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Krieg in der Ukraine: Klitschko warnt vor einer „sehr schwierigen Nacht“

Politik / Lesedauer: 38 min

++ Deutschland stationiert Kompanie in der Slowakei ++ Russland draf nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen ++ Nato verlegt schnelle Eingreiftruppe ++
Veröffentlicht:25.02.2022, 16:05

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Angriff auf die Ukraine befohlen. Alle wichtigen Entwicklungen und Informationen hier im Liveblog.

Hinweis: Die Lage in der Ukraine ist mitunter unüberschaubar. Im Internet kursieren zahlreiche Informationen und auch Videos, die wir hier nicht ungeprüft verbreiten werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Klitschko warnt vor einer „sehr schwierigen Nacht“ (23.22 Uhr)
  • Deutschland stationiert Kompanie in der Slowakei (20.52 Uhr)
  • EU verhängt Sanktionen gegen (14.28 Uhr)
  • Putin ruft ukrainische Armee zu Putsch und Machtübernahme in Kiew auf (16.01 Uhr)

Leseempfehlungen:

++ Klitschko warnt vor einer „sehr schwierigen Nacht“

(23.22 Uhr) Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt vor einer „sehr schwierigen Nacht“ gewarnt. „Die Situation ist bedrohlich für Kiew — ohne Übertreibung“, schrieb er am Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram.

Russische Truppen seien in der Nähe der Millionenmetropole. Die Brücken der Stadt seien mit Soldaten gesichert. Es gebe Checkpoints nicht nur an den Stadtgrenzen. „Ich danke den Einwohnern der Stadt für ihre Bereitschaft, die Hauptstadt und das Land (…) zu verteidigen.“

Nach Klitschkos Angaben gab es am Abend fünf Explosionen im Abstand von drei bis fünf Minuten in der Nähe eines Wärmekraftwerkes im Norden der Stadt. Rettungskräfte seien dorthin unterwegs.

Eine Bewohnerin des Stadtteils Trojeschtschyna, in dem sich dieses Kraftwerk befindet, schrieb der Deutschen Presse-Agentur am Abend, dass schwerer Beschuss zu hören sei . Er intensiviere sich zunehmend. „Ich höre mächtige Salven in Schüben, und Explosionen. Es ist sehr nah und sehr beängstigend.“

In Kiew gab es am Freitag mehrfach Luftalarm. Es habe lange Staus gegeben, berichtete ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj telefonierte am Abend einmal mehr mit US-Präsident Joe Biden . Er habe mit ihm über die Sanktionen gegen Moskau nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine und über Militärhilfe für Kiew gesprochen, twitterte Selenskyj. Es sei den USA dankbar für die Unterstützung.

++ Russland darf wegen Ukraine-Invasion nicht an diesjährigem ESC teilnehmen

(22.01 Uhr) Russland darf wegen seines Einmarsches in die Ukraine nicht am internationalen Musikwettbewerb Eurovision Song Contest (ESC) in Turin teilnehmen. Eine Beteiligung Russlands am diesjährigen ESC würde „den Wettbewerb angesichts der beispiellosen Krise in der Ukraine in Verruf bringen “, erklärte die Europäische Rundfunkunion am Freitag.

ARD und ZDF begrüßten die Entscheidung , Russland die Teilnahme am ESC zu verweigern. Der ESC sei „ein musikalisches Fest der Völker Europas“ und repräsentiere Werte wie Freiheit und Vielfalt und sei ein friedlicher Wettstreit kreativer Köpfe, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Sender.

Wenn ein Teilnehmerland des ESC von einem anderen angegriffen wird, sind wir innerhalb der europäischen ESC-Familie solidarisch. Deshalb ist die Entscheidung gegen die Teilnahme Russlands an dieser Stelle richtig“, erklärten die ARD-Vorsitzende Patricia Schlesinger und ZDF-Intendant Thomas Bellut.

++ Deutschland stationiert Kompanie in der Slowakei

(20.52 Uhr) Im Rahmen der Verstärkung der Nato-Ostflanke hat Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) die Stationierung einer Kompanie in der Slowakei angekündigt. Diese werde „zügig in Gang gesetzt“, sagte Lambrecht am Freitagabend in einer ZDF-Sondersendung zum Krieg in der Ukraine.

Deutschland werde sich so bei der Aufstellung einer sogenannten Battlegroup und auch bei der Luftverteidigung engagieren. Dies habe sie in einem Gespräch mit ihrem slowakischen Amtskollegen vereinbart.

Zuvor hatte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bereits gesagt, neben der Entsendung mehrerer Schiffe prüfe Deutschland die Stationierung von „Patriot“-Flugabwehrraketensystemen in Osteuropa.

++ Bürgerrechtler: 90 Festnahmen bei neuen Ukraine-Demos in Russland

(20.21 Uhr)  Bei erneuten Anti-Kriegs-Demonstrationen in Russland gegen den Einmarsch ins Nachbarland Ukraine sind nach Angaben von Bürgerrechtlern am Freitag rund 90 Menschen festgenommen worden. Das Portal Owd-Info registrierte bis zum Abend Proteste in 17 russischen Städten. Im sozialen Netzwerk Telegram wurden Fotos und Videos vor allem aus der Ostsee-Metropole St. Petersburg veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie Polizisten teils hart gegen Demonstranten vorgehen. Viele Russen fühlen sich den Ukrainern eng verbunden, oft bestehen familiäre Beziehungen. Sie wollen ihr Mitgefühl zeigen.

++ Nato-Russland-Akte hinfällig? Stoltenberg weicht aus

(20.04 Uhr) Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat ausweichend auf die Frage geantwortet, ob das Militärbündnis die Nato-Russland- Grundakte nach der russischen Invasion in die Ukraine für obsolet hält. Nach einem Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Staaten sagte der Norweger am Freitag: «Das ist die Realität: Die Nato-Russland-Grundakte funktioniert nicht, weil eine Seite, Russland, sie über viele Jahre hinweg verletzt hat.»

Die Nato-Russland-Grundakte wurde 1997 von beiden Seiten geschlossen und regelt die gegenseitigen Beziehungen, die Zusammenarbeit und die Sicherheit zwischen den Nato-Staaten und Russland. Über sie hat sich die Nato unter anderem verpflichtet, auf die dauerhafte Stationierung «substantieller Kampftruppen» im östlichen Bündnisgebiet zu verzichten. Auch bekräftigen die Nato-Staaten, dass sie nicht die Absicht haben, Atomwaffen bei neuen Bündnismitgliedern zu stationieren.

++ Scholz betont Notwendigkeit der Nato-Truppenverlegung nach Osten

(19.31 Uhr) Bundeskanzler Olaf Scholz hat beim Nato-Sondergipfel die Notwendigkeit betont, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine weitere Truppen der Allianz in die östlichen Mitgliedstaaten zu schicken. Damit werde dem Sicherheitsbedürfnis der Nato-Partner Rechnung getragen, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag nach den Beratungen im Namen des Kanzlers. Präsident Putins durch nichts zu rechtfertigender Angriff auf die Ukraine treffe auf die scharfe Ablehnung aller Nato-Partner. Damit stelle Russland die europäische Friedensordnung zur Disposition.

Die Staats- und Regierungschefs der Nato haben sich bei ihren Beratungen per Videoschalte darauf verständigt, Einheiten ihrer schnellen Einsatztruppe NRF zu verlegen. Auch Deutschland wird für den Schutz der Nato-Partner im Osten Europas weitere Soldaten und Waffensysteme stellen.

++ Nato verlegt schnelle Eingreiftruppe zur Abschreckung Russlands

(19.07 Uhr) Die Nato verlegt zur Abschreckung Russlands Einheiten ihrer schnellen Einsatztruppe NRF. Das kündigte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag nach einer Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der 30 Bündnisstaaten an. Er sagte zunächst nicht, wohin die Einheiten verlegt werden sollen.

Er sprach lediglich von mehreren Tausend Soldaten, die auf dem Land, auf der See und in der Luft im Einsatz sein sollten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten Bodentruppen in das südwestlich der Ukraine gelegene Rumänien geschickt werden. Ohnehin geplant ist, NRF-Enheiten zu einer Übung in das an Russland grenzende Nato-Land Norwegen zu entsenden.

++ Ukraine-Krieg: Solidarität und Sorge im Südwesten

(18.47 Uhr) In Baden-Württembergs sorgt Russlands Attacke auf die Ukraine für viele Reaktionen. Das Land bereitet sich auf Flüchtlinge aus der Kriegsgebiet vor. Kommunen und das Innenministerium blicken mit Sorge auf die Friedenskundgebungen in vielen Städten.

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++ Selenskyj zeigt sich mit Spitzenpolitikern: «Wir sind in Kiew»

(18.41 Uhr) Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit weiteren ranghohen Politikern gezeigt. Er sei gemeinsam mit Ministerpräsident Denys Schmyhal sowie den Chefs der Präsidialverwaltung und des Parlaments in der ukrainischen Hauptstadt, sagte Selenskyj in einem kurzen Clip, den er am Freitagabend auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. «Wir sind alle hier», sagte er. Dazu schrieb er: «Wir sind in Kiew. Wir verteidigen die Ukraine.» Damit reagierte Selenskyj, der wie die anderen Spitzenpolitiker ein Uniformhemd trug, auf Gerüchte, er verstecke sich in einem Bunker oder habe die Stadt verlassen.

++ Verstärkung für Nato-Truppe in Estland eingetroffen

(18.26 Uhr) In Estland sind die ersten britischen Soldaten und Lastwagen mit zusätzlicher Ausrüstung zur Verstärkung des Nato-Bataillons in dem baltischen EU- und Nato-Land eingetroffen. Ein Konvoi mit sechs Kampfpanzern und weiteren Militärfahrzeugen kam am Freitag auf dem Militärstützpunkt Tapa an, wie die estnische Armee mitteilte. Dort werden sie Teil des seit 2017 stationierten Nato-Gefechtsverbands zur Abschreckung Russlands.

Großbritannien hatte angesichts der wachsenden Spannungen mit Russland in der Ukraine-Krise eine Verstärkung des Gefechtsverbandes angekündigt. London wird dazu gut 850 zusätzliche Soldaten und Ausrüstung nach Estland entsenden - und damit das britische Truppenkontingent in etwa verdoppeln. Die Einheiten werden vom britischen Truppenstandort in Sennelager bei Paderborn über Polen, Litauen und Lettland in das an Russland grenzende Estland verlegt.

++ IAEA: Strahlung in Tschernobyl stellt keine Gefahr dar

(18.23 Uhr) Die Strahlungswerte um die ukrainische Atomruine Tschernobyl sind nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht gefährlich. Das frühere Atomkraftwerk wurde im Zuge der Invasion von russischen Soldaten eingenommen. Die erhöhte Strahlung, die am Freitag gemessen wurde, könnte laut ukrainischen Behörden durch Militärfahrzeuge vom Boden aufgewirbelt worden sein, der Jahrzehnte nach der Atomkatastrophe von 1986 noch immer belastet ist.

Die Strahlungswerte von bis zu 9,46 Mikrosievert pro Stunde wurden von der IAEA jedoch am Freitag als niedrig eingestuft. Die Werte lägen innerhalb der Spannweite der bisherigen Messungen in der Sperrzone um Tschernobyl, hieß es. «Deshalb stellen sie keine Gefahr für die Öffentlichkeit dar», schrieb die IAEA in Wien.

++ Russische Truppen überwinden Fluss Dnipro bei Großstadt Cherson

(18.19 Uhr) Nach schweren Kämpfen haben russische Truppen den Fluss Dnipro in der Südukraine überschritten. Damit hätten sie nun Zugang zur strategisch wichtigen Stadt Cherson, teilte die Gebietsverwaltung am Freitag mit. Der Gegner habe mit schweren Kräften angegriffen und heftige Verluste erlitten. Schließlich hätten die Verteidiger aber die Kontrolle verloren. Die Führung der Region unternehme alle Anstrengungen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten und Leben zu retten. Die Großstadt mit knapp 300 000 Einwohnern spielt eine wichtige Rolle beim Schutz der Hafenstadt Odessa im Südwesten des Landes.

++ VIDEO: Mann aus Region organisiert Hilfsaktion für Ukraine

(18.17 Uhr) Der Stuttgarter Serkan Eren fährt mit seiner Hilfsorganisation STELP in die Ukraine, zumindest will er das versuchen. Auf der Facebook-Seite der Organisation ruft er zu Spenden auf und erklärt sein Vorhaben: "Der Plan: Wir fahren mit zwei LKW (jeweils 3,5 t) bis an die Grenze. Lässt man uns durch, fahren wir direkt weiter bis in die Krisenregionen. Lässt man uns nicht ins Land, warten wir an den Grenzen und versorgen die Geflüchteten aus dem Landesinneren. Wir brauchen eure Unterstützung!"

++ Verteidigungsministerium kündigt Bundeswehr-Aktivitäten in Deutschland an

(18.00 Uhr) Der Krieg in der Ukraine wird nun auch in Deutschland auf spezielle Weise sichtbar. Wie das Bundesverteidigungsministerium erklärt, kann es im öffentlichen Raum zu einer deutlichen Präsenz militärischer Aktivitäten der Bundeswehr kommen. Das betrifft Transportbewegungen zu Wasser, zu Land und auch in der Luft. Deshalb müsse hier in allen Bereichen mit Verkehrseinschränkungen gerechnet werden.

++ Hoffnung auf Verhandlungen über Ukraine-Krieg hilft Börse

(17.55 Uhr) Hoffnungen auf Verhandlungen Russlands mit der Ukraine haben die Börsen vor dem Wochenende auf die Beine geholfen. Der Dax erholte sich am Freitag um 3,67 Prozent auf 14 567,23 Punkte und machte damit einen Teil der Verluste des Vortages wett, als er auf den tiefsten Stand seit einem Jahr abgerutscht war. Mit einem Verlust von mehr als 3 Prozent schauen Anleger auf eine triste Börsenwoche zurück. Der MDax berappelte sich am Freitag um 3,71 Prozent auf 31 800,31 Punkte.

++ Gazprom pumpt unvermindert Erdgas durch Pipeline Nord Stream 1

(17.42 Uhr) Aus Russland fließt weiter Erdgas nach Europa. Die durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 gepumpten Gasmengen schwankten auch in den vergangenen Tagen nur wenig, wie am Freitag aus einer Übersicht der im schweizerischen Zug ansässigen Betreibergesellschaft Nord Stream AG hervorging. Demnach flossen seit Jahresbeginn täglich zwischen 1,63 Milliarden und 1,76 Milliarden Kilowattstunden Erdgas über Greifswald ins deutsche Verteilnetz.

Die Gaslieferungen gingen am Freitag unvermindert weiter. Bis 16.00 Uhr flossen stündlich etwa 73 Millionen Kilowattstunden Gas. Lieferant ist der russische Staatskonzern Gazprom. Er hält auch 51 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft. Beteiligt sind außerdem die Energieunternehmen Wintershall Dea, Eon, Gasunie und Engie.

++ Russland wird vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen

(17.33 Uhr) Russland wird aufgrund der Invasion in die Ukraine vom diesjährigen Eurovision Song Contest in Turin ausgeschlossen. Das teilte die zuständige Europäische Rundfunkunion EBU am Freitagabend in Genf mit. Der 66. ESC soll am 14. Mai mit seinem großen Finale über die Bühne gehen. Deutschland will seinen Song kommende Woche küren.

++ Europarat suspendiert Russland wegen Angriff auf Ukraine

(17.03 Uhr) Der Europarat hat in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine in einem historischen Schritt Russland suspendiert. Das Ministerkomitee mit Vertretern der 47 Mitgliedsländer entschied am Freitag, Russland mit sofortiger Wirkung von seinen Repräsentationsrechten in der Straßburger Organisation vorläufig zu entbinden. Das Land bleibt dennoch formell Mitglied.

Der Europarat mit Sitz im französischen Straßburg ist gemeinsam mit seinem Gerichtshof für die Wahrung der Menschenrechte in den 47 Mitgliedstaaten zuständig. Er ist kein Organ der Europäischen Union . Russland und die Ukraine sind beide Mitglied des Europarats.

++ Strack-Zimmermann: „Putin ist wahnsinnig und ein Kriegsverbrecher“

(16.54 Uhr) Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), findet deutliche Worte zum russischen Präsidenten. Klartext gibt es zudem zur deutschen Verteidigungsfähigkeit.

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++ Kreml: Haben ukrainischer Seite Verhandlungsangebot überreicht

(16.50 Uhr) Russland hat der Ukraine eigenen Angaben zufolge ein Angebot für Verhandlungen in der belarussischen Hauptstadt Minsk überreicht. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitagabend der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Die ukrainische Seite habe stattdessen Polens Hauptstadt Warschau als Verhandlungsort vorgeschlagen.

++ Baerbock: Sanktionen werden Russland ruinieren

(16.40 Uhr) Außenministerin Annalena Baerbock hat die deutsche Zurückhaltung bei Forderungen nach einem Ausschluss Russlands aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift verteidigt. Eine Entkopplung Russlands vom Swift-System wirke anders als die Sanktionierung einzelner Banken in die Breite, sagte die Grünen-Politikerin am Freitag beim Eintreffen zu einer Sondersitzung der EU-Außenminister in Brüssel.

Dies habe etwa im Iran dazu geführt, dass humanitäre Projekte nicht mehr finanziert werden konnten, sagte Baerbock. Zudem könne dann etwa eine in Europa lebende Enkelin ihrer Großmutter in Russland kein Geld mehr überweisen. Aber jene, die für das Blutvergießen verantwortlich seien, würden dennoch Wege für ihre Finanztransaktionen finden.

«Wir treffen das System Putin dort, wo es getroffen werden muss, eben nicht nur wirtschaftlich und finanziell, sondern in seinem Machtkern», sagte Baerbock.

++ Reaktionen aus der Region auf den Ukraine-Krieg: „Ein barbarischer Akt“

(16.24 Uhr) Zutiefst schockiert sind Politiker aus Ehingen, Ulm und der Umgebung. Es fällt ihnen dabei nicht schwer, harte und deutliche Worte in Richtung Russland zu sprechen. Wir haben uns umgehört, welche Gefühle in der Region vowiegen.

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++ Putin ruft ukrainische Armee zu Putsch und Machtübernahme in Kiew auf

(16.01 Uhr) Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich in einer Ansprache im russischen TV an die ukrainische Armee gewandt und die Verbände in Kiew zum Putsch aufgerufen. Zudem warf er ukrainischen Soldaten vor, Zivilisten als Schutzschilde zu missbrauchen, was ihnen von militärischen Beratern der USA geraten worden sei. Belege für diese Behauptungen erbrachte Putin nicht.

++ Russische Prominente distanzieren sich von Putins Krieg gegen Ukraine

(15.57 Uhr) Mit scharfen Worten haben sich zahlreiche prominente Russen gegen den Angriff ihres Landes auf die Ukraine gewandt. « Der von Russland begonnene Krieg gegen die Ukraine ist eine Schande . Das ist unsere Schande, aber leider wird die Verantwortung dafür noch von unseren Kindern, einer ganz jungen Generation und von noch nicht einmal geborenen Russen getragen werden müssen», heißt es in einer von Schriftstellern, Filmemachern und anderen Künstlern sowie von Medienschaffenden unterschriebenen Erklärung.

«Wir wollen nicht, dass unsere Kinder in einem Aggressor-Staat leben», heißt es in dem unter anderem von der Schauspielerin Tschulpan Chamatowa und dem Schriftsteller Dmitri Bykow unterzeichneten Schreiben. Russland habe einen unabhängigen benachbarten Staat überfallen. «Wir rufen alle Bürger Russlands auf, Nein zu sagen zu diesem Krieg.» Sie glaubten den Behauptungen von Kremlchef Wladimir Putin nicht, dass an der Spitze des ukrainischen Volkes Nazis stünden, von dem die Menschen befreit werden müssten.

Offene Proteste in der russischen Gesellschaft erwarten sie nicht. «Unsere Gesellschaft befindet sich in tiefster Apathie, Niedergeschlagenheit und Angst.» Der Machtapparat unterdrücke jede Form von Protest. Der populäre russische Moderator Iwan Urgant sagte emotional «Angst und Schmerz. Nein zum Krieg». Seine beliebte Abendshow im Staatsfernsehen wurde für Freitagabend abgesetzt.

++ Kommentar: Flüchtlingsbewegungen aus Ukraine - jetzt ist Solidarität gefragt

(15.33 Uhr) Die Vereinten Nationen rechnen mit vier Millionen Geflüchteten in der Ukraine. Die meisten davon werden wohl in die Nachbarländer wie Polen oder die Slowakei gehen. Aber auch auf Deutschland könnten einige zukommen. Mit diesen ist jetzt Solidarität gefragt, findet unsere Autorin Claudia King. Hier lesen Sie mehr

++ Flucht aus der Ukraine: Krisentreffen der EU-Innenminister

(15.33 Uhr) Angesichts einer möglicherweise großen Fluchtbewegung aus der Ukraine in die EU wollen die Innenminister der 27 EU-Staaten am Wochenende zu einem Krisentreffen zusammenkommen. In einer Sondersitzung solle «über konkrete Antworten auf die Situation in der Ukraine» gesprochen werden.

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, sagte, man erwarte derzeit, dass Polen für flüchtende Menschen aus der Ukraine die erste Anlaufadresse sein werde. Die Bundesregierung und das Innenministerium hätten ihre Hilfe angeboten.

Die Vereinten Nationen stellen sich wegen des Krieges in der Ukraine auf bis zu vier Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine ein, sollte sich die Situation weiter verschlechtern. Schon jetzt seien Tausende Menschen über die Grenzen in Nachbarländer wie Polen, Moldau, die Slowakei und auch Russland geströmt, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Freitag in Genf.

++ EU verhängt Sanktionen gegen Putin und Lawrow

(14.28 Uhr)Die EU wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow auf ihre Sanktionsliste setzen. Dies bedeutet, dass möglicherweise in der EU vorhandene Vermögenswerte der beiden Politiker eingefroren werden.

Darüber, in wieweit Putin und Lawrow noch einschränkungslos in die EU einreisen dürfen, gab es am späten Mittag unterschiedliche Angaben. Normalerweise umfassen Listungen auch Einreiseverbote , die nur mit Ausnahmegenehmigungen zum Beispiel für Friedensgespräche aufgehoben würden.

Die Strafmaßnahmen sind Teil eines großen Sanktionspakets , das im Laufe des Tages in Kraft treten soll. Die Außenminister der 27 EU-Staaten wollen dafür am Nachmittag die notwendigen Rechtstexte annehmen. Auf die Listung von Putin und Lawrow hatten sich nach Angaben von Diplomaten am Donnerstagabend die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten verständigt.

Die Wirtschaftssanktionen betreffen unter anderem die Bereiche Energie, Finanzen und Transport . Zudem soll es Exportkontrollen für bestimmte Produkte sowie Einschränkungen bei der Visapolitik geben.

Ein Ausschluss Russlands aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift und Ausfuhrverbote für zum Beispiel Erdgas sind zunächst nicht vorgesehen . Es wird allerdings für gut möglich gehalten, dass es zu einem späteren Zeitpunkt noch zu einem Ausschluss aus Swift kommt und dass Russland selbst die Versorgung der EU mit Erdgas einstellt. Bislang liefert der russische Staatskonzern Gazprom nach Angaben der EU-Kommission rund 40 Prozent der in der EU verbrauchten Gasmenge.

++ Die Schweiz geht einen Sonderweg

(14.22 Uhr) Nicht davon betroffen ist das EU-Binnenland Schweiz. Die Schweiz friert keine Konten von russischen Amtsträgern ein, die in der EU mit Sanktionen belegt worden sind. Das beschloss die Regierung am Donnerstag. Sie werde aber Maßnahmen verschärfen, damit die Schweiz nicht als Umgehungsplattform für die von der EU erlassenen Sanktionen benutzt werden kann.

Bundespräsident und Außenminister Ignazio Cassis verwies zur Erklärung auf die Neutralität der Schweiz. Er verurteilte den russischen Einmarsch in der Ukraine gleichzeitig «aufs Schärfste».

Beamte erläuterten anschließend, dass russische Staatsbürger mit Konten in der Schweiz, deren Gelder in der EU eingefroren sind, über ihr Geld in der Schweiz frei verfügen und es abziehen können. Geprüft werde, ob Richtlinien so verschärft werden, dass betroffene Personen keine neuen Gelder auf ihre Schweizer Konten überweisen können.

Die Neutralität bedeutet beinhaltet nach Angaben des Außenministeriums unter anderem, dass die Schweiz nicht an Kriegen teilnimmt und alle Kriegsparteien im Hinblick auf den Export von Rüstungsgütern gleich behandelt.

++ Kiew: Mehr als 1000 russische Angreifer getötet

(14.19 Uhr - DPA) Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben schon mehr als 1000 russische Angreifer getötet . Solch schwere Verluste in so kurzer Zeit habe Russland bisher in keinem Konflikt erlitten, behauptete das ukrainische Heer am Freitag.

„Russische Mütter schicken ihre Söhne in den sicheren Tod, denn die ukrainischen Streitkräfte halten die Linien und werden ihr Land gegen die Besatzer verteidigen“, hieß es in der Mitteilung. Das russische Verteidigungsministerium hatte hingegen mitgeteilt, es gebe keine Verluste. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.

Ukrainische Truppen rückten mit schwerer Militärtechnik unterdessen in Kiew ein, um die Hauptstadt zu verteidigen. „Die Stadt ist im Verteidigungsmodus“, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko der Agentur Unian zufolge. Schüsse und Explosionen in einigen Gegenden bedeuteten, dass russische „Saboteure“ ausgeschaltet würden.

„Die Situation ist schwierig, aber wir glauben an unsere Streitkräfte und unterstützen sie“, sagte Klitschko. Die Stadtverwaltung rief die Einwohner auf, Überwachungskameras auszuschalten und abzuhängen, damit russische Truppen dadurch keinen Einblick in ukrainische Stellungen erhielten.

Hinweis: Dieser Krieg wird nicht nur auf dem Boden der Ukraine ausgetragen, sondern auf vielen Ebenen. Im Netz kursieren etliche Falschinformationen. Zudem hat jede Partei ein eigenes Interesse in ihrer Berichterstattung. Schwäbische.de bemüht sich darum, eine ausgewogene Berichterstattung zu erstellen. Inwieweit die Aussagen über Opferzahlen stimmen oder darüber, wer welches Gebiet kontrolliert, dabei sind wir auf die Hilfe von Agenturen angewiesen und verwenden daher ausschließlich das Material derselben.

++ Angaben aus Moskau: Russische Truppen blockieren Kiew von Westen

(13.57 Uhr -DPA) Die russischen Truppen haben bei ihrem Angriff auf die Ukraine nach eigenen Angaben die ukrainische Hauptstadt von Westen her blockiert. Der strategisch wichtige Flugplatz Hostomel nordwestlich von Kiew sei eingenommen worden , teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitag der Agentur Tass zufolge mit. Dabei seien 200 Ukrainer „neutralisiert“ worden. Eigene Verluste gebe es nicht , behauptete das Ministerium.

Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung . Zuletzt hatte die Führung in Kiew mitgeteilt, Angriffe auf Hostomel zurückgeschlagen zu haben. Dabei hätten die russischen Truppen schwere Verluste erlitten.

Den russischen Angaben zufolge blockieren russische Truppen zudem die Stadt Tschernihiw unweit der Grenze zu Belarus. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Einheiten der Streitkräfte der Russischen Föderation die Blockade der Stadt Tschernihiw abgeschlossen“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministerium, Igor Konaschenkow. Er versicherte zudem, Russland werde keine Wohngebiete in Kiew angreifen. „Russische Soldaten unternehmen alle Maßnahmen, um Verluste in der Zivilbevölkerung zu verhindern.“

Die russischen Truppen würden noch „Aufgaben“ in Kiew und anderen Städten übernehmen . Sie hätten Tapferkeit und Heldenmut gezeigt. Der ukrainischen Führung warf das Ministerium Terrormethoden vor. Sie missbrauche Zivilisten als Schutzschilde.

Hinweis: Dieser Krieg wird nicht nur auf dem Boden der Ukraine ausgetragen, sondern auf vielen Ebenen. Im Netz kursieren etliche Falschinformationen. Zudem hat jede Partei ein eigenes Interesse in ihrer Berichterstattung. Schwäbische.de bemüht sich darum eine ausgewogene Berichterstattung zu erstellen. Inwieweit die Aussagen über Opferzahlen stimmen oder darüber, wer welches Gebiet kontrolliert, dabei sind wir auf die Hilfe von Agenturen angewiesen und verwenden daher ausschließlich das Material derselben.

++ Hilfsangebote für Ukrainer kommen auch aus der Region

(13.50 Uhr) Die Stadt Tuttlingen bereitet sich auf die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine vor. Außerdem erhielten am Freitag alle in Tuttlingen lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer einen Brief, in dem ihnen Unterstützung bei der Versorgung geflüchteter Verwandte und Freunde angeboten wurde. Das teilt die Stadtverwaltung mit.

++ Wie die Hilfen konkret aussehen und was die Stadthalle in Tuttlingen schon jetzt für eine Rolle spielt, lesen Sie hier ++

++ Kretschmann: „Putin hat Europa und die Welt in eine tiefe Krise gestürzt“

(13.46 Uhr) In Baden-Württemberg haben sich landesweit mehrere tausend Menschen in vielen Städten versammelt, um sich mit der Ukraine zu solidarisieren. Die Fassungslosigkeit und der Ärger über den russischen Präsidenten Wladimir Putin ist riesig. In Stuttgart steht auf mitgebrachten Plakaten „Russian Hitler“ oder auch „Mörder“ unter dem Bild von Wladimir Putin.

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat noch am Donnerstagabend ein Statement zu den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine abgegeben. Der Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine erinnert ihn an die dunkelsten Zeiten des europäischen Kontinents. Kretschmann hat der Bundesregierung außerdem seine volle Unterstützung für alle weiteren geplanten Schritte zugesagt.

Sehen Sie hier das Statement des Ministerpräsidenten im Video

++ Zeichen der Solidarität: Stadt Ulm zeigt Flagge

(13.40 Uhr) Seit Freitagvormittag hängt an der Ostfassade des Ulmer Rathauses die ukrainische Flagge. Wie es weiter in der Mitteilung der Stadt heißt, „verurteilen“ Ulmer Gemeinderat und Stadtspitze „den völkerrechtswidrigen Angriff auf den souveränen Staat“.

++ Mehr zur Motivation der Stadt Ulm die Flagge zu hissen und wie sie sich konkrete Hilfen vorstellt, lesen Sie hier ++

++ Bundesregierung verteidigt Nein zu härteren Russland-Sanktionen

(13.30 Uhr) Die Bundesregierung hat ihr Nein zu einem Ausschluss Russlands aus dem Zahlungssystem Swift verteidigt. „Eine Aussetzung von Swift wäre technisch aufwendig vorzubereiten, hätte auch massive Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr in Deutschland und für deutsche Unternehmen im Geschäft mit Russland“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin. Deutschland sei beim EU-Gipfel in der Nacht zu Freitag mit seinen Bedenken auch nicht alleine gewesen .

Ich habe wahrgenommen, dass unter anderem Frankreich und Italien auch Einwände erhoben haben.

Steffen Hebestreit, Regierungssprecher

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union hatten beim Gipfel ein umfassendes Paket mit wirtschaftlichen, finanziellen und personenbezogenen Sanktionen als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine beschlossen. Der Ausschluss Russlands aus Swift ist darin nicht enthalten. Die Diskussion darüber sei beim Gipfel „relativ plötzlich und kurzfristig“ aufgekommen, sagte Hebestreit.

Die Kritik unter anderem vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dass die Sanktionen nicht ausreichten, wies Hebestreit zurück. „Die Rede von einem zahnlosen Tiger, oder dass das alles zu wenig sei, entspricht nicht ganz den Tatsachen.“ Die Sanktionen hätten zum Beispiel sofortige Wirkung an den Börsen in Russland gehabt. Gegenwind bekommt die Regierung dabei von der Union. Der Vorsitzende Friedrich Merz twitterte zur Sanktionsmöglichkeit mit Swift am Freitag folgendes:

++ Putin zu Verhandlungen mit der Ukraine bereit

(13.22 Uhr) Die russischen Nachrichtenagentur Ria vermeldet, dass Russlands Präsident Wladimir Putin nun doch zu Gesprächen mit der ukrainischen Regierung bereit sei.

Zuletzt hatte der Kreml mehrere Gesprächsangebote aus Kiew abgelehnt. Laut der Nachrichtenagentur Ria sei Putins Entscheidung während eines Gesprächs mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping gefallen. Demnach habe Putin in dem Telefonat erklärt, er sei zu Verhandlungen "auf hoher Ebene" mit der ukrainischen Regierung bereit.

Im chinesischen Staatsfernsehen sei das Gespräch im Wortlaut bestätigt worden.

++ Formel 1 sagt Russland-Rennen wegen Ukraine-Krise ab

(13.15 Uhr) Die Formel 1 hat wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine den Großen Preis von Russland in dieser Saison abgesagt. «Unter den aktuellen Umständen» sei eine Austragung des für den 25. September geplanten WM-Laufs in Sotschi unmöglich, teilte die Rennserie am Freitag nach Beratungen mit allen Beteiligten mit.

++ Lindner will jetzt persönliche Sanktionen gegen Putin und Lawrow

(13.00 Uhr) Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner plädiert nach dem russischen Angriff auf die Ukraine für direkte Strafmaßnahmen gegen die Führung in Moskau. In der Sitzung der EU-Finanzminister in Paris forderte Lindner nach Teilnehmerangaben vom Freitag, dass auch gegen Präsident Wladimir Putin und Außenminister Sergei Lawrow persönliche Sanktionen verhängt werden. Bisher waren beide nicht vom Einfrieren persönlicher Vermögenswerte und Reiseeinschränkungen betroffen.

Beide trügen aber die persönliche Verantwortung für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, argumentierte Lindner nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Sanktionen könnten sich daher nicht auf einfache Duma-Abgeordnete beschränken. Lindner betonte weiter, für Deutschland lägen alle weiteren Optionen auf den Tisch. Auch ein Ausschluss Russlands aus Swift sei denkbar , wenn die EU-Mitglieder gemeinsam der Meinung seien, der Druck auf Russland könne damit weiter verstärkt werden.

++ Kreml verteidigt Angriff auf Ukraine und begrüßt Selenskyjs Vorschlag

(12.42 Uhr) Der Kreml hat den russischen Militäreinsatz in der Ukraine gegen weltweite Kritik verteidigt und einen Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj begrüßt. Moskau habe das Angebot von Verhandlungen über einen neutralen Status der Ukraine als Schritt in die richtige Richtung aufgenommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Freitag in Moskau. Die Mitteilung werde analysiert, Selenskyj als Präsident der Ukraine anerkannt. «Natürlich, ja. (...) Er ist der Präsident der Ukraine.» Über die Möglichkeit eines Kontaktes könne aber derzeit nichts gesagt werden.

Selenskyj hatte in der Nacht zum Donnerstag zur Abwendung eines Krieges Putin ein Gesprächsangebot gemacht. Er sagte: «Die Sicherheit der Ukraine ist verbunden mit der Sicherheit ihrer Nachbarn. Deshalb müssen wir heute über die Sicherheit in ganz Europa sprechen. Das ist unserer Hauptziel - der Frieden in der Ukraine und die Sicherheit unserer Bürger. Dafür sind wir bereit, mit allen und auch mit Ihnen zu reden. In verschiedenen Formaten und an jedem beliebigen Ort.»

++ Europa-Park will Nord-Stream-2-Logos verbannen

(12.06 Uhr) Infolge des Kriegs in der Ukraine will der Europa-Park in Rust im Ortenaukreis Hinweise auf seinen bisherigen Sponsor Nord Stream 2 verbannen.

Bis zur Saisonöffnung Mitte März werden als Folge der Aussetzung der Kooperation keine Logos und Hinweise auf Nord Stream 2 mehr im Europa-Park zu sehen sein.

Das teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Der Betreiber der russisch-deutschen Erdgasleitung hatte bislang im Zuge eines Kultursponsorings eine Achterbahn und einen Showroom zur Ostsee-Unterwasserwelt finanziert. Über die Summen äußerte sich die Sprecherin nicht.

Am Donnerstag hatte der Park mitgeteilt, wegen des Kriegs die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung ausgesetzt zu haben. Auf den Internetseiten waren die Attraktionen da schon von „blue fire Megacoaster powered by Nord Stream 2“ und „Nord Stream 2 Dome“ in „blue fire Megacoaster“ und „blue fire Dome“ umbenannt worden.

++ Videoumfrage: Kriegsängste sind auch in der Region ganz real

(11.45 Uhr) Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine befehligt hat, geht das vielen Menschen nach. Auch in der Region mehren sich die Ängste, dass Russland weitere Eskalationen befeuert. Wir haben uns in Ravensburg umgehört und das haben uns die Menschen erzählt.

++ Kreml kündigt Vergeltung für westliche Sanktionen an

(11.34 Uhr) Russland hat Vergeltung für vom Westen verhängten Sanktionen angekündigt. Moskau werde mit „symmetrischen und asymmetrischen“ Gegenmaßnahmen reagieren, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. Die EU, die USA und weitere westliche Verbündete hatten wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine umfangreiche Sanktionen gegen Moskau verhängt.

++ EU bereitet „dringend“ weitere Sanktionen gegen Russland vor

(11.23 Uhr) Die Europäische Union will nach Angaben von EU-Ratspräsident Charles Michel weitere Sanktionen gegen Moskau verhängen. Ein „weiteres (Sanktions-)Paket wird dringend vorbereitet“, erklärte Michel am Freitag im Online-Dienst Twitter.

Am Donnerstagabend hatte die EU bereits ein zweites Sanktionspaket gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine beschlossen.

++ Schüsse in der Nähe des ukrainischen Regierungsviertels gemeldet

(11.14 Uhr) In der Nähe des Regierungsviertels in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind verschiedenen Berichten zufolge Schüsse zu hören. Das geht aus Meldungen der Nachrichtenagenturen RIA und AP hervor.

Zuvor gab es Berichte, Russland wolle mit den Angriffen auf das Regierungsviertel den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stürzen. Dessen Berater sprach sogar davon, es gäbe Tötungsabsichten Russlands gegen Selenskyj.

++ Selenskyi: "Russland will Regierung stürzen und mich töten"

(10.44 Uhr) Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Videobotschaft, die ukrainische Armee habe am ersten Tag der Invasion 137 Soldaten verloren, 316 Soldaten seien verletzt worden. Russland habe das gesamte Staatsgebiet angegriffen und gehe auch gezielt gegen die Zivilbevölkerung vor.

Die Russen machten entgegen ihrer Zusicherung keinen Unterschied zwischen militärischen Zielen und Wohnhäusern, so Selenskyj. Zugleich hielt er dem Westen mangelnde Unterstützung vor:

Wir verteidigen unseren Staat allein. Die mächtigsten Kräfte der Welt schauen aus der Ferne zu.

Selenskyj mutmaßte, dass der Angriff dazu dienen soll, ihn zu stürzen. «Nach unseren Informationen hat mich der Feind zum Ziel Nr. 1 erklärt, meine Familie zum Ziel Nr. 2», sagte er - eine Einschätzung, die die US-Regierung teilt.

Schon am späten Donnerstagabend hatte Selenskyj eine allgemeine Mobilmachung angeordnet, die für 90 Tage gelten soll und die Einberufung von Wehrpflichtigen und Reservisten vorsieht. Wie viele Männer betroffen sein werden, sagte der 44-Jährige nicht.

Nach Angaben des Generalstabs in Kiew lieferten sich ukrainische Truppen in der Nähe der Hauptstadt heftige Gefechte. In der Metropole heulten mehrfach die Sirenen, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Die U-Bahn-Stationen der Hauptstadt mit etwa 2,8 Millionen Einwohnern dienten als Schutzräume. Angriffe wurden auch aus anderen Landesteilen gemeldet, auch aus dem Süden.

++ Russland sperrt Luftraum für britische Flugzeuge

(10.08 Uhr) Russland hat seinen Luftraum für britische Flugzeuge gesperrt. Von dem Überflugverbot seien auch Maschinen betroffen, die in Großbritannien geleast wurden, teilte die russische Luftfahrtbehörde am Freitag in Moskau mit.

Dies sei eine Reaktion auf ein Landeverbot für die staatliche russische Fluggesellschaft Aeroflot, das Großbritannien nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ausgesprochen hat. Die Behörde verwies zur Begründung auf ein Abkommen zwischen beiden Ländern, „dass die Fluggesellschaften beider Länder faire und gleiche Rechte erhalten“.

++ Ukraine: Erste russische Einheiten in Kiew

(10.05 Uhr) Nach Russlands Einmarsch in die Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums die ersten russische Einheiten in die Hauptstadt Kiew vorgedrungen. Russische „Saboteure“ hielten sich im Bezirk Obolon im Norden Kiews auf, teilte die Behörde am Freitag über Facebook mit. Solche Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Das Ministerum rief die Bevölkerung auf, sogenannte Molotow-Cocktails zum Kampf vorzubereiten und Sichtungen über russische Militärtechnik zu melden. Einwohner sollten ihre Wohnungen nicht verlassen. Das ukrainische Heer warnte, russische Einheiten nutzten teilweise eroberte ukrainische Technik .

Der "The Kyiv Independet" berichtet zudem, dass Russische Truppen nicht nur Fahrzeuge in ihre Gewalt gebracht haben, sondern auch Uniformen der ukrainischen Armee tragen, um so nicht aufzufallen. Dabei beruft sich der "Kyiv Independent" auf den stellvertretenden Verteidigungsminister. Diese Informationen lassen sich zum jetztigen Zeitpunkt allerdings nicht verifizieren.

kiewattacke

++ Selenskyj erneuert Forderungen nach Sanktionen gegen Russland - Unterstützung kommt von der EU

(09.56 Uhr) Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Forderung erneuert, den Druck auf Russland über Sanktionen zu erhöhen. Laut eines Tweets Selenskyjs habe ihm dazu wohl EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen Unterstützung zugesichert.

++ Weltweite Proteste gegen russische Invasion

(08.48 Uhr) Weltweit gibt es massive Proteste gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Selbst in Russland gehen zahlreiche Menschen auf die Straße. Es sind Bilder, die man in russischen Staatsmedien nicht zu sehen bekommt. Das Putin-Regime geht mit Polizeikräften gegen die Demonstranten vor. Dennoch lassen sich viele Russen davon nicht abschrecken, wie auch dieses Video aus Sankt Petersburg vom Donnerstag zeigt.

++ Offenbar schwerer Angriff auf Hauptstadt - Kämpfe im nördlichen Bezirk von Kiew

++ Bilanz des ersten Tages: 137 ukrainische Soldaten getötet

07.52 Uhr) Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj am ersten Tag der russischen Invasion 137 Soldaten verloren. 316 Soldaten seien verletzt worden , sagte er in der Nacht zu Freitag in einer Videobotschaft. Die russischen Angriffe hatten am Donnerstagmorgen begonnen. «Heute hat Russland das gesamte Gebiet der Ukraine angegriffen. Und heute haben unsere Verteidiger sehr viel geleistet», sagte Selenskyj.

++ Sirenenalarm in Kiew - Selenskyj wirft Russland Angriffe auf zivile Gebiete vor

(07.27 Uhr) Wie schon in der Nacht, so ertönen auch am Freitagmorgen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew die Sirenen, mit denen die Bevölkerung vor Raketenbeschuss gewarnt wird. Unbestätigten Berichten zufolge sind russische Bodentruppen mittlerweile in das Stadtgebiet von Kiew vorgedrungen.

 Ein Eurofighter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der russischen Armee vorgeworfen, bei ihren Angriffen auch auf zivile Gebiete zu zielen. Gleichzeitig lobte der Staatschef am Freitagmorgen die Ukrainer für ihren „Heldenmut“ angesichts des russischen Vormarsches. Russland müsse „früher oder später“ mit der Ukraine „sprechen“, um die Kämpfe zu beenden, sagte er weiter.

Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte im Morgenmagazin von ARD und ZDF, dass die Ziele des russischen Präsidenten Wladimir Putin nun offenlägen: Es gehe längst nicht mehr um die Ostukraine, sondern um einen "Regime Change", also die Entmachtung der ukrainischen Regierung und einen Systemumsturz für das gesamte Land.

++ Explosionen und Feuer in Kiew

(07.17 Uhr) Mehrere Explosionen haben in der Nacht zu Freitag die ukrainische Hauptstadt Kiew erschüttert. Das meldete die Agentur Unian. Unter anderem wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus auf dem Ostufer des Flusses Dnipro getroffen, in dem Feuer ausbrach.

Dort seien Trümmer einer Rakete eingeschlagen, teilte die Stadtverwaltung auf Telegram mit. Drei Menschen seien verletzt worden. Dort sei es ukrainischen Kräften gelungen, einen russischen Flugapparat abzuschießen, schrieb ein Berater des ukrainischen Innenministers.

Bürgermeister Vitali Klitschko veröffentlichte im sozialen Netzwerk Telegram ein Video, das Brände in mehreren Etagen des Gebäudes zeigten. Feuerwehrleute waren vor Ort. Einer der Verletzten sei in einem kritischen Zustand, schrieb er.

++ Ukrainischer Generalstab: Schwere Gefechte nordwestlich von Kiew

(06.53 Uhr) Ukrainische Truppen liefern sich nach Angaben des Generalstabs heftige Gefechte mit russischen Angreifern im Kiewer Gebiet. In Iwankiw rund 80 Kilometer nordwestlich der ukrainischen Hauptstadt hätten sich Fallschirmjäger einer «überwältigenden» Anzahl russischer Truppen entgegengestellt, die mit gepanzerten Fahrzeugen vorrückten.

Eine Brücke sei zerstört worden. Auch auf dem strategisch wichtigen Flugplatz Hostomel nordwestlich von Kiew werde gekämpft, teilte der Generalstab weiter mit. Ukrainische Truppen hielten auch dort Stand.

Zudem gebe es in mehreren Städten russische Luftangriffe. In Kiew heulten erneut die Sirenen, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Die Stadtverwaltung rief alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich möglichst in Sicherheit zu bringen. Die U-Bahn-Stationen der Stadt mit etwa 2,8 Millionen Einwohnern dienten als Schutzräume.

Medienberichten zufolge griffen russische Truppen den Flughafen der Stadt Riwne im Westen an. Auch aus Sumy im Nordosten des Landes nahe der russischen Grenze wurden Kämpfe gemeldet. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

++ Ukrainischer Botschafter wirft Bundesregierung Gleichgültigkeit vor

(06.38 Uhr ) Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat der Bundesregierung nach dem russischen Angriff auf sein Land «Kälte und Gleichgültigkeit» vorgeworfen. «Jede Bitte, uns jetzt zu helfen, wurde einfach abgeschmettert. Das ist sehr traurig. Ich kann nicht verstehen: Wie kann man so kaltherzig und stur bleiben», sagte Melnyk in der ZDF-Sendung «Markus Lanz».

Er sei am Donnerstag «von einigen Ministern» empfangen worden und habe militärische Ausrüstung und Kraftstoff für die Armee gefordert. «Die Antwort war: Nach unserer Einschätzung bleiben Ihnen, den Ukrainern, vielleicht wenige Stunden. Das macht jetzt keinen Sinn, Euch überhaupt zu helfen», sagte Melnyk.

Diese Politik, diese Zögerlichkeit, sie lässt uns als Opferlamm, das geschlachtet wird.

Melnyk kritisierte auch, dass sich Deutschland beim EU-Gipfel gegen «die größten Sanktionskeulen» gegen Russland gestemmt habe: den Ausschluss aus dem Zahlungssystem Swift und ein Embargo für Öl-, Gas- und Kohleimporte aus Russland. Die Bundesregierung wolle abwarten, sagte Melnyk und fragte: «Worauf? Dass Zehntausende, Hunderttausende Ukrainer sterben müssen vor ihren Augen?»

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte vor dem EU-Gipfel gesagt, dass er sich noch Sanktionsmöglichkeiten aufheben wolle. Für welche Situation, sagte er aber nicht.

++ Raketenbeschuss im Süden der Ukraine

(06.17 Uhr) In der Region Saporischschja im Süden der Ukraine meldete das ukrainische Verteidigungsministerium am Freitagmorgen ebenfalls russischen Raketenbeschuss. Bei dem Angriff auf eine Einheit des Grenzschutzes habe es „Tote und Verletzte“ gegeben.

Der Vormarsch der russischen Streitkräfte weckt Befürchtungen vor gezielten Angriffen auf die Hauptstadt Kiew , insbesondere auf strategische Infrastruktur und Regierungseinrichtungen . Erst am Vortag war in der Hauptstadt Fliegeralarm ausgelöst worden, die Menschen suchten unter anderem in U-Bahnhöfen Schutz . Russische Truppen standen am Donnerstagabend bereits vor den Außenbezirken der Hauptstadt.

++ US-Außenminister Blinken: Russland will ukrainische Regierung stürzen

(06.09 Uhr) Russlands Präsident Wladimir Putin will nach Ansicht von US-Außenminister Antony Blinken die ukrainische Regierung stürzen. Er sei «überzeugt», dass Putin dies versuchen werde, sagte Blinken am Donnerstag (Ortszeit) im Gespräch mit dem TV-Sender ABC mit Blick auf die Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj.

«Wir wissen, dass es Teil des russischen Plans ist, Kiew in Gefahr zu bringen, die Hauptstadt anzugreifen und auch gegen andere Großstädte vorzugehen» , sagte Blinken. «Wir sehen Truppen, die aus dem Norden kommen, aus dem Osten und aus dem Süden», sagte er weiter.

++ Berichte: Russische Armee greift Kiew an

(06.00 Uhr) Russische Truppen haben Kiew nach Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba unter heftigen Beschuss genommen.

«Schreckliche russische Raketenangriffe auf Kiew», twitterte Kuleba in der Nacht zum Freitag.

Das letzte Mal, dass unsere Hauptstadt so etwas erlebt hat, war 1941, als sie von Nazi-Deutschland angegriffen wurde.

Der Minister zeigte sich trotz der massiven Angriffe demonstrativ optimistisch: «Die Ukraine hat dieses Übel besiegt und wird dieses besiegen.»

Kuleba forderte erneut schärfere Sanktionen gegen Russland und Kremlchef Wladimir Putin: «Stoppt Putin. Isoliert Russland. Trennt alle Verbindungen. Schmeißt Russland aus allem raus.»

Augenzeugen berichteten über heftige Explosionen in Kiew . Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Auch aus anderen Orten wie der Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine wurden Kämpfe und Angriffe gemeldet.

Die letzten drei Meldungen von Donnerstagabend:

+++ Liveblog zum Krieg in der Ukraine von Donnerstag, 24. Februar 2022 +++

++ Selenskyj ordnet allgemeine Mobilmachung in Ukraine an

(23.39 Uhr) Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ostukraine hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj eine allgemeine Mobilmachung angeordnet.

Das Staatsoberhaupt habe ein entsprechendes Dekret unterschrieben, meldete die Agentur Unian unter Berufung auf das Präsidialamt in Kiew. Die Anordnung gilt demnach 90 Tage und sieht die Einberufung von Wehrpflichtigen und Reservisten vor.

Zuvor hatte Selenskyj bereits eine Teilmobilmachung von Reservisten angeordnet. «Wir müssen operativ die Armee und andere militärische Formationen auffüllen», begründete er seine Entscheidung.

Nach ukrainischen Behördenangaben dürfen zudem männliche Staatsbürger im Alter von 18 bis 60 Jahren das Land nicht verlassen . Man werde sie nicht über die Landesgrenze lassen, teilte der Leiter der ukrainischen Zollbehörde in Lemberg, Danil Menschikow, mit. Er bat die Menschen, keine Panik zu verbreiten und nicht zu versuchen, eigenständig die Landesgrenze zu überqueren.

++ Rund 100.000 Menschen in der Ukraine auf der Flucht

(22.59 Uhr) Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund 100.000 Menschen in dem Land auf der Flucht . Mehrere tausend Menschen seien zudem bereits aus dem Land geflüchtet, sagte UNHCR-Sprecherin Shabia Mantoo am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

„Wir können noch keine genauen Zahlen bestätigen, aber es ist klar, dass es erhebliche Bewegungen innerhalb des Landes und einige Bewegungen über die Grenzen hinweg gegeben hat“, sagte Mantoo.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi hatte zuvor umfassende Schutzmaßnahmen für die Zivilbevölkerung sowie die zivile Infrastruktur in der Ukraine gefordert. „Die humanitären Folgen für die Zivilbevölkerungen werden verheerend sein“, warnte er.

Das UNHCR und seine Partner in der Ukraine seien „bereit, humanitäre Unterstützung zu gewähren, wo es nötig und möglich ist“, fügte Grandi hinzu. Dafür müsse aber der humanitäre Zugang garantiert sein. Die Nachbarländer der Ukraine forderte er dazu auf, ihre Grenzen für Schutzsuchende offen zu halten .

++ EU-Gipfel stimmt für „massive“ neue Sanktionen gegen Russland

(21.37 Uhr) Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten haben grünes Licht für ein neues Sanktionspaket gegen Russland wegen dessen Einmarsch in die Ukraine gegeben. „Der Europäische Rat vereinbart heute weitere Strafmaßnahmen, die für Russland wegen seines Vorgehens massive und ernste Folgen haben werden“, hieß es in der am Donnerstagabend in Brüssel verabschiedeten Gipfelerklärung.

Die Sanktionen betreffen demnach den russischen Finanz-, Energie- und Transportsektor, den Export von Dual-Use-Gütern, die für zivile und militärische Zwecke genutzt werden können, die Visa-Vergabe für russische Staatsbürger sowie eine Reihe „russischer Einzelpersonen“. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die EU-Kommission hatte ein detailliertes Sanktionspaket vorbereitet , das formell noch vom Ministerrat der EU-Staaten verabschiedet werden muss. Dies soll am Freitag passieren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte ein Paket „massiver und gezielter Sanktionen“ angekündigt.