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Newsblog - Großbritannien verhängt Sanktionen gegen Belarus

Politik / Lesedauer: 33 min

++ Putin nennt Bedingungen für Beendigung des Konflikts um Ukraine ++ Baerbock appelliert an Weltgemeinschaft: „Heraushalten ist keine Option“ ++ UN-Delegierte verlassen bei Lawrow-Rede den Saal  ++
Veröffentlicht:01.03.2022, 13:25
Aktualisiert:01.03.2022, 22:07

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Angriff auf die Ukraine befohlen. Alle wichtigen Entwicklungen und Informationen hier im Liveblog.

Hinweis: Die Lage in der Ukraine ist mitunter unüberschaubar. Im Internet kursieren zahlreiche Informationen und auch Videos, die wir hier nicht ungeprüft verbreiten werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • 5 Tote bei Angriff auf Fernsehturm in Kiew - Bürgermeister: Lage «bedrohlich» (17.29 uhr)
  • EU-Ratschef: Beitrittsgesuch der Ukraine wird ernsthaft geprüft (13.36 Uhr)
  • Gewaltiger russischer Militärkonvoi rollt auf Kiew zu (06.19 Uhr)
  • Ukraine meldet 70 getötete Soldaten, schwerer Raketenbeschuss in Charkiw (08.24 Uhr)
  • Bericht: Mitarbeiter kehren Altkanzler Schröder den Rücken (11.04 Uhr)

Wir beenden den Newsblog für heute und berichten morgen wieder alle wichtigen Nachrichten zum Krieg in der Ukraine.

++ Bund kauft für 1,5 Milliarden Euro Gas

(20.58 Uhr) Der Bund hat als Reaktion auf Gasprobleme im Winter und den russischen Angriff auf die Ukraine für 1,5 Milliarden Euro Gas als Reserve für die nächste Zeit gekauft. Regierungskreise bestätigten am Dienstagabend einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenportals «The Pioneer».

Das Portal berief sich auf ein Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Florian Toncar (FDP). Das Finanzministerium habe grünes Licht für einen entsprechenden Antrag des Wirtschaftsministeriums geben. Der Haushaltsausschuss des Bundestages sei nicht wie in vergleichbaren Fällen üblich konsultiert worden.

Die erste Lieferung sollte demnach bereits am heutigen Dienstag erfolgen , so die Begründung des Finanzministeriums. Die Zahlungen für das Gas müssten «sehr zeitnah» geleistet werden.

++ Krisentreffen für Südwest-Wirtschaft wegen Ukraine-Krieg geplant

(20.35 Uhr) Wegen des Kriegs in der Ukraine plant die baden-württembergische Wirtschaftsministerin ein Krisentreffen. Sie wolle «zeitnah zu einem Gespräch mit den einschlägigen Verbänden und den Kammern einladen», sagte Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Mittwoch). «Neben den Auswirkungen auf den Handel müssen wir auch von steigenden Energiepreisen sowie Druck auf den Lieferketten in den Bereichen Energie, Metalle und Edelgase ausgehen», sagte sie.

Die Krise mit umfassenden Sanktionen gegen Russland wirke sich auf hiesige Unternehmen negativ aus, auch wenn sich das Handelsvolumen mit Russland auf einem eher niedrigen Gesamtniveau befinde. Betroffen sind laut Hoffmeister-Kraut vor allem der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilbranche - beide exportorientiert.

++ Großbritannien verhängt Sanktionen gegen Belarus

(20.28 Uhr) Wegen der Rolle von Belarus im Ukraine-Krieg hat Großbritannien Sanktionen gegen mehrere Personen und Organisationen des Landes verhängt. Der Chef des belarussischen Generalstabs sowie drei weitere hochrangige Vertreter der Militärführung und zwei militärische Unternehmen seien mit Sanktionen belegt worden, wie das britische Außenministerium am Dienstagabend mitteilte.

«Das Lukaschenko-Regime unterstützt und fördert Russlands illegale Invasion aktiv und wird die wirtschaftlichen Folgen seiner Unterstützung für Putin zu spüren bekommen», sagte die britische Außenministerin Liz Truss einer Mitteilung zufolge. Die Betroffenen können ab sofort nicht mehr nach Großbritannien reisen und mögliches Vermögen im Land wird eingefroren.

++ Bei Angriff auf Kiewer Fernsehturm auch Holocaust-Gedenkstätte Babyn Yar getroffen

(19.48 Uhr) Bei dem Angriff auf den Fernsehturm in Kiew wurde offenbar auch die unmittelbar benachbarte Holocaust-Gedenkstätte Babyn Yar getroffen.

In dem Tal, das heute in den Stadtgrenzen von Kiew liegt, geschah das größte einzelne Massaker an Juden während des Zweiten Weltkriegs . 33.771 Menschen wurden hier am 29. und 30. September 1941 von den Nationalsozialisten erschossen. Weitere zehntausende Menschen wurden später während der Besatzung Kiews in Babyn Yar getötet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich in einem emotionalen Tweet an die Welt und erinnerte an die Massaker in Babyn Yar: "An die Welt: Was bringt es, 80 Jahre lang «nie wieder» zu sagen, wenn die Welt schweigt, wenn eine Bombe auf denselben Ort von Babyn Jar fällt? Mindestens 5 getötet. Geschichte, die sich wiederholt ..."

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++ Mexiko schließt Sanktionen gegen Russland aus

(19.29 Uhr) Mexiko will für den Angriff auf die Ukraine keine Sanktionen gegen Russland erheben. «Wir werden keine wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, weil wir gute Beziehungen zu allen Regierungen der Welt unterhalten wollen», sagte Mexikos populistischer Präsident Andrés Manuel López Obrador am Dienstag in seiner täglichen Pressekonferenz. Seine Regierung hat die Invasion in die Ukraine verurteilt, sich bisher mit deutlicher Kritik an Russland jedoch zurückgehalten.

Der linksgerichtete Nationalist López Obrador, der die Medien im eigenen Land immer wieder verbal angreift, sprach sich gegen Verbote und Einschränkungen russischer Staatsmedien aus. Das sei Zensur.

Mexiko ist die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas, Mitglied der G20 und derzeit nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates. Russland gehört nicht zu den wichtigsten Handelspartnern des Nachbarlands der USA. Es gibt aber russische Firmen, wie den Ölkonzern Lukoil, die bedeutende finanzielle Interessen in Mexiko haben. Vergangenes Jahr machten mehr als 75 000 Russen Urlaub in Mexiko.

++ Fridays for Future will Donnerstag weltweit für Ukraine demonstrieren

(19.21 Uhr) Die Organisation Fridays for Future will an diesem Donnerstag weltweit auf die Straße gehen, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden. Das teilte Fridays for Future (FFF) Deutschland am Dienstag mit.

In Deutschland wollen die Aktivisten, die sonst für ihren Klima-Protest an Freitagen bekannt sind, in Städten wie Hamburg, Berlin oder München ein Zeichen setzen . In einem Tweet hatten die ukrainischen Aktivisten der Bewegung dazu aufgerufen, aufgrund der Dringlichkeit der Lage bereits am Donnerstag weltweit zu protestieren.

Dem Aufruf sind den Angaben zufolge bislang 36 weltweit Städte gefolgt , unter anderem im ukrainischen Nachbarland Polen, in Italien und im afrikanischen Nigeria. Die russische Führung hatte am vergangenen Donnerstag einen Angriffskrieg auf die Ukraine gestartet. Seitdem haben die Aktivisten bereits mehrmals gegen die Aggression protestiert.

«Wir können nicht bis Freitag warten» , sagte die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Diesen Donnerstag zeigen wir Haltung, wie Autokraten es hassen, und stehen auf für Menschenrechte und demokratische Werte.» Sie rief «alle Menschen auf, sich uns anzuschließen».

Die Demonstranten würden mit ihren Aktionen auch ein Zeichen für Klimagerechtigkeit setzen, sagte Neubauer. «In einem Krieg, der durch fossile Energien finanziert» werde, sei der Ausstieg aus fossilen Energieträgern untrennbar mit dem Frieden verbunden.

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++ Menschenrechtsgericht: Russland soll Angriffe auf Zivile unterlassen

(18.47 Uhr) Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat Russland dazu aufgefordert, Angriffe auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine zu unterlassen. Das teilte das Gericht am Dienstag mit. Die Ukraine hatte zuvor wegen massiver Menschenrechtsverletzungen auf ihrem Gebiet um eine solche sogenannte einstweilige Maßnahme des Gerichts gebeten. Einstweilige Maßnahmen sind laut Gericht verbindlich und werden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr auf irreparablen Schaden ausgesprochen.

Konkret forderte der Gerichtshof, dass Wohnorte, Schulen, Krankenhäuser und einzelne Zivilisten nicht angegriffen werden sollten. Auch solle die Sicherheit medizinischer Einrichtungen und medizinischen Personals in den attackierten Gebieten gewährleistet werden.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz im französischen Straßburg gehört zum Europarat . Gemeinsam setzen sich die von der Europäischen Union unabhängigen Organe für den Schutz der Menschenrechte in den 47 Mitgliedstaaten ein. Russland und die Ukraine sind beide Mitglieder des Europarats. Vergangene Woche hat dieser Russland allerdings wegen des Angriffskriegs in der Ukraine suspendiert.

++ Sondertreffen der Nato-Außenminister am Freitag

(18.27 Uhr) Vor dem Hintergrund des russischen Kriegs in der Ukraine kommen die Außenminister der 30 Nato-Staaten am Freitag zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen. Das teilte das Verteidigungsbündnis am Dienstag mit. Generalsekretär Jens Stoltenberg werde um 12.30 Uhr nach dem Treffen eine Pressekonferenz halten.

Als Reaktion auf den Krieg hatte die Nato ihre militärische Unterstützung für die Ukraine zuletzt weiter ausgebaut. Zudem beschloss das Bündnis, seine Ostflanke zur Abschreckung Russlands zu verstärken. Bei einem Besuch in Polen schloss Stoltenberg am Dienstag jedoch erneut eine militärische Beteiligung der Nato am Ukraine-Krieg aus.

++ Putin nennt Bedingungen für Beendigung des Konflikts um die Ukraine

(17.57 Uhr) Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Bedingungen für eine Beendigung der «Militär-Operation» in der Ukraine nach Kremlangaben bekräftigt.

Die Regierung in Kiew müsse die «Volksrepubliken» Luhansk und Donezk sowie Russlands Souveränität über die Schwarzmeer-Halbinsel Krim anerkennen , teilte der Kreml am Dienstagabend in Moskau mit. Zudem müsse die Ukraine entmilitarisiert und in einen neutralen Status überführt werden , hieß es in der Mitteilung zu einem Telefonat Putins mit Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.

Es war die erste Äußerung dieser Art, nachdem am Montag Vertreter der Ukraine und Russlands in Belarus über eine Beendigung des Krieges verhandelt hatten. Ergebnisse waren nach dem Treffen zunächst nicht mitgeteilt worden.

Verpflichten müsse sich die Ukraine dem Kreml zufolge auch, künftig weiter auf Atomwaffen zu verzichten . Putin hatte zuvor gefordert, dass die Ukraine nicht Mitglied der Nato werden dürfe. Die ostukrainischen Regionen Luhansk und Donezk hat er als unabhängige Staaten anerkannt.

Putin hatte am vergangenen Donnerstag eine militärische Spezialoperation begonnen - offiziell mit dem Ziel, die russischsprachige Bevölkerung in der Ostukraine vor Angriffen ukrainischer Nationalisten zu schützen. Russische Truppen marschierten daraufhin in die Ukraine ein.

++ 5 Tote bei Angriff auf Fernsehturm in Kiew - Bürgermeister: Lage «bedrohlich»

(17.29 Uhr, aktualisiert 18.03 Uhr) Bei einem mutmaßlichen Raketenangriff auf den Fernsehturm in der ukrainischen Hauptstad t sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Fünf weitere seien verletzt worden, teilte der Zivilschutz am Dienstag mit.

Die Agentur Unian veröffentlichte ein Video, das eine dunkle Rauchwolke direkt neben dem Turm zeigt. Der Turm selbst blieb aber stehen, wie eine Kommentatorin in der Aufnahme sagt.

Zwei Raketen sollen an dem Ort eingeschlagen sein. In der Millionenstadt wurde am Nachmittag erneut Luftalarm ausgelöst. Der stellvertretende Leiter des Präsidentenbüro, Kyrylo Tymoschenko, sagte, die Ausstrahlung eines Teils der Sender sei bereits wieder hergestellt worden.

Bürgermeister Vitali Klitschko bezeichnete die Lage als «bedrohlich» . «Der Feind will das Herz unseres Landes erobern. Aber wir werden kämpfen und Kiew nicht aufgeben», schrieb er im Nachrichtenkanal Telegram. Er warnte zugleich vor Panik und Falschinformationen.

Russland hatte zuvor neue Angriffe auf die Informations-Infrastruktur des ukrainischen Geheimdienstes angekündigt, unter anderem in dem Kiewer Vorort Browary. Die Bevölkerung in Kiew, die in der Nähe solcher Einrichtungen lebt, wurde aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

++ Lindner: Sanktion gegen russische Zentralbank übertrifft Erwartungen

(17.17 Uhr) Die Sanktionen des Westens gegen die russische Zentralbank haben laut Finanzminister Christian Lindner bereits nach wenigen Tagen die Erwartungen übertroffen. «Der Rubel ist im freien Fall. Die Kriegskasse von Wladimir Putin ist empfindlich getroffen », sagte der FDP-Politiker am Dienstag nach Gesprächen der G7-Finanzminister. «Diese Maßnahme hat geringere Auswirkungen auf uns, aber maximale Auswirkungen auf Russland.»

Die EU hatte in der Nacht zum Montag Transaktionen mit der russischen Zentralbank verboten und alle Vermögenswerte der Notenbank in der EU eingefroren.

Auch die Ankündigung des Ausschlusses russischer Banken aus dem Finanzkommunikationssystem Swift habe massive Auswirkungen auf den russischen Kapitalmarkt gezeigt, sagte Lindner. Bei möglichen weiteren Sanktionen werde man sich auf die «Maximierung des Schadens für die russische Wirtschaft, die Unterstützer von Putin und die russischen Kapitalmärkte» konzentrieren.

Es werde aber darauf geachtet, dass es keine Gegeneffekte gibt, die Bündnispartner in ihrer Durchhaltefähigkeit schwächten. «Denn wir müssen uns darauf einstellen, dass diese Spannungslage, die von einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg ausging, länger anhält

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++ Leichtathletik-Weltverband schließt Russland und Belarus aus

(17.05 Uhr) Der Leichtathletik-Weltverband hat sich als nächster großer Dachverband den Sanktionen gegen Russland und Belarus angeschlossen. «Alle Athleten, Betreuer und Offiziellen aus Russland und Belarus werden mit sofortiger Wirkung von allen Veranstaltungen der Leichtathletik-Weltserie ausgeschlossen», hieß es in einer Mitteilung von World Athletics am Dienstag.

Dazu gehören die Hallen-WM im März in Belgrad, die Freiluft-WM im Juli in Eugene/USA sowie die Mannschafts-WM im Gehen in Muscat, die am Freitag in Oman beginnt.

Das Exekutivkomitee von World Athletic will in einer Sitzung am 9./10. März weitere Maßnahmen zu prüfen, darunter die Suspendierung des weißrussischen Verbandes.

Der russische Verband Rusaf ist seit 2015 aufgrund von Dopingverstößen von der WM suspendiert . Das Verfahren für autorisierte neutrale Athleten (ANA) bleibe zwar bestehen, aber russische Athleten, die den ANA-Status für 2022 erhalten haben, dürften vorerst bei Meetings der World Athletics Series nicht starten. «Dies bedeutet, dass allen russischen ANA- oder weißrussischen Athleten, die für die Welttitelkämpfe der Geher oder die Hallen-WM akkreditiert sind, die Teilnahme verweigert wird, ebenso wie Betreuern und Offiziellen», hieß es in der Mitteilung.

++ Russen und Belarussen von Ruder-Wettkämpfen ausgeschlossen

(16.54 Uhr) Ruderer aus Russland und Belarus dürfen bis auf Weiteres nicht mehr an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Das gab der Ruder-Weltverband FISA am Dienstag bekannt.

Damit folgte er der Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vom Vortag im Zuge der russischen Invasion in die Ukraine. Das Verbot schließt auch die Funktionäre der beiden Länder mit ein. Darüber hinaus stellte die FISA klar, „dass 2022 keine Veranstaltungen in Russland oder Belarus stattfinden“.

Die FISA rief ihre Mitgliedsverbände dazu auf, den ukrainischen Ruderern zu helfen, die „infolge des Angriffs auf ihr Land an der Teilnahme an internationalen Wettkämpfen gehindert“ würden. „Unsere Organisation steht in dieser Zeit der schweren internationalen Krise in absoluter Solidarität mit dem ukrainischen Volk, einschließlich unserer Freunde bei der ukrainischen Ruderfamilie“, hieß es in der Mitteilung.

++ Baerbock appelliert an Weltgemeinschaft: Heraushalten keine Option

(16.15 Uhr) Außenministerin Annalena Baerbock hat vor ihrem für den späten Abend geplanten Auftritt bei den Vereinten Nationen für eine breite Verurteilung des russischen Angriffs auf die Ukraine geworben.

„Wenn es um Krieg und Frieden geht, ist Heraushalten keine Option. Die Welt wird sich noch lange daran erinnern, wo wir heute gestanden haben“, sagte die Grünen-Politikerin nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Dienstag bei ihrer Abreise nach New York. Möglichst viele Staaten der Welt müssten „Farbe bekennen: Für den Frieden und das Recht.“

Die Weltgemeinschaft stehe in New York vor der Wahl: „Schließen wir die Augen vor der Aggression gegen die Ukraine oder sehen wir der Realität ins Auge, dass mit den Attacken auf Kiew, Cherson und Charkiw wir alle angegriffen werden?“ Sie ergänzte:

Soll es wieder Normalität werden, dass der Starke über den Schwächeren herfällt, und der Rest der Welt nimmt es hin?

Westliche Staaten hoffen, dass bei der Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung möglichst viele der 193 Mitgliedsländer den Angriffskrieg Russlands verurteilen und damit die weltweite Isolation der russischen Führung sichtbar machen. Es handelt sich erst um die elfte Dringlichkeitssitzung in mehr als 70 Jahren. Minimalziel ist es, die Stimmen für eine Resolution aus dem Jahr 2014 zu übertreffen, die ein russisches Referendum auf der Krim für ungültig erklärte. Damals hatten 100 Mitgliedsstaaten für den Text votiert.

++ Schwere Angriffe in Charkiw

(16.14 Uhr) Nach Berichen von Journalisten werden auch immer wieder zivile Gebäude in der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw von Raketen getroffen, darunter Wohngebäude und ein Krankenhaus.

Vor dem russischen Angriff lebten etwa 1,5 Millionen Menschen in Charkiw. Die Stadt nahe der russischen Grenze ist überwiegend russischsprachig. Sie ist bekannt für seine Universitäten und ein bedeutender Wirtschaftsstandort.

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++ Adidas setzt Partnerschaft mit russischem Fußballverband aus

(16.04 Uhr) Nach FIFA und UEFA reagiert auch der Sportartikelhersteller Adidas auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Der Sportartikelhersteller setzt die Partnerschaft mit dem Russischen Fußballverband RFS mit sofortiger Wirkung aus, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Adidas und der Verband sind seit 2008 Partner. Der Sportartikelhersteller mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach stellt seitdem die Trikots der Nationalmannschaften der Männer und der Frauen. 2018 wurde die Partnerschaft verlängert. Welche konkreten Folgen die Aussetzung der Partnerschaft hat, ließ ein Adidas-Sprecher zunächst offen.

Der Fußball-Weltverband FIFA und die Europäische Fußball-Union UEFA hatten am Montag Russland wegen der Invasion in die Ukraine von allen Wettbewerben suspendiert. Das gilt sowohl für die Nationalmannschaften als auch für russische Clubs.

++ Russische Schiffe dürfen keine britischen Häfen mehr anfahren

(15.55 Uhr) Russische Schiffe dürfen künftig nicht mehr in britische Häfen einlaufen. „Wir sind gerade die erste Nation geworden, die ein Gesetz verabschiedet hat, das ein totales Verbot für alle Schiffe mit irgendeiner russischen Verbindung beinhaltet, britische Häfen anzusteuern“, schrieb der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Dienstag auf Twitter.

Man fordere andere Länder auf, diesem Beispiel zu folgen. In Kooperation mit der EU und den USA hatte London zuvor weitreichende Sanktionen auf den Weg gebracht, die vor allem auf den russischen Finanzsektor abzielen. Auch russische Flugzeuge dürfen nicht mehr in der EU und Großbritannien landen.

++ Russland verstärkt Truppen vor Charkiw

(15.45 Uhr) Russland scheint seine Truppen vor der heftig umkämpften ukrainischen Stadt Charkiw zu verstärken. Der CNN-Reporter Frederik Pleitgen berichtet, dass südlich der russischen Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenz ein großer Konvoi vorfährt. Belgorod liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Charkiw.

Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, wurde in den vergangenen Tagen von schweren Attacken getroffen, auch in Wohngebieten.

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++ Ukrainische Aktivistin bringt Boris Johnson in Bedrängnis

(15.27 Uhr) Eine ukrainische Aktivistin hat mit einem aufsehenerregenden Auftritt bei einer Pressekonferenz den britischen Premierminister Boris Johnson in Bedrängnis gebracht. Die vor einigen Tagen aus ihrer Heimat nach Polen geflohene Daria Kaleniuk warf Johnson und der Nato vor, aus Angst vor einer weiteren Eskalation mit Russland keine Flugverbotszone über der Ukraine einrichten zu wollen.

„Die Nato will nicht einschreiten, denn die Nato hat Angst vor dem Dritten Weltkrieg, aber der hat schon begonnen und es sind ukrainische Kinder, die getroffen werden“, sagte Kaleniuk unter Tränen und kritisierte die bisherigen britischen Sanktionen gegen russische Oligarchen als nicht konsequent genug .

„Sie kommen nach Polen, Sie kommen nicht nach Kiew, denn Sie haben Angst“, sagte Kaleniuk, warf die Chefin einer Anti-Korruptions-Organisation Johnson vor. Über rund zwei Minuten hinweg blickte der Premier die Ukrainerin betreten an und nickte ihr fast durchweg zustimmend zu.

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Er sei froh, dass sie es nach Warschau geschafft habe und ihre Frage stellen könne, sagte Johnson schließlich - und gab zu, Großbritannien könne der Ukraine nicht so helfen, wie sie es sich vorstelle. Mit einer Flugverbotszone müsse die Nato russische Flugzeuge abschießen und sich in den direkten Kampf begeben. „Das können wir nicht tun“, sagte er. „Die Konsequenzen daraus wären sehr, sehr schwierig zu kontrollieren.“

++ Schweizer Minister: Nord Stream 2 entlässt alle Angestellten

(15.15 Uhr) Der Betreiber der russischen Pipeline Nord Stream 2 mit Sitz im steuergünstigen Schweizer Kanton Zug hat nach Angaben von Wirtschaftsminister Guy Parmelin allen Angestellten gekündigt.

140 Menschen seien betroffen , sagte Parmelin am Montagabend im Westschweizer Fernsehen. Das Unternehmen habe für diesen Dienstag um ein Treffen mit Vertretern der Kantonsbehörden gebeten, berichtete der Sender. Das Unternehmen reagierte am Dienstag zunächst nicht auf eine Anfrage.

Die USA hatten vergangene Woche Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG verhängt und damit weitere Geschäfte mit dem Unternehmen untersagt.

Nord Stream 2 ist eine Tochtergesellschaft des russischen Gaskonzerns Gazprom und hat ihren Hauptsitz in Zug gut 30 Kilometer südlich von Zürich.

Die durch die Ostsee verlegte und fertig gestellte Pipeline sollte russisches Gas nach Deutschland bringen. Die Bundesregierung hat das Genehmigungsverfahren für Nord Stream 2 angesichts der russischen Eskalation in der Ukraine vergangene Woche auf Eis gelegt.

++ Selenskyjs Telefonat mit Olaf Scholz: Bitte um Luftraumschließung

(14.44 Uhr) Der ukrainische Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben am Dienstagnachmittag mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) telefoniert.

Selenskyj verwies dabei auf russischen Angriff auf Wohnviertel ukrainischer Städte und dass es notwendig sei, den Luftraum über der Ukraine zu schließen . Jüngst gab es Berichte über den Angriff eines Wohnviertels in Charkiw, bei dem mehrere Zivilisten ums Leben gekommen sein sollen. Russland sah sich dabei mit dem Vorwurf konfrontiert, Streubomben eingesetzt zu haben.

Selenskyj, so schreibt der ukrainische Präsident auf Twitter weiter, habe Scholz zudem darum gebeten, auf eine Beschleunigung des EU-Beitrittsverfahrens hinzuwirken.

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++ Scholz erwartet weitere Eskalation in Krieg um Ukraine

(14.31 Uhr) Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet eine weitere Eskalation des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.

„Die Ukraine kämpft buchstäblich um das Überleben“ , sagte Scholz am Dienstag in Berlin. „Wir dürfen uns nichts vormachen: Das wird jetzt noch eine ganz, ganz dramatische Zeit werden“, sagte er - und fügte hinzu: Die Bilder von Opfern und Zerstörungen, die bislang schon bekannt geworden sind, „werden nur ein Anfang sein von dem, was wahrscheinlich noch kommt“.

++ Deutschland will Ukraine Generatoren und Verbandsmaterial schicken

(14.09 Uhr) Deutschland will Verbandsmaterial und Stromgeneratoren in die Ukraine schicken. Deutsche Hilfslieferungen sollen demnächst zudem auch drei Nachbarstaaten der Ukraine erreichen, die seit Beginn des russischen Angriffs eine große Zahl von Kriegsflüchtlingen aufgenommen haben.

„Die Republik Moldau, die Slowakei und auch Polen haben inzwischen das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert “, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Dienstag auf Anfrage mit. Angefordert worden seien von diesen drei Staaten nahezu alle Materialien und Bedarfsartikel, die zum Aufbau und Betrieb von Aufnahmeeinrichtungen benötigt würden, außerdem Medikamente und Impfstoffe.

++ Von der Leyen über EU-Beitritt der Ukraine: „Ein langer Weg“

(14.02 Uhr) EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Ukraine bei ihren Hoffnungen auf einen EU-Beitritt auf einen langen Weg eingestellt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe bei ihrem bisher letzten Gespräch erneut vom Traum seines Volks erzählt, der EU beizutreten, sagte von der Leyen am Dienstag im Europaparlament in Brüssel. Schon heute seien sich die Ukraine und die Europäische Union näher als je zuvor . „Aber es liegt noch ein langer Weg vor uns.“

Ich bin sicher: Niemand in diesem Plenarsaal kann daran zweifeln, dass ein Volk, das so mutig für unsere europäischen Werte steht, zu unserer europäischen Familie gehört.

Ursula von der Leyen

Der Krieg müsse beendet und über die nächsten Schritte gesprochen werden, sagte von der Leyen. „Ich bin sicher: Niemand in diesem Plenarsaal kann daran zweifeln, dass ein Volk, das so mutig für unsere europäischen Werte steht, zu unserer europäischen Familie gehört.

++ Selenskyj setzt General als Kommandanten von Kiew ein

(13.51 Uhr) Angesichts der unsicheren Lage hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj für die Hauptstadt Kiew einen Militärkommandanten eingesetzt. „ Vitali Klitschko bleibt Bürgermeister von Kiew , er wird seinen Verantwortungsbereich haben“, sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag in einer Videobotschaft. Der 55-jährige General Mykola Schyrnow habe bereits seit 2014 Verteidigungsmaßnahmen organisiert. Nach dem Krieg werde alles wieder rückgängig gemacht. In der Vergangenheit hatte Selenskyj versucht, Klitschko als möglichen Konkurrenten politisch zu schwächen.

Laut Verteidigungsministerium sind nördlich von Kiew russische Truppen in einer Entfernung von 15 bis 20 Kilometer zum Stehen gebracht worden. Auf dem linken Ufer des Flusses Dnipro bewege sich eine kilometerlange Militärkolonne aus Nordosten auf Kiew zu. Es wird eine Belagerung der Hauptstadt mit drei Millionen Einwohnern befürchtet.

++ Berge an Sachspenden türmen sich vor dem Ulmer Münster

(13.47 Uhr) Menschen aus der Region überschütten die SPD-Politikerin Hilde Mattheis mit Hilfsgütern. Windeln, Schlafsäcke und Konserven will sie jetzt mit zwei Bussen in die Ukraine bringen. Auf dem Rückweg will sie gut 100 Menschen mitnehmen.

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++ EU-Ratschef: Beitrittsgesuch der Ukraine wird ernsthaft geprüft

(13.36 Uhr) EU-Ratspräsident Charles Michel hat der Ukraine eine ernsthafte Prüfung des Gesuchs um einen EU-Beitritt zugesagt. Das sei ein schwieriges Thema, und es gebe unterschiedliche Auffassungen der Mitgliedstaaten , sagte Michel am Dienstag im Europaparlament. „Aber der Rat wird sich da seiner Verantwortung nicht entziehen können.“ Den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilte er abermals scharf: „Dies ist geopolitischer Terrorismus, schlicht und einfach.“

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Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft an die Abgeordneten eindringlich für die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union geworben. Ein Beitrittsgesuch hat Selenskyj bereits gestellt. Für die EU geht es zunächst um die Entscheidung, ob die Ukraine offiziell den Status eines Beitrittskandidaten bekommt. Anschließend würde ein Beitrittsabkommen ausgehandelt. Das nimmt normalerweise Jahre in Anspruch. Die EU-Staaten müssten eine Aufnahme letztlich einstimmig billigen.

++ Scholz: Blutvergießen in der Ukraine muss ein Ende haben

(13.30 Uhr) Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat vom russischen Präsidenten Wladimir Putin erneut einen sofortigen Stopp des Angriffs auf die Ukraine verlangt.

Er fordere ihn auf, „ unverzüglich alle Kampfhandlungen einzustellen , die russischen Truppen nach Russland abzuziehen und zum Dialog zurückzukehren“, sagte Scholz am Dienstag nach einem Gespräch mit Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel.

„Das Blutvergießen muss ein Ende haben. Wladimir Putin vergeht sich am ukrainischen Volk. “ Scholz kündigte an, den bereits beschlossenen Sanktionspaketen würden weitere hinzugefügt.

++ Dutzende Länder verlassen bei Lawrow-Rede in Genf den Saal

(13.03 Uhr) Aus Protest gegen den russischen Krieg in der Ukraine haben Diplomaten in Genf vor der Rede des russischen Außenministers Sergej Lawrow den Saal des UN-Menschenrechtsrats verlassen. An der vorab koordinierten Aktion waren die deutsche Botschafterin Katharina Stasch sowie Dutzende weitere Delegationen beteiligt.

„Der Menschenrechtsrat darf nicht als Plattform für Desinformation missbraucht werden“, sagte Stasch anschließend. „Die grotesken Behauptungen von Außenminister Lawrow müssen als das bloßgestellt werden, was sie sind: eine zynische Verdrehung der Tatsachen .“

Lawrow, der per Videolink zugeschaltet war, verlas eine lange Erklärung, in der er den Angriff auf die Ukraine mit Menschenrechtsverletzungen auf ukrainischer Seite rechtfertigte . Er wollte zunächst persönlich an der Sitzung teilnehmen. Die Reise wurde dann mit Verweis auf die Sperrung des europäischen Luftraums für russische Maschinen abgesagt. Der Menschenrechtsrat hatte am Montag mit seiner regulären Frühjahrssitzung begonnen.

In seiner Rede warf Lawrow der Ukraine jahrelange Terrorisierung Angehöriger der russischen Minderheit vor . Ihre Menschenrechte seien auf vielfältige Weise verletzt worden. Der Westen habe nicht nur zugeschaut, sondern dies unterstützt. Er erwähnte mehrfach die USA, Kanada und die Europäische Union. Seit Mitte Februar seien mehr als 100 000 Menschen aus der Region Donbass nach Russland geflohen.

Die Regierung in Kiew wolle ihr Land in ein „Anti-Russland“ verwandeln, „um dem Westen zu gefallen“, sagte Lawrow nach der englischen UN-Übersetzung seiner Rede. Die westlichen Länder seien „besessen“ von Sanktionen, die Lawrow als illegal bezeichnete. Sie zielten nach seiner Darstellung auf das normale Volk ab. „Der Westen hat eindeutig die Kontrolle über sich selbst verloren, weil er seine Wut an Russland auslassen will“ , sagte Lawrow laut Übersetzerin.

++ Nato wird keine Truppen oder Flugzeuge in die Ukraine bewegen

(12.17 Uhr) Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat eine Beteiligung des Militärbündnisses am Ukraine-Krieg erneut entschieden ausgeschlossen . „Die Nato wird keine Truppen in die Ukraine entsenden oder Flugzeuge in den ukrainischen Luftraum verlegen“, sagte der Norweger am Dienstag bei einem Besuch auf dem polnischen Luftwaffenstützpunkt Lask.

Die Nato wird sich nicht an dem Konflikt beteiligen.

Der polnische Präsident Andrzej Duda bekräftigte: „Wir schicken unsere Flugzeuge nicht, denn das würde eine militärische Einmischung in den Konflikt bedeuten, der sich in der Ukraine abspielt, es würde bedeuten, dass sich die Nato in den Konflikt einschaltet, aber die Nato keine Partei in dem Konflikt ist“. Duda verwies darauf, dass man vielseitige Hilfe, vor allem humanitäre Hilfe leiste. „Aber unsere Flugzeuge fliegen momentan nicht in die Ukraine.“

++ Moskau setzt Angriffe fort: „Bis gesetzte Ziele erreicht sind“

(11.34 Uhr) Russland hat die Fortsetzung des Angriffs gegen die Ukraine bestätigt. „Die Gruppierung der Streitkräfte der Russischen Föderation führt weiterhin eine Spezial-Militäroperation durch, bis die gesetzten Ziele erreicht sind“, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Das Wichtigste sei, Russland „vor der militärischen Bedrohung durch westliche Länder zu schützen, die versuchen, das ukrainische Volk im Kampf gegen unser Land einzusetzen“, sagte Schoigu.

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dpa_5FA88C006749FF08 (Foto: Alexei Druzhinin/DPA)

Er warf der Ukraine vor, mehrere Raketensysteme, Kanonen und Mörser „in den Höfen von Wohngebäuden, in der Nähe von Schulen und Kindergärten“ aufgestellt zu haben. „Während militärischer Zusammenstöße zögert die ukrainische Seite nicht, Zivilisten als menschliches Schutzschild zu missbrauchen“, behauptete der Vertraute von Präsident Wladimir Putin, der am vergangenen Donnerstag den Angriff auf das Nachbarland Ukraine angeordnet hatte.

Die Ukraine wiederum wirft Russland vor, auch Wohngebiete mit Raketen zu beschießen. Die Angaben beider Seiten sind nicht unabhängig zu überprüfen.

++ Bericht: Mitarbeiter kehren Altkanzler Schröder den Rücken

(11.04 Uhr) Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) verliert nach Medieninformationen seinen langjährigen Büroleiter und Redenschreiber Albrecht Funk. Nach mehr als 20 Jahren kehre Funk seinem Chef den Rücken, berichteten das Nachrichtenportal „The Pioneer“ und die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ am Dienstag. Auch drei weitere Mitarbeiter des SPD-Politikers gäben ihren Posten auf. Von Schröder und seinem Büro war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Mit dem Abschied der vier Mitarbeiter wäre das Büro des Altkanzlers verwaist. Angeblich habe es Differenzen zwischen Funk und Schröder wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine gegeben , heißt es in dem „Pioneer“-Bericht. So solle Funk seinem Chef eine schnelle und klare Distanzierung von Kremlchef Wladimir Putin sowie einen Rücktritt von allen Aufsichtsratsmandaten in russischen Unternehmen empfohlen haben. Von solchen Schritten oder Überlegungen Schröders ist bisher nichts bekannt.

Der frühere Bundeskanzler gilt als langjähriger Freund Putins. Schröder ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft und hat auch Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2. Am vergangenen Donnerstag hatte er die Regierung in Moskau im Online-Netzwerk LinkedIn zwar aufgefordert, den Krieg in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden. Von persönlichen Konsequenzen war aber nicht die Rede.

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dpa_5FA8B8000B2CA25E (Foto: Ivan Sekretarev/dpa)

++ Containerriese Maersk stoppt Transporte von und nach Russland

(10.46 Uhr) Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs hat die dänische Containerreederei Maersk den Großteil der Transporte von und nach Russland gestoppt.

„Da die Stabilität und Sicherheit unseres Betriebs direkt und indirekt schon durch die Sanktionen beeinflusst wird, werden neue Maersk-Buchungen über See und Land nach und von Russland vorübergehend ausgesetzt“, teilte der Konzern mit Sitz in Kopenhagen am Dienstag mit. Ausgenommen sind Lebensmittel, medizinische und humanitäre Lieferungen. Einen Buchungsstopp für die Ukraine hatte Maersk bereits am Donnerstag bekannt gegeben.

Auch die Hamburger Reederei Hapag-Llloyd hatte in der vergangenen Woche eine vorübergehende Buchungssperre für Russland und die Ukraine beschlossen.

++ Münchner OB Reiter wirft Dirigent Gergijew bei Philharmonikern raus

(09.57 Uhr) Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat den Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker , Waleri Gergijew, wegen dessen Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin entlassen.

Gergijew habe sich trotz Aufforderung, sich eindeutig und unmissverständlich von dem Krieg gegen die Ukraine zu distanzieren, nicht geäußert, begründete Reiter am Dienstag den Schritt.

Angesichts des Ukraine-Kriegs hat auch die Pariser Philharmonie ihre Konzerte mit Gergijew und dem Mariinski-Orchester abgesagt. Man werde das Programm in den kommenden Monaten aus Solidarität mit dem ukrainischen Volk anpassen, teilte die Philharmonie mit. Von der Absage sind die beiden Pariser Konzerte am 9. und 10. April betroffen.

Das Festspielhaus Baden-Baden beendet ebenfalls seine Zusammenarbeit mit Gergijew bis auf Weiteres. Das habe der Stiftungsvorstand des Hauses gemeinsam mit der Intendanz beschlossen.

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++ Youtube sperrt Kanäle von RT und Sputnik in Europa

(09.26 Uhr) Die Videoplattform Youtube hat die Kanäle der russischen Staatssender RT und Sputnik europaweit gesperrt. „Aufgrund des andauernden Krieges in der Ukraine sperren wir mit sofortiger Wirkung Youtube-Kanäle, die mit RT und Sputnik in Europa verbunden sind“, teilte ein Firmensprecher am Dienstag mit.

Es werde eine Weile dauern, bis die Maßnahmen technisch umgesetzt werden.

Unsere Teams beobachten die Situation weiterhin rund um die Uhr, um schnellstmöglich zu handeln.

Im vergangenen September hatte Youtube bereits die deutschsprachigen Kanäle von RT gesperrt und entfernt. Damals hatte der Google-Dienst dem Staatssender im Kontext von Falschinformationen zur Corona-Pandemie wiederholte Verstöße gegen die Richtlinien von Youtube vorgeworfen.

RT und Sputnik stehen Westen immer wieder als Propagandainstrument des Kreml in der Kritik. Zentraler Vorwurf: Der Sender verbreite im Auftrag des russischen Staates Verschwörungstheorien und Desinformationen und rechtfertige den Angriffskrieg in der Ukraine. Am vergangenen Wochenende hatte auch die EU-Kommission ein Verbot für RT und Sputnik verhängt. Wie das Verbot im Detail umgesetzt werden soll, steht allerdings noch nicht fest.

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++ Ukraine meldet 70 getötete Soldaten nach Angriff im Osten des Landes

(08.24 Uhr) In der ostukrainischen Region Sumy sollen nach Angaben aus Kiew 70 Soldaten der ukrainischen Armee bei einem Angriff durch Mehrfachraketenwerfer getötet worden sein. Wie das ukrainische Parlament am Dienstag auf Twitter mitteilte, war eine Armeeeinheit in der Kleinstadt Ochtyrka von russischen Kräften beschossen worden.

Ochtyrka liegt zwischen den Städten Charkiw im Osten des Landes und der Hauptstadt Kiew. Das ukrainische Parlament zitierte in seinem Tweet den Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj. Dieser teilte auf seinem Telegram-Kanal Bilder eines ausgebrannten vierstöckigen Gebäudes und von Rettungskräften im Einsatz. Objektiv überprüfen lassen sich die Meldungen gegenwärtig nicht.

Vertrauenwürdige Korrespondentenberichte sowie Twitter-Accounts berichten aber etwa aus Charkiw von erneut massivem Beschuss der Stadt. So wurde etwa ein regionales Regierungsgebäude in der Stadt von einer Rakete getroffen.

++ Zwei Drittel haben laut Umfrage Angst vor Drittem Weltkrieg

(07.37 Uhr) Russlands Angriffskrieg in der Ukraine macht vielen Millionen Menschen in Deutschland Angst vor einem Dritten Weltkrieg.

Wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv ergab, befürchten 69 Prozent sogar, dass die Nato in den Konflikt hineingezogen wird , weil der russische Präsident Wladimir Putin ein Mitglied des westlichen Verteidigungsbündnisses angreifen könnte - zum Beispiel einen der baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen. Und dass dies auch Deutschland direkt betreffen könnte.

25 Prozent der Befragten teilen diese Sorge nicht. Vor allem Anhänger der AfD sind demnach mit 48 Prozent überdurchschnittlich davon überzeugt, dass es nicht zu einem Weltkrieg kommt.

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++ Gewaltiger russischer Militärkonvoi rollt auf Kiew zu

(06.19 Uhr) Die russischen Truppen in der Ukraine setzen ihren Vormarsch fort: Ein gewaltiger russischer Militärkonvoi aus Panzern und anderen Fahrzeugen rollt auf Kiew zu.

Satellitenbilder, die die Nachrichtenagentur Unian veröffentlichte , zeigen einen russischen Konvoi aus Panzern und anderen militärischen Fahrzeugen, der rund 64 Kilometer lang sein soll. Er erstrecke sich vom Flughafen Hostomel im Nordwesten Kiews bis zum Dorf Prybirsk, das zwischen Kiew und Tschernobyl liegt. Die Lage sei angespannt, so der Generalstab.

Auch in anderen Teilen des Landes dauerten die Gefechte an. Nach Aussagen des Bürgermeisters von Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, sprenge das russische Militär dort Umspannwerke, wie die Agentur Ukrinform schrieb. Dadurch soll es zu Problemen bei der Strom- und Wasserversorgung kommen. Die Nachrichtenagentur Unian berichtete, die oberen Stockwerke zweier Hochhäuser seien zerstört worden. Auch in der südlichen Stadt Cherson soll nach Angaben des staatlichen Informationsdiensts der Ukraine ein Angriff begonnen haben.

Bei einem Angriff in der Region Sumy im Nordosten soll es außerdem zu großen Verlusten auf beiden Seiten gekommen sein . Laut des ukrainischen Anti-Korruptions-Portals Antikor starben möglicherweise 70 Menschen auf ukrainischer Seite. Zudem soll es eine große Zahl von Opfern auf russischer Seite geben. Russische Artillerie habe eine Militäreinheit getroffen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

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Das waren die letzten Meldungen vom Montag

++ Kundgebung #staywithukraine: Aalens Herzen leuchten Blau und Gelb

(22.12 Uhr) Für den Frieden in der Ukraine und gegen den von Russlands Präsidenten Wladimir Putin ausgelösten Krieg haben sich am Montagabend rund 1000 Aalener vor dem Rathaus versammelt. Viele hielten Plakate in den Händen mit der Aufschrift: „Stoppt Putin!“ oder „Solidarität mit der Ukraine!“

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++1000 Menschen zeigen in Friedrichshafen Solidarität mit der Ukraine

(21.52 Uhr) Rund 1000 Menschen zeigen am Montagabend auf dem Adenauerplatz in Friedrichshafen ihre Solidarität mit der Ukraine. Redner verschiedener Parteien und Bündnisse verurteilen klar das Vorgehen Wladimir Putins, betonen aber auch, dass es sein Krieg und nicht der Krieg Russlands sei.

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++ Westliche Sanktionen treffen Russland

(21.42 Uhr) Am Montag krachten in Moskau die Börsen: Russland erlebt die schärfsten Wirtschaftssanktionen seiner Geschichte. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Erse Oligarchen wenden sich bereits gegen den Angriff auf die Ukraine.

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++ In eigener Sache

Warum hier keine Tweets und andere Social-Media-Inhalte aus Russland zu sehen sind

Bei unserer Berichterstattung legen wir den größtmöglichen Wert auf Transparenz. Wir greifen dabei nur Meldungen aus den Agenturen auf, die als gesichtert gelten können und versuchen - so gut es in der Lage geht - ein breites Meinungsbild aller Beteiligten abzubilden.

Zur Unterstützung mancher Aussagen zeigen wir die dazugehörigen Twitter-Beiträge oder Facebook-Einträge. Realtiv häufig ist das der Fall, wenn wir Meldungen zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlichen. Nun mag sich der ein oder andere Blogleser fragen, warum Schwäbische.de nichts von der Gegenseite veröffentlicht. Also aus Russland.

Das ist relativ einfach zu erkären: Der Kreml und seine Mitglieder veröffentlicht keine Inhalte auf den gängigen Social-Media-Kanälen. Der offizielle Twitteraccount des "President of Russia", mit dem Twitterhandle @KremlinRussia_E dokumentiert aktuell nur, mit wem der russische President telefoniert und sich getroffen hat. Mehr ist da nicht zu erfahren. Hinzu kommt, dass Russland selber den Nachrichtendienst Twitter blockiert hat. Seit dem Sonnntagvormittag ist twitter.com von Russland aus nicht mehr zu erreichen.

Deshalb finden sich so wenige Social-Media-Einträge der russischen Regierung im Blog.

++ Hier lesen Sie den kompletten Newsblog vom Samstag ++