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Trump spielt mit Europas Zukunft

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Unter Trump würden sich die USA von Europa abkoppeln. Das könnte das Ende der Nato bedeuten.
Veröffentlicht:12.02.2024, 14:22

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onald Trumps Rhetorik im Wahlkampf überschreitet eine Schwelle, die in der Vergangenheit einmal das sichere Ende eines Kandidaten bedeutet hätte. Dass der „Amerika-Zuerst“-Nationalist den brutalen Kriegsherrn im Kreml dazu einlädt, Nato-Mitglieder anzugreifen, die nicht genügend für ihre Verteidigung tun, schockiert selbst aus dem Mund Trumps.

Damit outet sich Trump endgültig als Fanboy Wladimir Putins, der seinerseits auf eine Rückkehr seines „Make-America-Great-Again“-Bewunderers ins Weiße Haus setzt. In einer zweiten Amtszeit könnte ihm der Isolationist seine Fieberträume erfüllen: Die USA koppeln sich von Europa ab und geben ihm freie Hand auf dem Kontinent.

Der Schlüssel dazu wäre das Ende des westlichen Bündnisses, das über die vergangenen 74 Jahre Frieden und Freiheit in Europa garantiert hat. Indem Trump die kollektive Verteidigungszusage nach Artikel 5 infrage stellt, macht er die Nato als Präsident zu einem zahnlosen Tiger.

Genau das empfiehlt die Blaupause einer Trump-nahen Denkfabrik, die eine schlafende Nato zur Priorität einer zweiten Amtszeit erklärt. Verstörender Weise bekommt darin nicht der von der Wiederkehr eines Großrussland träumende Autokrat in Moskau rote Linien aufgezeigt, sondern verbündete Demokratien in Europa. Verbunden mit geradezu absurden Einschätzungen, wonach von Russland keine Gefahr für den Westen ausgehe.

Dass dieser gefährliche Unsinn den Kandidaten nicht automatisch disqualifiziert, beschreibt, wie sich die Republikaner verändert haben. Die Partei des Interventionisten George W. Bush und Kommunistenfressers Ronald Reagan positioniert sich heute als fünfte Kolonne Putins.

Dessen toxische Wirkung lässt sich an dem erbärmlichen Verhalten der Republikaner ablesen, die weitere Hilfe für die Ukraine blockieren.

Für Europa muss das ein schriller Weckruf sein, der zum Handeln zwingt. Und das schnell. Die Verbündeten können es sich nicht leisten, wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren. Zumal Trump ankündigt, was er vorhat, wenn die Amerikaner ihn lassen. Die Schlange wird beißen und der Biss wird giftig sein.