Chefvisite: So könnte man Kultur- und Sportveranstaltungen wieder öffnen

Schwäbische Zeitung

Sport- und Eventveranstaltungen könnten für vollständig Geimpfte wieder geöffnet werden, „wenn die rechtliche Grundlage dafür da ist“. Das sagte der Eventmanager Michael Mronz bei „19 – die Chefvisite“.

„Dann werden Kultur und Sport sobald wie möglich ein Angebot machen“, so Mronz, der unter anderem das Reitturnier CHIO in Aachen managt. „Wenn alle ein Impfangebot bekommen haben und einige sich nicht impfen lassen wollen, dann können wir die Mehrheit nicht bestrafen.“

Denkbar sei eine „Kombination“ mit ergänzenden Schnelltests, um Sicherheit für die Zuschauer zu schaffen. Dafür böte sich der Einsatz von Smartphone-Apps zur Dokumentation an. Diese stießen in der Krise auf eine höhere Akzeptanz. „Dabei ist der Datenschutz zentral“, sagte Mronz.

Alle Apps müssen mit den QR-Codes umgehen können.

Einheitliche Standards für unterschiedliche Corona-Apps forderte der IT-Unternehmer Jürgen Simon, der selbst mit Placelogg ein solches Angebot entwickelt hat. „Alle Apps müssen mit den QR-Codes umgehen können“, so Simon in der Sendung. Darüber hinaus müsse eine digitale Anbindung an die zuständigen Gesundheitsämter sichergestellt werden. Simon sieht die Parallelentwicklung mehrerer Apps positiv: „Es gibt kein Allheilmittel.“ Der Wettbewerb zwischen verschiedenen Angeboten sei der beste Weg, „das Infektionsrisiko zu minimieren“.

Hendrik Streeck am Freitag in der Chefvisite auf Schwäbische.de

Als ein „klares Signal für eine Ausweitung der Impfstrategie und -geschwindigkeit“ wertete der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, Drive-in-Impfungen, wie sie gestern in NRW testweise durchgeführt wurden. Bei der „beeindruckenden Initiative“ hätten Einwohner des Ennepe-Ruhr-Kreises „ihre Impfung sitzend im Wagen erhalten“, so Werner in der Sendung. Sorge bereitet dem Mediziner, dass immer mehr jüngere Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen lägen. Diese würden meist länger beatmet, was die Belastung für das Personal noch erhöhe. Zudem sei das Risiko für Langzeitschäden bei diesen Patienten hoch.

Der Bonner Virologie-Professor Hendrik Streeck warnt vor einem härteren Lockdown mit Ausgangssperren. (Foto: J.F.SABA@UKBONN.DE URHEBER COPYRIT)

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Freitag, den 9. April: Der Virologe Professor Hendrik Streeck. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

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