Südwesten

Wo der Südwesten mit am Tisch sitzt

Politik / Lesedauer: 1 min

Berlin könnte von der Kretschmann-Strobl-Allianz lernen
Veröffentlicht:28.09.2017, 20:25
Aktualisiert:23.10.2019, 01:00

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Die Grünen sind die einzigen, die ihr 14-köpfiges Verhandlungsteam für die Gespräche über ein Jamaika-Bündnis schon benannt haben. Aus Baden-Württemberg gehört natürlich Spitzenkandidat Cem Özdemir dazu. Auch Winfried Kretschmann, einziger grüner Ministerpräsident, wird dabei sein – wie bereits 2013, als CDU und Grüne sondierten. Als Vertreterin des linken Flügels sitzt die Ravensburger Abgeordnete und sicherheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Agnieszka Brugger ebenfalls mit am Tisch.

Bei der CDU scheinen zwei Verhandler aus Baden-Württemberg gesetzt: der frisch wiedergewählte Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion Volker Kauder aus Tuttlingen und CDU-Landeschef und stellvertretender Ministerpräsident Thomas Strobl. Er und Kretschmann könnten so ihre Erfahrungen einer grün-schwarzen Koalition auf Landesebene einbringen. Die beiden haben ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Ihr Erfolgsrezept heißt in erster Linie: Sich gegenseitig Beinfreiheit bei ihren jeweiligen Kernthemen zu lassen. Es kursieren nach Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ noch mehr CDU-Namen als Verhandler aus dem Land. Darunter: Landesgruppenchef im Bundestag Andreas Jung, Noch-Finanzminister Wolfgang Schäuble sowie Verkehrsexperte Steffen Bilger und Innenexperte Stephan Harbarth.

Unklarer ist hingegen, wie der Südwesten von der FDP vertreten wird. Am Spitzenkandidaten und bisherigen Europaabgeordneten Michael Theurer wird Parteichef Christian Lindner aber wohl kaum vorbeikommen. Theurer holte in Baden-Württemberg mit 12,7 Prozent der Stimmen das zweitbeste Wahlergebnis – nach Nordrhein-Westfalen mit 13,1 Prozent. Theurer ist auch als einer der sechs Fraktionsvize im Gespräch. Entschieden wird frühestens bei der Sitzung am 5. Oktober.