Studie: Nur jeder neunte Deutsche lebt gesund

Menschen mit psychischen Erkrankungen fällt es derzeit besonders schwer wegen der Corona-Pandemie isolierter zu leben.Symbolfoto
Eine nie dagewesenen Ausnahmesituation bestimmt unseren Alltag, und verlangt uns allen viel ab. (Foto: Marion Graaaning SZ / dpa)
Deutsche Presse-Agentur

Die Deutschen verbringen einer Studie zufolge bedenklich viel Zeit im Sitzen und können Stress nicht ausreichend bewältigen. Nur etwa jeder neunte Bürger führt einen „rundum gesunden“ Lebensstil mit Blick auf Ernährung, körperliche Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum und Stresslevel. 

Das geht aus dem „DKV-Report 2021“ hervor, den Studienleiter Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln und die Deutsche Krankenversicherung am Montag vorstellten. Die Hochschule hatte im Auftrag des Versicherers die Daten von 2800 repräsentativ befragten Personen ab 18 Jahren ausgewertet.

Zu wenig Bewegung ist ungesund

Die Aussagen verpflichteten zum Handeln, mahnte Froböse. „Die Deutschen fühlen sich zunehmend gestresst.“ Rund 60 Prozent finden laut Befragung vom Frühjahr 2021 keine Wege, um den gefühlten Stress zu reduzieren oder auszugleichen.

Besorgniserregend sei auch: „Der Trend, dass wir immer träger werden, setzt sich fort“, wie der Vorstandschef der DKV Deutschen Krankenversicherung, Clemens Muth, hervorhob. Die Pandemie habe auch mit der beruflichen Verlagerung vom Schreibtisch ins Homeoffice Spuren hinterlassen.

Der seit 2010 zum sechsten Mal erstellte Report „Wie gesund lebt Deutschland?“ ergab: Die Deutschen verbringen werktags im Schnitt 8,5 Stunden sitzend - eine Stunde mehr als noch 2018. Vor allem bei jungen Erwachsenen sei der Anstieg stark. Insgesamt rund 70 Prozent der Befragten sind gemäß Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation mehr als 300 Minuten pro Woche körperlich aktiv - 2010 waren das aber noch 83 Prozent.

Baden-Württemberg schneidet im bundesweiten Vergleich schlecht ab

Es finden sich allerdings auch regionale und soziale Unterschiede in dem Report. Demnach gelingt Frauen häufiger (14 Prozent) als Männern (9 Prozent) ein rundum gesunder Lebensstil, unter anderem deswegen weil sie deutlich häufiger genug Obst und Gemüse essen (75 Prozent) als die Männer (59 Prozent). Zudem rauchen sie seltener und haben öfter einen gemäßigten Alkoholkonsum. Menschen mit einem höheren Bildungsgrad und hohem Einkommen leben im Schnitt ebenfalls tendenziell gesünder.

Auch in den Bundesländern zeigen sich Unterschiede: In Sachsen leben Menschen laut der Studie am gesündesten, in Nordrhein-Westfalen am ungesündesten. Auch Baden-Württemberg mit einem Anteil von 9,8 Prozent rundum gesund lebenden Menschen unterdurchschnittlich ab und liegt auf dem drittletzten Platz. Bayern rangiert mit 12,5 Prozent auf Platz sechs.

In Baden-Württemberg mangelt es demnach vor allem an der gesunden Ernährung. Der Südwesten liegt hier auf dem letzten Platz im bundesweiten Vergleich - knapp hinter Bayern. Zudem leben im Ländle deutlich mehr Raucher (28,2 Prozent) als etwa in Sachsen (11 Prozent). Auch bei der körperlichen Aktivität und beim Alkoholkonsum schneiden Baden-Württemberger schlechter ab. 

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