Abrüstung

„Rassist, Betrüger, Schwindler“: So rechnet Trumps Ex-Anwalt mit dem Präsidenten ab

Washington / Lesedauer: 3 min

Der frühere Vertraute nennt Donald Trump „Rassist, Betrüger und Schwindler“ – und enthüllt Details, die noch viel Staub aufwirbeln könnten
Veröffentlicht:27.02.2019, 19:56
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Es dauert keine zwei Minuten, bis Michael Cohen von Scham spricht. Er schäme sich für seine Schwäche. Er schäme sich, weil er sich Donald Trump gegenüber lange loyal verhalten und damit dessen rechtswidriges Handeln verschleiert habe, statt auf sein Gewissen zu hören, sagt er. „Ich schäme mich, weil ich weiß, was Herr Trump ist. Er ist ein Rassist. Er ist ein Betrüger. Er ist ein Schwindler.“

Über zehn Jahre, bis 2017, war Cohen der Anwalt und Ausputzer Trumps. Im Dezember wurde er von einem Gericht in New York zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Anfang Mai muss er hinter Gitter, am Mittwoch aber steht er im Rampenlicht. Fast so zentral wie der Präsident, der in Nordkorea über nukleare Abrüstung verhandelt. Der für die Kontrolle der Regierungsgeschäfte zuständige Ausschuss des Repräsentantenhauses hat Cohen vorgeladen, und der nutzt die Chance, um mit seinem ehemaligen Chef abzurechnen.

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Der Rassist Trump, geht er ins Detail, habe ihn einmal gefragt, ob er ein Land nennen könne, das von einer schwarzen Person regiert werde und kein Drecksloch sei. Damals sei Barack Obama Präsident im Weißen Haus gewesen. Auf einer Fahrt durch Chicago, durch ein vorwiegend von Afroamerikanern bewohntes Problemviertel, habe der Tycoon kommentiert: „Nur Schwarze können so leben.“ Schwarze Menschen, habe er bei anderer Gelegenheit gewettert, würde nie für ihn stimmen: „Dafür sind sie zu dumm.“

Der Betrüger Trump, so schildert es Cohen, habe sein Vermögen entweder aufgebauscht oder kleingerechnet, je nachdem, welchem Zweck es gerade diente. Ging es um das Magazin „Forbes“ mit seiner Liste der reichsten Menschen der Welt, habe er die Zahlen nach oben manipuliert. Ging es dagegen um die Grundstückssteuer, habe er den Wert seiner Immobilien eher heruntergespielt. Um es zu belegen, präsentiert Cohen Papiere: Finanzberichte aus den Jahren 2011 bis 2013.

Schecks für Schweigegeld

Drittens, der Schwindler Trump. In seinem Auftrag musste Cohen der Pornodarstellerin Stephanie Clifford alias Stormy Daniels 130 000 Dollar Schweigegeld zahlen. Kurz vor der Wahl des Jahres 2016 sollte Clifford nicht an die Öffentlichkeit gehen mit ihrer Geschichte über eine Sexaffäre mit dem Kandidaten. Cohen büßt dafür mit einer Freiheitsstrafe, da er mit der geheimen Zuwendung gegen Paragrafen zur Wahlkampffinanzierung verstieß. Dann enthüllt Cohen Details, die den Präsidenten womöglich in höchste Erklärungsnot bringen. Der nämlich habe ihm im Laufe seines ersten Jahres im Oval Office erstattet, was er, Cohen, im Falle Clifford ausgelegt habe. In elf kleineren Tranchen. Zum Beweis hat Cohen dem Ausschuss einen der Schecks übergeben, ausgestellt am 1. August 2017, nach sechs Monaten im Amt. Der Präsident der Vereinigten Staaten, fasst er das Kapitel zusammen, habe mitgewirkt an einem kriminellen Plan, um Gesetze der Wahlkampffinanzierung zu verletzen.

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Die nächste Bombe lässt der Ex-Anwalt platzen, als er beschreibt, wie Trumps Umfeld mit Julian Assange zusammenarbeitete, dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks. Bislang hat Trump bestritten, darüber im Bilde gewesen zu sein. Nun stempelt Cohen auch das als Lüge ab. In Wahrheit habe Trump vorab gewusst, was passieren würde zum Auftakt des Nominierungsparteitags der Demokraten, der Hillary Clinton im Juli 2016 zur Kandidatin fürs Weiße Haus kürte. Trumps Vertrauter Roger Stone habe ihn zuvor angerufen, um ihm mitzuteilen, dass Wikileaks von Hackern gestohlene E-Mails aus der Parteizentrale der Demokraten veröffentlichen würde. Sein Boss habe das Telefon lautgestellt, sodass er es hören konnte.

Herr Trump, beendet Michael Cohen seinen halbstündigen Monolog, habe ihn eine Ratte genannt, weil er die Wahrheit sage. „So würde es ein Mafiaboss tun, wenn einer seiner Männer beschließt, mit der Regierung zu kooperieren.“

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