Chefvisite - Die Antibabypille ist gefährlicher als eine Corona-Impfung

Schwäbische Zeitung

Der Chef-Virologe der Essener Uniklinik, Professor Ulf Dittmer, zerstreut Sorgen um Nebenwirkungen de

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r Corona-Impfung. „Die Antibabypille ist gefährlicher“, sagt Dittmer bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick mögliche Komplikationen beim Impfen.

Zusammen mit dem Aufsichtsrat des deutschen Impfstoffentwicklers CureVac, Friedrich von Bohlen, beantwortet Dittmer in der Sendung die wichtigsten Fragen rund um die Impfkampagne.

Wann können wir die mRNA-Technologie im Kampf gegen Krebs einsetzen?

Von Bohlen hält den Einsatz der mRNA-Technik gegen Krebs „in weniger als fünf Jahren“ für möglich. Denn die Corona-Impfung sei ein „Beschleuniger“ für Präparate auf Basis dieser Technologie, so der CureVac-Aufsichtsrat. „Wir stehen am Beginn des mRNA-Zeitalters“, ist von Bohlen überzeugt. Gegen Krebs werde es aber keine vorbeugende Impfung geben, sondern eine „Kombitherapie“, die zusammen mit anderen Medikamenten die Krankheit bekämpfe.

Sollen wir die Impfpriorisierung aufheben und jetzt Jüngere impfen?

Nein, sagt Virologe Dittmer. Die weit fortgeschrittenen Impfkampagnen etwa in Großbritannien oder Israel hätten gezeigt, dass zunächst die Über-50-Jährigen durchgeimpft werden müssten. „Dann werden die Krankenhäuser leerer, die Inzidenzen gehen runter“, so Dittmer. Er ist optimistisch, dass bereits im Juni „so viele geimpft sind, dass sich die Corona-Lage deutlich zum Positiven verändert“. Wichtig für ihn: Auch Jugendliche müssen geimpft werden. Ab einem Alter von zwölf Jahren gebe es „keine Unterschiede bei der Infektiösität“ im Vergleich zu Erwachsenen. Seitdem sich die britische Mutante B1.1.7 in Deutschland durchgesetzt habe, seien „Kinder häufiger Überträger“.

Helfen die Impfstoffe auch gegen die Mutationen des Coronavirus?

Gegen alle bisher ermittelten Varianten des Coronavirus seien die aktuellen Impfstoffe „gut genug“, stellt von Bohlen fest. So sei durch die Impfung die zuerst in Südafrika ermittelte Variante hierzulande „fast wieder verdrängt“ worden. Die Hersteller könnten „schnell nachziehen“, sollten neue Mutanten entdeckt werden. Dazu sei aber nötig, „bei jedem Infizierten“ die tatsächliche Form des Virus festzustellen. Von Bohlen: „Sequenziert das Ding, damit wir Bescheid wissen.“ Die Sequenzierung zur Ermittlung der Virus-Varianten wird in Deutschland weitaus seltener durchgeführt als zum Beispiel in Großbritannien.

Kann ich nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca bei der zweiten Dosis einen mRNA-Wirkstoff nehmen?

Für Professor Dittmer spricht „nichts dagegen“. Einen Wechsel zwischen Wirkstoffklassen „machen wir auch bei anderen Infektionskrankheiten“, so der Virologe. „Häufig ist dann die Immunreaktion sogar noch stärker“, betont er. Genaue Daten für einen solchen Wechsel bei der Corona-Impfung würde zurzeit von der Universität Oxford erhoben. Diese sollten Anfang Mai veröffentlicht werden.

Wann kommt der CureVac-Impfstoff – und wie viel?

Die Zulassung des Impfstoffes kann nach Einschätzung des Aufsichtsrats von Bohlen „in Kürze“ erfolgen. „Wenn alles gut geht, Anfang Juni“, spätestens aber Ende nächsten Monats, sagt er in der Sendung. Bis Jahresende könne CureVac dann rund 300 Millionen Dosen liefern. „Wir könnten auch mehr produzieren“, so von Bohlen mit Blick auf den häufigen Mangel an nötigen Vor- und Zwischenprodukten. Vor allem mit Zulieferern aus den USA seien zwar Verträge geschlossen worden, die Amerikaner hätten dann aber ein „Gesetz aus der Vergangenheit“ – den sogenannten War Act – herausgeholt und „konnten so schnell impfen“. In dieser Frage seien sie „beinhart patriotisch“ nach der Devise „America first“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Dienstag, den 4. Mai: Michael Kuck, Vorstandschef beim Pharmagroßhändler Noweda. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

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