regelungen hält, muss im Südwesten bis zu 25.000 Euro zahlen. Den vollständigen Bußgeldkatalog gibt es auf der Webseite des Sozialministeriums (Hier klicken).

In Bayern kostet das Nichteinhalten der Maskenpflicht gleich 150 Euro. Hier geht es zum Bußgeldkatalog.

  • Reisen und welche Grenzen dicht sind

Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus hatten Deutschland und die anderen EU-Staaten ein weitreichendes Einreiseverbot für Bürger der allermeisten Nicht-EU-Staaten vereinbart. Das Verbot betrifft insbesondere alle Flüge und Schiffsreisen, die ihren Ausgangspunkt außerhalb der Europäischen Union haben. Die land- und luftseitigen Binnengrenzkontrollen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich und Dänemark sowie (luftseitig) zu Italien und Spanien und seeseitig zu Dänemark gelten bis einschließlich zum 15. Juni.

Wer aus Deutschland nach Frankreich reisen möchte, braucht derzeit weiter einen triftigen Grund und muss an der Grenze einen französischen Passierschein mit dem Einreisegrund ausfüllen. Abhängig von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens sollen zum 15. Juni die Grenzen wieder wie gewohnt passierbar sein.

Dies gilt auch für die Grenzen zur Schweiz. Auch die Schweiz hat die Absperrungen an ihren Grenzübergängen entfernt, führt aber noch Grenzkontrollen durch. Die Schweiz erlaubt eine Einreise zu folgenden Zwecken: Familienbesuche zu wichtigen Feiern oder Beerdigungen, Besuche bei Lebensgefährten oder Verwandten im Nachbarland, zur Versorgung von Tieren oder Gärten oder Nutzung von Landwirtschaft-, Forst- und Jagdflächen.

Auch hier sind Einreisen zu touristischen Zwecken oder für Einkaufsbummel weiterhin nicht möglich. 

Wer aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Island, dem Fürstentum Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland einreist, muss seit dem 17. Mai nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne.

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland.

  • Vereine und wie Mitglieder sie unterstützen können

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat den Sportvereinen in Baden-Württemberg im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie finanzielle Unterstützung zugesichert. Zum Beispiel könne das Kurzarbeitergeld dazu beitragen, voll- und teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter in den Vereinen vor Entlassung und Arbeitslosigkeit zu schützen und die Personalkosten der Vereine zu senken.

Ebenso wichtig seien die vom Bund und vom Land beschlossenen Hilfen für Solo-Selbstständige und Freiberufler. Die Antragsfrist für die Soforthilfe in Baden-Württemberg und Bayern endete allerdings zum 31. Mai 2020.

Eisenmann appelliert an alle Vereinsmitglieder: „Stehen Sie auch in diesen schwierigen Zeiten zu Ihrem Verein, bleiben Sie ihm treu.“

Mitgliedsbeiträge für Vereine müssen in der Regel weiter gezahlt werden, auch wenn der Verein wegen der Corona-Krise keine Aktivitäten anbietet. Der Beitrag dient nach den vereinsrechtlichen Grundsätzen dazu, den Vereinszweck zu verwirklichen, erklärt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Aus diesem Grund besteht jetzt auch kein Minderungs- oder Sonderkündigungsrecht.

  • Haustiere und ob sie uns anstecken können

Haustieren wie Katzen und Hunden macht der Erreger nach ersten Erkenntnissen wenig oder gar nichts aus. Der Chef der Tierpathologie an der Freien Universität Berlin gibt für Hunde sofort Entwarnung.

Bei Katzen sei die Forschungslage deutlich unklarer, aber generell sieht Gruber auch bei ihnen keinen Grund zur Sorge. Schutzmasken bei der Betreuung von Mieze oder Bello zu Hause hält Tierpathologe Gruber für unnötig. Auch Abstandsregeln für Haustiere seien bei der bisherigen Forschungslage übertrieben.

Wie Tierärzte in Aalen mit der Situation umgehen lesen Sie hier (plus).

  • Mitgliedsbeiträge und ob Gebühren für Busfahrkarte, Kita oder Fitnessstudio erstattet werden

Eltern sollen im Südwesten für April und Mai keine Kita-Gebühren zahlen müssen, wenn sie ihre Kinder wegen des Coronavirus zu Hause betreuen. Darauf haben sich Städte, Gemeinden und Kirchen verständigt.

Wer eine Fahrkarte der Deutschen Bahn hat, egal ob eine Schülermonatskarte oder ein Ticket für eine einmalige Fahrt, kann sich laut Webseite entschädigen lassen, stornieren oder die Fahrt verschieben. Alle Möglichkeiten der Deutschen Bahn finden Sie hier.

Wollen Anbieter ihre Dienstleistungen jetzt online erbringen, müssen sich Verbraucher nach Ansicht der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nicht in jedem Fall darauf einlassen.

Oft sei es für das Angebot wichtig, dass sich die Parteien persönlich treffen. Wenn das wegen der Kontaktsperre nicht mehr geht, ist es unmöglich, die Leistung zu erbringen. In manchen Fällen ist es aber auch durchaus denkbar, dass die Dienstleistung telefonisch oder im Internet angeboten wird. Das kann zum Beispiel bei Sprachkursen oder Beratungsgesprächen der Fall sein.

Was die Krise für Verträge bedeutet - beispielsweise für Fitnessstudio, Hochzeitsfeier, Ausflug oder Verein - lesen Sie hier (plus).

  • Miete und was passiert, wenn dafür kein Geld mehr übrig ist

Wem wegen der Corona-Krise plötzlich das Gehalt fehlt, der kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Deswegen hat der Bundestag einige Erleichterungen für Mieter beschlossen.

Wer von April bis Juni 2020 die Miete nicht bezahlen kann, darf die Zahlung aufschieben, ohne gekündigt zu werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu hat unser Experte Ottmar H. Wernicke, Geschäftsführer von "Haus und Grund" Württemberg, hier beantwortet.

COVID-19

  • Symptome und wie die Krankheit verläuft

Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus führt laut Weltgesundheitsorganisation zu Symptomen wie Fieber, trockenem Husten und Abgeschlagenheit, mitunter auch zu Atemproblemen, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost.

Einige Betroffene litten an Übelkeit, einer verstopften Nase und Durchfall. Die Symptome sind vergleichbar mit der einer Grippe, die sich in diesem Jahr ebenfalls sehr stark in Deutschland ausgebreitet hat.

Das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Tod haben den Daten zufolge Menschen über 60 Jahre und Menschen mit Grunderkrankungen. Alle Informationen zur Krankheit und wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen gibt es hier.

  • Tests auf Covid-19 und wie getestet wird

Beim Verdacht auf das Coronavirus Sars-CoV-2 wird der Erreger in der Regel mit einem molekularbiologischen Test nachgewiesen. Zunächst nimmt ein Arzt eine Probe aus den Atemwegen eines Patienten - entweder einen Abstrich oder ausgehusteten Schleim.

Spezialisten bereiten diese Probe dann im Labor auf und suchen mit einem sogenannten PCR-Test nach dem Erbmaterial des Virus.

Das aktuell verwendete Test-Gerät ist teuer und umständlich. Dabei sind Zeit und Test-Häufigkeit entscheidende Faktoren. Ein neues Verfahren der Firma Bosch zielt genau darauf ab. Hier lesen Sie dazu mehr (plus).

  • Impfstoffe und wer daran forscht

Derzeit forschen weltweit viele Mediziner an einem Impfstoff gegen das SARS-CoV-2-Virus. Das Unternehmen Curevac aus Tübingen etwa verfolgt einen neuartigen Ansatz: Mit einem Biomolekül soll der Körper quasi seine eigene Medizin herstellen. Hier lesen Sie dazu mehr (plus). Die Zeit drängt, doch vor Januar 2021 rechnet kaum jemand mit einem verlässlichen Impfstoff.

In einer regelmäßigen Kolumne auf Schwäbische.de beantwortet Virologe Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, Fragen zum Coronavirus. Hier geht es zur Kolumne.

  • Mundschutz und ob er vor einer Infektion schützt

Atemschutzmaske, Mund-Nasen-Schutz oder Stofftuch – zahlreiche Menschen aus der Region versuchen sich mit Masken vor einer Infektion zu schützen.

Weltweit wird Schutzausrüstung nachgefragt, für den Normalverbraucher sind viele Masken nicht erhältlich. Wie selbstgebastelte Masken dennoch zur Bekämpfung beitragen können lesen Sie hier (plus).

  • Aktuelle Zahlen und wie viele Menschen bereits wieder gesund sind

Mit Zahlen und Daten versuchen Ärzte und Wissenschaftler die Entwicklungen rund um das neue Coronavirus zu überblicken.

Die Auswertung all dieser Daten soll Aufschluss darüber geben, ob die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus anschlagen. Die aktuelle Situation in der Region und der Welt haben wir in verschiedenen Grafiken hier visualisiert (plus).

  • Risikogruppen und ob COVID-19 nur für ältere Menschen gefährlich ist

Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt laut Robert-Koch-Institut (RKI) ab 50 bis 60 Jahren stetig an.

Auch verschiedene Grunderkrankungen wie beispielsweise Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen scheinen unabhängig vom Alter das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen.

Schwangere haben laut RKI nach bisherigen Erkenntnissen aus China kein erhöhtes Risiko gegenüber Frauen mit ähnlichem gesundheitlichen Zustand. Auch bei Kindern scheint kein größeres Risiko zu bestehen.

  • Geburten und ob Partner noch im Kreißsaal dabei sein dürfen

Werdende Väter dürfen auch in der Corona-Krise bei der Geburt ihres Kindes im Krankenhaus dabei sein. Die Maßnahmen von Bund und Ländern haben dafür eine Ausnahme vorgesehen. Diese Ausnahme gilt aber nur, wenn der Vater gesund ist und keinen Kontakt zu Erkrankten hatte.

  • Arztbesuche und welche besser verschoben werden sollten

Zahnärzte dürfen wieder uneingeschränkt praktizieren.

In der Corona-Ausnahmesituation können sich Menschen mit Grippe- und Erkältungssymptomen telefonisch für 14 Tage krankschreiben – auch bei einem Verdacht auf Infektion mit dem Coronavirus. Selbstverständlich dürfen Menschen zum Arzt gehen, wenn Ihnen der Besuch unvermeidbar erscheint oder sie mit akuten und möglicherweise gefährlichen Symptomen kämpfen.

Der Arzt entscheidet dann, welche Tests und Untersuchungen möglich sind.

Die Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kleinkinder haben eigentlich feste Termine. Wegen der Corona-Krise werden diese nun aber teilweise aufgehoben.

Konkret bedeutet das: Beginnend bei der U6, die eigentlich zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat stattfinden soll, gelten die fixen Intervalle vorübergehend nicht mehr – Eltern und Ärzte können die Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Ein Muss ist das aber nicht.

  • Grippevirus und was der Unterschied zum neuen Coronavirus ist

Influenza und Covid-19 haben laut Weltgesundheitsorganisation einige Gemeinsamkeiten. Beide Virenarten verursachen Atemwegserkrankungen, die unterschiedlich schwer verlaufen können. Außerdem werden beide über Kontakt, Tröpfcheninfektion oder kontaminierte Objekte übertragen.

Allerdings treten beim Grippevirus beispielsweise schneller Symptome auf und es kann sich so leichter verbreiten. Kinder spielen laut Weltgesundheitsorganisation eine große Rolle bei der Verbreitung des neuartigen Coronavirus. Allerdings scheinen junge Menschen weniger daran zu erkranken.

Insgesamt lassen die aktuellen Daten darauf schließen, dass Covid-19 öfter zu schweren Krankheitsverläufen führt und auch die Sterberate höher ist. Die genaue Gegenüberstellung der Weltgesundheitsorganisation finden Sie auf deren Webseite hier (englisch).

Zahlreiche Nachrichten und Kettenbriefe verbreiten sich während der Corona-Krise. Einige davon spielen die Gefahr einer Ausbreitung von Covid-19 herunter. Wir enttarnen regelmäßig Verschwörungstheorien, Fake-News und scheinbare Tipps gegen das Coronavirus hier im Fake-News-Blog.

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